Dänemark punktet im Export

Der Export ist eine tragende Säule des dänischen Agrarsektors. Das gilt auch für die Hersteller von Nahrungs­mitteln. Deutschland ist mit Abstand der wichtigste Handelspartner der Branche, auch für den Dänischen Schweinesektor, der 2024 432.700 Tonnen Schweinefleisch inklusive Nebenprodukte und Fleischwaren sowie lebende Schweine an deutsche Kunden geliefert hat.

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    © Dänischer Fachverband der Land- und Ernährungswirtschaft
    2024 hat der dänische Schweinesektor knapp 1,8 Millionen Tonnen Schweinefleisch inklusive Nebenprodukte und Fleischwaren sowie lebende Schweine ausgeführt. Dänischer Fachverband der Land- und Ernährungswirtschaft
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    Bei den Ausfuhren in Drittländer ist China mit einem Volumen von 193.600 t weiterhin der wichtigste Abnehmer von Schweinefleisch aus Dänemark. Dänischer Fachverband der Land- und Ernährungswirtschaft
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    Deutschland ist nach wie vor der mit Abstand bedeutendste Ausfuhrmarkt für die dänische Agrar- und Ernährungswirtschaft. Dänischer Fachverband der Land- und Ernährungswirtschaft

Die dänische Agrar- und Ernährungswirtschaft ist im Exportgeschäft sehr gut aufgestellt. Nach Angaben des Dänischen Fachverbands der Land- & Ernährungswirtschaft wird die Branche mit Blick auf das Jahr 2024 wohl ein Rekordergebnis erzielen. Man erwartet einen Exportumsatz von umgerechnet rund 27 Milliarden Euro. Diese Entwicklung ist unter anderem auf gestiegene Nahrungsmittelpreise, aber auch auf einen steigenden Absatz in verschiedenen Warengruppen zurückzuführen. Die Ausfuhren von Nahrungsmitteln machen nach Angaben der Regierungsorganisation Statistics Denmark mit einem Wert von umgerechnet 20 Milliarden Euro den größten Anteil aus. Die Exporte des dänischen Schweinesektors waren zu Beginn des Jahres 2024 noch von fallenden Notierungen sowohl für Ferkel als auch für Mastschweine gekennzeichnet. Das hat sich aber im vergangenen Sommer wieder stabilisiert. Zunehmende Schlachtzahlen und Ausfuhren von lebenden Ferkeln trugen dann zur Steigerung der gesamten Schweine-Exporte bei.

Deutschland ist nach wie vor der mit Abstand wichtigste Ausfuhrmarkt für die dänische Agrar- und Ernährungswirtschaft. Im vergangenen Jahr hat die Branche auf Grundlage der bislang vorliegenden Daten Waren im Wert von mehr als 31 Milliarden Kronen (4,2 Milliarden Euro) an deutsche Kunden geliefert. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang von sieben Prozent. „Die deutsche Wirtschaft leidet unter einer sinkenden Nachfrage sowie steigenden Rohstoff- und Energiepreisen. Diese Stagnation beeinträchtigt auch die dänischen Exporte“, so die Begründung von Kirsten Vernon Kristiansen, Leiterin Export- und Marketing Management, im Dänischen Fachverbands der Land- & Ernährungswirtschaft. Auf den Plätzen zwei und drei im Export-Ranking folgen Schweden und Polen. Im letztgenannten Land stehen die Zeichen für die dänische Agrar- und Ernährungswirtschaft weiter auf Wachstum. 2024 verzeichnet die Branche auf Grundlage der bislang vorliegenden Daten im Geschäft mit Polen ein Erlösplus von vier Prozent. Dieser Zuwachs ist vor allem auf die zunehmenden Ferkelausfuhren zurückzuführen. Die stärksten Export- Steigerungen verbucht Dänemark 2024 im Nachbarland Norwegen und in den Vereinigten Staaten. Die Ausfuhren haben dort wertmäßig acht beziehungsweise neun Prozent zugelegt.

