Rhöner Wurstmarkt macht Lust aufs Genusshandwerk

Wer soll künftig Bratwurst, Schinken und andere regionale Spezialitäten herstellen und verkaufen? Beim 13. Rhöner Wurstmarkt am 10. und 11. Oktober 2026 in Ostheim vor der Rhön geht es nicht nur ums Genießen, sondern auch um die Zukunft des Genusshandwerks. Mit der Nationalmannschaft des Fleischerhandwerks und der Nachwuchskampagne „be a butcher!“ wird das Rathaus zur Anlaufstelle für junge Menschen, Eltern und alle, die sich für moderne Lebensmittelberufe interessieren.

Bereits zum zweiten Mal können sich junge Leute beim Rhöner Wurstmarkt unter dem Motto „Be a butcher“ über Ausbildungschancen im Genusshandwerk informieren.
Bereits zum zweiten Mal können sich junge Leute beim Rhöner Wurstmarkt unter dem Motto „Be a butcher“ über Ausbildungschancen im Genusshandwerk informieren. - © Tonya Schulz

Drei Mitglieder der Nationalmannschaft zeigen, wie vielseitig das Handwerk heute ist: Fleischermeisterin Lara Schneider aus Krombach, Fleischsommelier Moritz Becker aus Schwalmstadt und Verkaufsleiterin und Fleischereifachverkäuferin Linda Dölz aus Lauschgrün. Unter dem Motto „Blutwurst neu interpretiert“ verbinden sie traditionelles Können mit neuen Ideen. Die Nationalmannschaft versteht sich als Botschafter des Berufs und möchte insbesondere Schülerinnen, Schüler und Auszubildende für das Fleischerhandwerk begeistern.

Genusshandwerk jung präsentiert

Dass Nachwuchs dringend gebraucht wird, zeigen die Ausbildungszahlen in der Region. Gleichzeitig bewegt sich etwas: Betriebe gewinnen junge Menschen über Praktika, beschäftigen Auszubildende aus dem Ausland und investieren verstärkt in die Ausbildung. Genau hier setzt die Imagekampagne „be a butcher!“ des Fleischerverbandes Bayern an, die auf Initiative der Metzgerinnung Main-Rhön zum zweiten Mal beim Wurstmarkt dabei ist. Mit Begriffen wie „Filetfee“, „Keulenkrieger“ oder „Beefbeschwörer“, Mitmachangeboten und VR-Brille präsentiert die Aktion das Genusshandwerk jung und überraschend. Im Mittelpunkt stehen Ausbildungsmöglichkeiten, Karrierewege und die Frage, was moderne Metzgereiberufe heute zu bieten haben.

Wieder mehr Auszubildende

„Ich glaube, dass unser Handwerk alles mitbringt, um zu bestehen. Die Metzger werden sich für die Zukunft ausrichten, weiter Nischen finden, Verkauf und Vertrieb modernisieren“, ist Barbara Fink, Obermeisterin der Metzgerinnung Main-Rhön, sicher. Die Fachverbände sorgen mit ihren jungen Kampagnen dafür, die Berufswelt attraktiv und zeitgemäß darzustellen, so die Inhaberin einer Metzgerei in Fladungen.

Zum Start ins neue Ausbildungsjahr 2026/27 kommen zwei Klassen mit voraussichtlich 35 Schülerinnen und Schülern aus den Landkreisen Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen, Hassberge und Schweinfurt zustande. Im Vergleich dazu wurden in diesem Jahr aus vier Landkreisen nur ein Metzger und ein Verkäufer freigesprochen.

Barbara Fink selbst hat zwei Auszubildende aus Vietnam eingestellt und hier die Unterstützung ihres Verbandes genutzt. Ihr Kollege Andreas Ortlepp hat seinen Auszubildenden klassisch über ein Praktikum gewonnen. „Wichtig ist, dass wir flexibel bleiben und mutig neu denken“, so die Metzgermeisterin Barbara Fink mit Nachdruck.

Bundesminister Alois Rainer ist Schirmherr

50 Aussteller aus Bayern, Hessen und Thüringen sowie dem Gastland Italien zeigen beim Rhöner Wurstmarkt, warum qualifizierter Nachwuchs wichtig ist: damit handwerkliche Qualität, regionale Spezialitäten und wertvolles Wissen in Zukunft erhalten bleiben. Die Schirmherrschaft von Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, unterstreicht die Bedeutung der deutschlandweit einzigartigen deutschen Feinschmeckermesse für handwerklich erzeugte Wurst- und Schinkenspezialitäten aus der bayerischen, hessischen und thüringischen Rhön.

Veranstalter des alle zwei Jahre stattfindenden Rhöner Wurstmarkts ist das Kommunalunternehmen Tourismus und Marketing Ostheim vor der Rhön. Die Feinschmeckermesse ist an beiden Tagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. www.rhoener-wurstmarkt.de