Fürther Schlachthof will Umbau selbst finanzieren

Der Metzgerschlachthof Fürth-Burgfarrnbach hat auch im 35. Jahr seines Bestehens schwarze Zahlen geschrieben. 2025 verbuchte der Schlachthof an der Siegelsdorfer Straße bei einem mit 2024 identischen Umsatz von 1,3 Mio. Euro einen auf 86.262 Euro (Vorjahr: 78.793 Euro) gestiegenen Überschuss.

Umrissen die Großinvestition: Schlachthof-Beiratsvorsitzender Werner Waber, Geschäftsführer Konrad Ammon, Flessabank-Regionalleiter Marcel Mago und Steuerberater Hans Studtrucker (v.l.). - © Horst Buchmann

Neu orientieren muss man sich bei den geplanten Modernisierungsmaßnahmen: Weil die Zuschüsse viel geringer als erhofft ausfallen, wird das Projekt von über 10 auf 6,8 Mio. Euro abgespeckt. Bei der Finanzierung setzt man auf Beteiligung der fast 140 heutigen sowie möglicher neuer Gesellschafter aus Metzgerei, Landwirtschaft und Viehhandel.

Einige Zahlen aus der Bilanz, die Geschäftsführer Konrad Ammon bei der ­Jahresversammlung der Schlachthof Betriebs-GmbH in der Gaststätte „Zur Friedenseiche“ in Cadolzburg bekanntgab: Die Bilanzsumme sank 2025 leicht auf 3,116 Mio. Euro (2024: 3,191 Mio.), das Eigenkapital stieg auf 1,861 Mio. Euro (1,775 Mio.), die Eigenkapitalquote von 56 auf 59,75 Prozent.

Um 22.000 Euro geringer fielen 2025 die Energiekosten (Strom, Gas und Wasser) aus. Der Aufwand für ­Reparaturen sank, da das Schlacht­hof-­Team um Dieter Sperber, Hans Rehm, Lorenz Winkler und Martin Schalt viel in Eigenleistung erledigte, wofür Ammon dankte.

Die Schlachtzahlen lieferten 2025 ein sehr gemischtes Bild. So kamen 60.519 Schweine an den Haken – 690 mehr als im Vorjahr (59.829). Die Zahl der Rinder sank auf 2.834 (2024: 2996; 2020 waren es noch 4209), die der Schafe ging stark auf 479 (545) zurück. Ammon sieht als Grund dafür nicht nur hohe Preise und Kundenzurückhaltung, es mangele oft auch an Schlachttieren – zum Beispiel Lämmer, weil es in der Region immer weniger Schäfer gebe.

Für das laufende Jahr erwartet Ammon stabile Umsätze: Von Januar bis Ende Juni 2026 stieg die Zahl der Schweineschlachtungen im Vergleich zu 2025 um 135 auf 29.773 und die der Lämmer um 85 auf 337. Dagegen sank die Zahl der geschlachteten Rinder um 186 auf 1133, die der Ferkel um 7 auf 128, die der Kälber um 37 auf 49. Der Umsatz sank bis Ende April um 38.000 Euro.

Großinvestitionen dringend notwendig

Als absolut notwendig für den am 19. Oktober 1991 eröffneten und seit 1993 EG-zugelassenen Schlachtbetrieb (Stempel „ES 964“) sieht Ammon die geplanten Großinvestitionen, denn die Anforderungen und Auflagen an Tierschutz, Energieeffizienz und Kühlkapazitäten würden höher: „Wenn wir nichts tun, ist irgendwann Schluss.“ Hans Rehm unterstrich dies mit Blick auf Qualitätsprogramme wie QS oder Bio: Hier werde bei Begehungen stets auf Modernisierung gedrängt. Und eine „Flickschusterei“ nütze da nichts.

Deshalb plant man nun eine neue Kühlanlage (mit CO2 als Kühlmittel), eine neue Brühmaschine, eine neue Betäubefalle für Rinder und eine Stallmodernisierung. Verabschiedet hat man sich aus Spargründen von einer Stallerweiterung, einer dritten Rampe, einem Neubau der Kuttelei und einer neuen Abwasserreinigung. Von der Politik in Land, Bund und EU kann der Schlachthof angesichts leerer Kassen fast nur Standard-Förderungen erwarten, keine hohen Sonderzuschüsse. Soll heißen: Für 6,8 Mio. Euro Investition gäbe es 1,3 Mio. Euro Zuschüsse plus 500.000 Euro aus der „Fraktionsreserve der CSU“ des Landtages. Die Stadt Fürth übernähme laut CSU-Stadtrat und Metzgermeister Max Ammon eine Bürgschaft über immerhin 500.000 Euro. Von den Landkreisen sei nichts zu erwarten, die dürften ohne Zusage jeder Gemeinde nichts fördern. Circa 4,7 Mio. Euro müsste der Schlachthof also am Ende selbst finanzieren – über Kredite, neue Einlagen der Gesellschafter oder auch höhere Umsätze/Gewinne und eine Anhebung der Schlachtgebühren.

Einlagen erhöhen und neue Nutzer gewinnen

84 verbriefte Gesellschafter hat der Schlachthof, zudem etwa 55 ohne Stimmrecht. Würden sie ihre Einlagen zum Beispiel um jeweils 10.000 Euro erhöhen, würde das über 1 Mio. Euro bringen, die nicht 20 oder 25 Jahre wie ein Kredit verzinst werden müssten. Konrad Ammon schlug auch vor, neue Schlachthof-Nutzer wie Landwirte dafür zu gewinnen und unterschiedliche Anteilshöhen zu ermöglichen.

Neben Steuerberater Hans Studtrucker gab Marcel Mago, Regionalleiter der Flessabank, als Finanzexperte den Hinweis, 20 Prozent Eigenanteil einer Investition seien Standard. Je mehr also über 1 Mio. zusammenkomme, desto besser und günstiger auch die Kreditkonditionen.

Zu Bedenken eines Metzgers, wo denn der langfristige Nutzen für eine weitere Beteiligung liege, sagte Konrad Ammon: „Das ist eine Investition in die Zukunft und den Fortbestand unserer Betriebe.“

Der Schlachthof wird nun alle Gesellschafter und Schlachtkunden anschreiben und befragen, ob sie sich eine (höhere) Beteiligung vorstellen können. Auf einer Sitzung im September sollen dann Beschlüsse zu Umbau und Finanzierung fallen.

www.schlachthof-fuerth.de