
„Klasse statt Masse“ lautet das oberste Prinzip der Marienhöher Direktvermarktung Waldkirchen GmbH mit Sitz im vogtländischen Lengenfeld. Der Betrieb wurde am 1. Januar 2000 mit einer Fleischerei und einer Kleinmolkerei gegründet. Der Landwirtschaftsbetrieb existierte bereits zu DDR-Zeiten. Nach der Wende wurden weitere Standbeine geschaffen: Die Biogasanlage zur Stromerzeugung und die Direktvermarktung als selbstständiger Betrieb entstanden aus einem leer stehenden Kälberstall. „Die Anfangszeiten waren sehr schwer, weil wir bei null angefangen haben“, erinnert sich Helgard Bauer, Geschäftsführerin der Marienhöher Direktvermarktung und Prokuristin im Landwirtschaftsbetrieb Marienhöher Milchproduktion. Doch die Mühen haben sich gelohnt, denn bereits 2009/2010 wurde die Direktvermarktung erweitert, weil die Produktionskapazitäten nicht mehr ausreichten. In diesem Zusammenhang hat der Betrieb auch die EU-Zulassung erhalten.
Heute beträgt der Umsatz mit Fleisch- und Wurstwaren circa 60 Prozent vom Gesamtumsatz. Der Betrieb beschäftigt 22 Mitarbeiter – vier Fleischer, eine Köchin, vier Molkereimitarbeiter, neun Verkäuferinnen, zwei kaufmännische Angestellte sowie jeweils einen Auszubildenden als Fleischer und Lebensmitteltechnologe.
Die Schlachttiere – Rinder, Kälber, Lämmer und saisonal Dammwild – kommen vom ortsansässigen Landwirtschaftsbetrieb „Marienhöher Milchproduktion Waldkirchen“, Schweine werden von naheliegenden Landwirtschaftsbetrieben zugekauft. Kunden schätzen das breite Angebot an Fleisch- und Wurstwaren sowie insbesondere den Schafskäse als Spezialität des Hauses. Die Produkte werden unter dem Markennamen „Vogtlandliebe“ mit einem eigens entwickelten Logo im Hofladen am Standort Waldkirchen sowie mit zwei Verkaufsfahrzeugen angeboten. Außerdem gehören Lohnschlachtungen, Partyservice sowie individuell zusammengestellte Präsente zum Leistungsspektrum der Marienhöher Direktvermarktung Waldkirchen.
Helgard Bauer und insbesondere der Fleischermeister schätzen die Lektüre des Fachmagazins Die Fleischerei. „Das Heft ist sehr informativ mit viel Bildmaterial“, sagt Bauer, die besonders an betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Themen interessiert ist und sich in der Regel abends zuhause der Fachlektüre widmet. Privat engagiert sich die Mutter von zwei Kindern und Oma von sechs Enkelkindern im Dorfverein Waldkirchen e.V. Übrigens: Ihr Leibgericht sind Rouladen mit grünen Klößen, einer typisch vogtländischen Spezialität.