Der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) hat im Zeitraum vom 8. bis 17. August 2026 insgesamt 92 Innungsmitglieder über die APP des DFV zur wirtschaftlichen Lage im Fleischerhandwerk befragt. Ziel der Befragung ist es, die derzeitige Situation der Betriebe im dritten Quartal 2026 zu erfassen und Einblicke in die aktuellen Herausforderungen der Branche zu gewinnen.

Zum Zeitpunkt der Erhebung war die wirtschaftliche Situation unter anderem durch hohe Einkaufspreise für Rindfleisch, vergleichsweise niedrige Preise für Schweinefleisch sowie einen anhaltenden Fachkräftemangel in Produktion und Verkauf geprägt.
Neben der Einschätzung ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage wurden die Unternehmerinnen und Unternehmer gebeten, auch ihre Erwartungen für die kommenden Monate zu nennen. Da dieselben Fragestellungen bereits in den Jahren 2022, 2023, 2024 und 2025 erhoben wurden, lassen sich Entwicklungen und Veränderungen in der Stimmungslage über mehrere Jahre hinweg nachvollziehen.
Entwicklung der Geschäfte
Rund 29 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sich ihr Umsatz im 1. Halbjahr 2026 verbessert hat. Mit knapp 40 Prozent ist der Anteil der Betriebe, die Umsatzrückgänge verzeichnen, jedoch deutlich größer. Im Vergleich zu den Ergebnissen der Befragung aus dem dritten Quartal 2025 ist der Anteil der Unternehmen mit rückläufigen Umsätzen merklich gestiegen.
Etwa jedes vierte Unternehmen berichtet von einer Verbesserung der Erträge im Jahresverlauf. Demgegenüber gehen rund 45 Prozent der Befragten von gesunkenen Erträgen aus. Dennoch fällt der Anteil der Betriebe mit einer negativen Ertragsentwicklung geringer aus als im Vorjahr.
Eine mögliche Erklärung hierfür sind die vergleichsweise niedrigen Preise für Schweinefleisch. Auch bei der verkauften Warenmenge zeigt sich eine rückläufige Entwicklung. Rund 42 Prozent der Unternehmen geben an, dass ihre Absatzmenge gesunken ist. Damit liegt dieser Anteil etwas höher als im Vorjahr.
Insgesamt zeigt sich ein differenziertes Bild: Während der Anteil der Fleischereien mit steigenden Umsätzen leicht zurückgegangen ist und zugleich mehr Betriebe Umsatzrückgänge verzeichnen, hat sich die Ertragsentwicklung gegenüber dem Vorjahr etwas verbessert. Gleichzeitig berichten mehr Fleischereien von rückläufigen Absatzmengen.
Die Unzufriedenheit nimmt zu
Knapp 40 Prozent der befragten Unternehmen gibt an, derzeit mit der Geschäftslage zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Im 3. Quartal des Vorjahres lag dieser Wert mit über 50 Prozent höher und im 1. Quartal des Vorjahres mit 70 Prozent sogar deutlich höher. Die Zufriedenheit mit der Geschäftslage ist damit seit längerer Zeit rückläufig.
Sorgen der Betriebsinhaber
Betrachtet man die aktuellen Sorgen der Befragten, stehen die zunehmende Bürokratie und die Verfügbarkeit von Personal an erster Stelle. Hohe Materialpreise werden dagegen deutlich seltener als noch im Vorjahr als Belastung genannt, was unter anderem mit den zum Zeitpunkt der Befragung niedrigen Schweinefleischpreisen zusammenhängen dürfte. Größere Sorgen bereiten den Betrieben hingegen steigende Personal- und Energiekosten. Vermutlich spielen hierbei auch die aktuell hohen Treibstoffpreise eine Rolle.
Anders als in den Vorjahren werden zudem häufiger eine Abwanderung von Kunden und eine zunehmende Kaufzurückhaltung als Herausforderungen genannt. Darin dürfte sich auch die schwache konjunkturelle Lage in Deutschland widerspiegeln: Die Verunsicherung und Zurückhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher macht sich zunehmend auch an der Ladentheke bemerkbar.
Geschäftliche Erwartungen für das nächste Jahr
Die Erwartungen für die Zukunft fallen insgesamt verhalten aus. Knapp 65 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich ihre Geschäftslage stabil entwickeln oder verbessern wird. Demgegenüber rechnen knapp 27 Prozent mit einer Verschlechterung. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Unternehmen, die von einer stabilen Entwicklung ausgehen, leicht gesunken. Gleichzeitig ist der Anteil der Betriebe mit negativen Erwartungen um fast zehn Prozentpunkte gestiegen. www.fleischerhandwerk.de