Die Suche nach dem gesündesten Fleisch endet für gesundheitsbewusste Verbraucher oft beim Geflügel. Hähnchen und Pute zählen zum weißen Fleisch und genießen einen guten Ruf. Gesund sollen sie sein, nährstoffreich, mager und darmfreundlich. Anders als Rind, dessen Verzehr das Risiko für Darmkrebs erhöhen soll.

Manche Studien belegen einen Zusammenhang zwischen rotem Fleisch und dem Risiko für Krebserkrankungen des Dickdarms, andere bestätigen das nicht. Fakt ist, dass es viele mögliche Verursacher von Darmkrebs gibt, unter anderem die nicht beeinflussbaren Gene. Aber auch die Ernährung insgesamt. Wie viele krebsfördernde und wie viele vorbeugende Bestandteile wie Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine oder Omega 3 enthält sie? Wie werden die Lebensmittel zubereitet und kombiniert? So wirkt Rinderschinken auf Vollkornbrot mit Gemüse darmfreundlicher als auf Weißbrot und ohne Gemüse.
Basieren Studien auf internationalem Datenmaterial, so ist zu berücksichtigen, dass es global keine einheitliche Definition für rotes und weißes Fleisch gibt. In Deutschland gilt nur Geflügel als weißes Fleisch, nicht aber das helle Schweine- und Kalbfleisch. Das zählt hier zum roten, in vielen anderen Ländern zum weißen Fleisch.
Aktuell gibt es keinen ernährungsphysiologischen Grund, Rind, Kalb, Lamm, Schwein vom Speiseplan zu streichen. Jedes Fleisch, jedes Geflügel enthält spezifische Nährstoffe. Abwechslung ist der beste Rat. In Maßen genossen und in eine vollwertige, ballaststoffreiche Ernährung integriert ist Fleisch am gesündesten. Barbara Krieger-Mettbach