Regionale Ernährung in Aktion

Wie kann eine nachhaltige regionale Ernährung in der Praxis gelingen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Deutschen Ernährungstages, zu dem das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) eingeladen hatten.

Der Ernährungstag zeigte, dass regionale Ernährung am besten durch kooperative Netzwerke sowie kurze Lieferketten gelingt.
Regionale Lebensmittelstrategien dienen dazu, lokale Kreisläufe zu schließen, von der Produktion über die Verarbeitung bis zum Einkauf. www.pixelio.de - © Thomas, PIXELIO

Über 200 Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Forschung, Kommunen und lokaler Erzeugung trafen sich auf der Veranstaltung. Sie tauschten sich darüber aus, welche Strukturen und Rahmenbedingungen notwendig sind, um die Ernährungsumgebungen vor Ort zu verbessern, Systeme für eine regionale Ernährung zu fördern und die Versorgungssicherheit zu erhöhen.

Der Tag zeigte, dass regionale Ernährung am besten durch kooperative Netzwerke, zum Beispiel durch die Einbindung lokaler Akteurinnen und Akteure sowie kurze Lieferketten gelingt. „Diese Strukturen sorgen nicht nur für kurze Wege und Frische, sie bringen den Geschmack der Heimat auf die Teller und fördern den Zusammenhalt vor Ort“, sagte Bundesminister Alois Rainer, der den Deutschen Ernährungstag 2026 eröffnete. Expertinnen und Experten präsentierten dazu konkrete Erfolgsgeschichten, die belegen, wie sich lokale und regionale Versorgungsstrukturen aufbauen und leben lassen.

So sorgen Direktvermarktung und Hofläden dafür, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt und Verbraucherinnen und Verbraucher näher an die Erzeugung heranrücken. Genossenschaftsmodelle stärken kleine Betriebe und erschließen gemeinsame Vermarktungswege. Und regionale Lebensmittelstrategien unterstützen Kommunen dabei, lokale Kreisläufe zu schließen – von der Produktion über die Verarbeitung bis zum Einkauf. Bildungsinitiativen in Schulen und Kitas fördern zudem das Bewusstsein für regionale Produkte.

Bewusstsein für Regionalität

Kommunen nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein, da sie als öffentliche Träger von Kitas, Schulen und anderen Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung den Zugang zu regionalen Lebensmitteln sichern können. Täglich essen rund 16 Millionen Menschen in solchen Einrichtungen – davon sind allein 6 Millionen Kinder und Jugendliche. Mit der Einführung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen ab dem Schuljahr 2026/27 steigt die Bedeutung einer guten Schulverpflegung weiter. „Fast 90 Prozent der allgemeinbildenden Schulen sind in öffentlicher Trägerschaft, meist auf kommunaler Ebene. Das zeigt, wie wichtig die Rolle der Kommunen ist“, erklärte Dr. Yvonne Ilg vom Bundeszentrum für Ernährung.

Auf dem Deutschen Ernährungstag wurden außerdem gute Beispiele für kommunales Engagement vorgestellt: Etwa Ausschreibungen für Schulverpflegung, die regionale Produkte priorisieren oder Kooperationen mit lokalen Erzeugerinnen und Erzeugern, um frische Zutaten direkt in die Küchen zu liefern. Und Bildungsprojekte bringen Kindern und Jugendlichen die Herkunft von Lebensmitteln näher – etwa durch Schulgärten oder Hofbesuche.

Der Deutsche Ernährungstag 2026 machte deutlich, dass regionale Ernährung mehr als ein Trend ist: Sie ist eine gesellschaftliche Aufgabe mit klarem Mehrwert und kann nur gemeinsam gestaltet werden. Durch den Austausch von Wissen, die Stärkung lokaler Strukturen und die Einbindung aller Akteurinnen und Akteure können resiliente Ernährungssysteme entstehen, die Ökologie, Wirtschaft und Soziales zukunftsfähig verbinden. www.bzfe.de