Im Jubiläumsjahr „70 Jahre Tiefkühlkost in Deutschland“ freut sich die Tiefkühlbranche über neue Absatzrekorde im Gesamtmarkt, im Handel, beim Verzehr pro Haushalt und beim Pro-Kopf-Verbrauch von Tiefkühlprodukten. Das zeigt die Absatzstatistik 2024 des Deutschen Tiefkühlinstituts e. V. (dti), die jährlich den Absatz von Tiefkühlprodukten in Deutschland insgesamt und aufgegliedert nach den Absatzmärkten Lebensmitteleinzelhandel/Heimdienste (LEH/HD) und Außer-Haus-Markt (AHM) ausweist. Zum ersten Mal weist die Absatzstatistik 2024 des Spitzenverbandes die neue Warengruppe „TK-Alternativprodukte (pflanzenbasiert)“ aus.

„Tiefkühlkost bleibt auch 2024 in der Erfolgsspur, trotz schwierigem gesamtwirtschaftlichen Umfeld“, so das Fazit von Sabine Eichner, dti-Geschäftsführerin. „Im Jubiläumsjahr ‚70 Jahre Tiefkühlkost in Deutschland‘ stellt die Kategorie damit erneut ihre Relevanz für eine leckere, frische und bezahlbare Lebensmittelversorgung unter Beweis. Tiefkühlprodukte sind dank der natürlichen Kraft der Kälte frischer als frisch und vor allem zeitsparend und unkompliziert zuzubereiten. Damit unterstützen sie die Menschen in ihrem Alltag, schenken Zeit für Gemeinschaft und unbeschwerten Genuss. Auch die hohen Ansprüche der Gastronomie erfüllen TK-Produkte optimal: Die Profis schätzen die Kalkulations- und Gelingsicherheit.“
LEH/HD: TK-Absatz knackt die 2-Millionen-Grenze
Im LEH/HD stieg der TK-Absatz 2024 um 1,7 Prozent auf 2,017 Millionen Tonnen (2023: 1,982 Millionen Tonnen). High Convenience ist weiter stark gefragt: Während Tiefkühlprodukte zum Selberkochen nur um 0,4 Prozent wuchsen, setzte der Bereich Fix & Fertig seinen positiven Trend mit einem Plus von 4,2 Prozent weiter fort. Wie bereits 2023 lagen auch im vergangenen Jahr vor allem TK-Pizza, Fertiggerichte und Snacks im Plus.
Die noch junge Subkategorie „TK-Alternativprodukte (pflanzenbasiert)“, die die dti-Absatzstatistik 2024 erstmals ausweist, musste 2024 einen kleinen Rückgang um 2,9 Prozent hinnehmen. Hierzu zählen Fisch- und Fleischalternativen sowie Gerichte auf pflanzlicher Basis. dti-Chefin Eichner: „Die Kategorie TK konnte ihre Position im Handel weiter stärken. Konsumentinnen und Konsumenten suchen frische und schnell zuzubereitende Lebensmittel, die zu ihrem Alltag passen. TK-Produkte machen hier ein perfektes Angebot, das immer mehr Verbraucher zu schätzen wissen.“
Absatz im Außer-Haus-Markt entwickelt sich weiter positiv
Auch im Außer-Haus-Markt setzte sich die positive Entwicklung 2024 fort. Der TK-Absatz erhöhte sich um 2,9 Prozent auf 2,12 Millionen Tonnen (2023: 2,061 Millionen Tonnen). Alle drei Teilsegmente Selberkochen, Fix & Fertig sowie Frühstück & Dessert lagen 2024 im Plus. Die Nase vorne hatte beim durchschnittlichen Mengenwachstum der Bereich Fix & Fertig mit 3,9 Prozent.
Besonders hervorzuheben ist das zweistellige Wachstum bei den erstmals ausgewiesenen „TK-Alternativprodukten (pflanzenbasiert)“ mit 17,8 Prozent. Besonders gefragt waren außerdem Kartoffelprodukte (v. a. Pommes Frites), die um 5,6 Prozent wuchsen. Deutlich ins Minus entwickelte sich TK-Fisch (- 4,7 Prozent), Fleisch lag mit 0,6 Prozent leicht im Plus. Diese Marktentwicklung passt zu den Ergebnissen der neuen dti-Studie „Ernährung 3.0 – Die Gemeinschaftsgastronomie zwischen Personalmangel und Ernährungswende“, wonach 97 Prozent der Betriebe bereits eine vegetarische Menülinie eingeführt haben.
„Steigende Kosten, der anhaltende Fachkräftemangel und rückläufige Besucherzahlen in einer angespannten wirtschaftlichen Lage stellen vor allem die Betriebe in der Gemeinschaftsgastronomie vor große Herausforderungen“, so die dti-Geschäftsführerin Sabine Eichner. „Für die Umsetzung überzeugender, nachhaltiger Ernährungskonzepte brauchen die Betriebe Lösungen, die betriebswirtschaftlich und geschmacklich überzeugen. Daraus begründet sich ein starker Rückenwind für hochwertige Tiefkühl-Lebensmittel, die flexibel und wirtschaftlich eingesetzt werden können.“
TK-Umsätze wachsen weiter
Der TK-Gesamtumsatz stieg 2024 um 2,7 Prozent auf 22,601 Milliarden Euro (2023: 22,017 Milliarden Euro) an. Im LEH/HD stieg der TK-Umsatz um 1,1 Prozent auf 11,77 Milliarden Euro (2023: 11,64 Milliarden Euro). Im Außer-Haus-Markt erhöhte sich der TK-Umsatz um 4,4 Prozent auf 10,84 Milliarden Euro (2023: 10,37 Milliarden Euro).
70 Jahre Tiefkühlkost in Deutschland
Seit 70 Jahren gibt es Tiefkühlprodukte in Deutschland. Bei der Lebensmittelmesse Anuga in Köln wurden 1955 in Deutschland erstmals Tiefkühlprodukte vorgestellt. Lag der durchschnittliche Verbrauch 1960 noch bei 800 Gramm pro Kopf und Jahr, sind es laut dti-Absatzstatistik 2024 inzwischen 50 Kilogramm Tiefkühlkost. Tiefgefrorener Spinat und TK-Suppengemüse waren in den Anfangsjahren besonders beliebt. Heute bietet der Handel laut YouGov Shopper Panel 2024 rund 11.000 Artikel an. 96 Prozent aller Haushalte kauften laut YouGov 2024 Tiefkühlprodukte. www.tiefkuehlkost.de