Dänische Ferkel sind im Ausland gefragt

Stichwort Ferkel. Dänische Ferkel sind bei ausländischen Schweineerzeugern offenbar beliebt. Nach Angaben des Dänischen Fachverbands der Land- & Ernährungswirtschaft sind die Ausfuhren der Jungtiere 2024 im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,3 Mio. Ferkel gestiegen. Insgesamt hat die Branche im vergangenen Jahr 30,8 Mio. Schweine erzeugt – 1,1 Mio. Tiere mehr als 2023. „Die steigende Produktivität und eine erhöhte Zuchtpopulation, die man im Rahmen der letzten Viehzählungen ermittelt hat, werden voraussichtlich auch in diesem Jahr zu einem Anstieg der Schweineproduktion in Dänemark von knapp vier Prozent führen. Das ist dann ein Zuwachs von rund 1,2 Mio. Schweinen“, heißt es in einer Stellungnahme des Dänischen Fachverbands der Land- & Ernährungswirtschaft. Derzeit gehen die Fachleute davon aus, dass die Ausfuhren von Absetzferkeln 2025 um etwa 750.000 Tiere zunehmen werden. Auch bei den Schlachtungen ist der dänische Schweinesektor optimistisch. Die Organisation erwartet, dass es dieses Jahr ein Plus geben wird und rund 400.000 Schweine mehr an den Haken kommen.

Deutschland auf Platz eins im Export-Ranking

Auch der dänische Schweinesektor ist im Exportgeschäft seit vielen Jahren sehr gut aufgestellt. 2024 hat die Branche knapp 1,8 Millionen Tonnen Schweinefleisch inklusive Nebenprodukte und Fleischwaren sowie lebende Schweine ausgeführt. Gegenüber 2023 ist das ein Plus von 387.000 t. Die Kunden in der Europäischen Union haben 1,12 Millionen Tonnen Ware geordert. Auf das Drittlands-Geschäft entfällt rund ein Drittel des Volumens, das sind knapp 600.000 t. Im EU-Ländervergleich hat Deutschland nach wie vor die Nase vorn. Polen belegt im Ranking den zweiten Platz und Italien folgt auf Platz drei. 2024 hat Dänemark 432.700 t Schweinefleisch inklusive Nebenprodukte und Fleischwaren sowie lebende Schweine an deutsche Kunden geliefert. Rund 401.000 t wurden nach Polen exportiert und knapp 121.000 t an die italienische Kundschaft. Im Vergleich zum Vorjahr sind das in den drei Ländern deutliche Steigerungen. Bei den Drittlands-Ausfuhren ist China mit einem Volumen von 193.600 t weiterhin der wichtigste Abnehmer. Auf Position zwei folgt das Vereinigte Königreich mit 141.200 t und Japan mit 66.300 t Ware. Auch in diesen Märkten verzeichnet der dänische Schweinesektor ein erhebliches Wachstum.

Dänemark bleibt Bio-Weltmeister

Die Nase vorn hat Dänemark auch, wenn es um das Thema Bio geht. Der Marktanteil von Bio-Lebensmitteln im dänischen Lebensmitteleinzelhandel beträgt 11,8 Prozent. Nirgendwo sonst auf der Welt ist der höher. Die Zahl stammt aus dem aktuellen Bericht „The World of Organic Agriculture“ des Schweizer Forschungsinstitutes für biologischen Landbau (FiBL), der im Rahmen der diesjährigen BioFach in Nürnberg vorgestellt wurde. Gefragt sind dänische Nahrungsmittel aus ökologischer Erzeugung auch im Ausland. Die Branche hat Bio-Lebensmittel im Wert von umgerechnet 470 Mio. Euro ausgeführt. Deutschland ist mit einem Anteil von 49 Prozent der wichtigste Ausfuhrmarkt. Schweden belegt mit 11 Prozent Platz 2 und dann kommen die Niederlande und China mit einem Wert von jeweils sechs Prozent.

Molkereiprodukte und Eier sind mit einem Umsatz von umgerechnet 135 Millionen Euro die umsatzstärksten Exportprodukte, gefolgt von Fleisch und Fleischerzeugnissen mit einem Erlös von rund 75 Millionen Euro. „Wir werden weiter hart daran arbeiten, unsere Position als Bio-Weltmeister zu behalten. Die Tatsache, dass die Verbraucher weiterhin ökologische Kernwerte wie Tierschutz, Natur und Umwelt unterstützen, gibt uns eine solide Grundlage für die Zukunft, in der wir uns weiterhin für einen noch stärkeren Öko-Sektor in Dänemark einsetzen werden“, sagt Kirsten Lund Jensen, Leiterin des Bereiches Ökologischer Landbau im Dänischen Fachverbands der Land- & Ernährungswirtschaft.

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