An der Fachhochschule Münster wurden unter Leitung von Prof. Dr. Holger Buxel im Herbst dieses Jahres 1.930 Lebensmittelkonsumenten zum Thema „Akzeptanz und Nutzung von Güte- und Qualitätssiegeln auf Lebensmitteln“ befragt. Grundlage der Untersuchung bildete ein konzeptioneller Rahmen, der den Akzeptanzprozess unter den Aspekten Bekanntheit, Verständnis und Interpretationsfähigkeit, Einstellung, Nutzungsabsicht und Wünsche sowie tatsächliche Nutzung analysierte.
Akzeptanz von Güte- und Prüfsiegeln
Den Befragten wurden 21 verschiedene Güte- und Qualitätssiegel vorgelegt, die mehr oder weniger häufig auf Lebensmittelverpackungen in Deutschland aufgebracht sind. Die Befragung zeigte, dass die Bekanntheit der jeweiligen Siegel sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Das deutsche Bio-Siegel ist mit 90 Prozent das bekannteste Gütesiegel bei Lebensmitteln, gefolgt von den Siegel der Stiftung Warentest (82 Prozent) und dem der DLG (75 Prozent). Hingegen ist die Bekanntheit vieler anderer Siegel (zum Beispiel der geschützten geographischen Angabe mit 13 Prozent) deutlich geringer.
Trotz des zum Teil eingeschränkten Wissens um die konkreten Inhalte bei vielen Prüf- und Gütesiegeln ist die Kennzeichnung von Lebensmitteln mit Siegeln offensichtlich ein Thema, dem die meisten Verbraucher positiv gegenüber stehen. So finden knapp 80 Prozent der Befragten Prüf- und Gütesiegel auf Lebensmitteln nützlich, knapp 85 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Prüf- und Gütesiegel auf Lebensmitteln eine gute Sache sind, und nur weniger als 15 Prozent sind solche Siegel egal. Knapp zwei Drittel der Befragten finden, dass Lebensmittel mit einem Prüf-und Gütesiegel vertrauenswürdiger sind und sich positiv abheben von Alternativprodukten ohne Siegel.
Innerhalb der Gruppe der jeweiligen Siegel-Kenner ist die Käuferreichweite (= Anteil Kenner mal Anteil Käufer eines Siegels) recht unterschiedlich. Die Siegel mit der größten „Käuferreichweite" sind das deutsche Bio-Siegel (87 Prozent), gefolgt von Stiftung Warentest (79 Prozent), DLG (73 Prozent) und Ökotest (66 Prozent).
Mit Blick auf eine absatzunterstützende Wirkung einer Kennzeichnung von Lebensmitteln mit Prüf- oder Gütesiegeln scheint diese vorhanden zu sein. Knapp 77 Prozent der Befragten gaben an, sich schon einmal bei einem Produktvergleich bewusst für den Kauf eines Lebensmittels entschieden zu haben, weil es mit einem Prüf- oder Gütesiegel gekennzeichnet war, und kaufen besiegelte Produkte bei gleichem Preis bevorzugt gegenüber ansonsten gleichen Alternativprodukten.
