Symposium Essen + Trinken: Neustart für die Foodbranche

Insights, Impulse und ganz viel Inspiration: Mit einem hochkarätig besetzten KICK-OFF hat das Symposium Essen + Trinken (SET) die Foodbranche wachgerüttelt und auf die gemeinsamen Herausforderungen der Zukunft eingestimmt. Vor rund 150 Fachbesuchern und Journalisten haben 19 Experten aus Handel, Industrie, Branchenverbänden, Landwirtschaft und Wissenschaft im Dampfdom der Münchner Motorworld gemeinsam nach Lösungen gesucht, mit denen die Lebensmittelbranche den Herausforderungen einer disruptiven Gegenwart und ungewissen Zukunft begegnen kann.

Beim diesjährigen KICK-OFF des Symposium Essen + Trinken Anfang März wurden die zukünftigen Herausforderungen für die Foodbranche erörtert. - © Engels / Uli Schneider / 78628 Rottweil

Antworten auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen haben die Teilnehmer an der Veranstaltung nicht nur in innovativen und branchenverändernden Ideen wie KI, Smart Stores oder True-Cost-Ansätzen gefunden, sondern vor allem im stärkeren Schulterschluss entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

„Im Rahmen der Lebensmittelbranche lauten die Gebote der Stunde Gemeinschaft und Zusammenhalt. Beides haben wir mit der Transformation des Symposium Essen + Trinken und seiner neuen Formate auf dem KICK-OFF erstmals demonstrieren dürfen“, freut sich SET-Geschäftsführerin Cécile Möhring über den gelungenen Auftakt. Und SET-Geschäftsführerin Natalie Gerits ergänzt: „Der von so vielen Experten zelebrierte Blick in die Glaskugel hat deutlich werden lassen, wo die Herausforderungen der Branche liegen. Und im engen Schulterschluss und mit faszinierenden Impulsen für die Branche bereits erste Antworten zutage gefördert. Dafür möchte ich allen Teilnehmern ganz herzlich danken.“

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Dass das insbesondere auch für den Beginn einer neuen Zeitrechnung in der Lebensmittelbranche gilt, das dürfte auch Daniel Anthes gespürt haben, als er das Publikum unter dem Motto „Die Zukunft is(s)t jetzt!“ am 6. März im Dampfdom der Münchner Motorworld begrüßen durfte. Der Food- und Nachhaltigkeitsexperte führte durch einen Konferenztag, der ganz im Zeichen disruptiver Umbrüche und innovativer Antworten auf die brennenden Fragen der Foodbranche stand.

Aussichten machen Mut

Die gesamtwirtschaftlichen Perspektiven auf Märkte, Konsum und Ernährung, die Professor Dr. Stefan Kooths (Direktor, Forschungsgruppe Konjunktur und Wachstum, IfW Kiel) in der Eröffnungs-Keynote aufzeigte, machten Mut in der Krise, da sie aufzeigen konnten, dass die Ernährungsbranche den industriellen Abseitstrend nicht mitmacht. Auch die Frage um „Butter oder Kanonen?“ wird in seinen Augen erst mittelfristige Auswirkungen auf dem Markt mit sich bringen.

Anschließend suchte Handels-Zukunftsforscherin Theresa Schleicher den Dialog mit dem technologischen Morgen. Antworten gab sie mit einem spannenden Vortrag zur Zukunftsfähigkeit von Next Growth, bei dem unter anderem Local Exotics sowie die Vielfalt der Konsumenten von Morgen im Mittelpunkt standen.

Publizist und Berater Hendrik Haase startete mit Robotervideos in seinen Impulsvortrag, der klar machte: „Daten sind eine Zutat, die wir unbedingt nutzen sollten“ – auch um als Deutschland den digitalen Kulturwandel nicht zu verschlafen. Zwischen digitaler Revolution und kulinarischer Verantwortung entdeckten Haase und seine Gesprächspartner/-innen Dr. Marcus Girnau (Stellv. Hauptgeschäftsführer, Lebensmittelverband Deutschland e.V.), Professor Dr. Stefan Kooths, Theresa Schleicher, Manfred Vondran (Geschäftsführer, Aachener Printen- und Schokoladenfabrik Henry Lambertz GmbH & Co. KG) und André Weltz, (Vorstandsvorsitzender, Badischer Winzerkeller eG) schließlich den Motor einer nachhaltigen Ernährungsbranche in der Selbstverpflichtung der Unternehmen. Dabei sprachen sie sich klar für eine Deregulierung, eine Fehler- statt einer Verbotskultur und, in den Worten von Kooths, etwas mehr „Wild-West-Mentalität“ aus.

Daniel Anthes und Dr. Silke Lichtenstein, die wissenschaftliche Leiterin der Dr. Rainer-Wild-Stiftung, fassten die erste Konferenzhälfte einordnend zusammen: „Wir brauchen runde Tische, die dazu einladen, auf Augenhöhe zusammenzukommen – zu einem gemeinsamen Dialog. Wir müssen mehr ausprobieren und voneinander lernen, von Erfolgen, aber auch von Misserfolgen.“

Nachhaltigkeit rund um die Uhr

Auch im zweiten Teil der Konferenz ging es unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeits- und Gesundheitsaspekten noch einmal auf eine Reise in die Zukunft, in der autonom funktionierende Smart Stores darauf warten, die Verbraucher am besten rund um die Uhr mit nachhaltigen Lebensmitteln zu versorgen. Ein Panel sorgte für rege Diskussionen zwischen Branchengrößen wie Klaus Albus (Manager Smart Stores, Lekkerland SE / Projekt Smart Box), Christian Maresch (Geschäftsführer, Tante-M Holding GmbH) und Prof. Dr. Stephan Rüschen. Es zeigte auf, dass die unbemannten Läden die Lebensqualität in ländlichen Gegenden und das Einkaufserlebnis zum Beispiel in Krankenhäusern und an Flughäfen durch ihre flexiblen Verkaufszeiten enorm steigern können. „Wir müssen nach den Kundenbedürfnissen gehen“, lautet das Fazit von Prof. Dr. Rüschen.

Foodbranche im Wandel

Nicht weniger spannend war der Einblick, den Professor Dr. Carsten Leo Demming (Studiengangsleiter BWL-Food-Management, DHBW Heilbronn) und Jochen Matzer, Geschäftsführer Food Harbour Hamburg, in die Hindernisse und Chancen des Wandels in der Foodbranche gaben. Zwar stünden Faktoren wie Ressourcenverfügbarkeit und Regulatorien zukunftsweisenden Veränderungen oft entgegen. Allerdings stelle die Vermeidung von innovativen Entwicklungen auch ein enormes Risiko für Unternehmen dar.

Auch Professor Dr. Carsten Kortum, Studiengangsleiter für BWL-Handel, und sein Kollege Professor Dr. Stephan Rüschen von der DHBW Heilbronn stellten eine faszinierende Studie vor. Sie machte deutlich, dass dem grünen Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit oft die graue Realität der Bezahlbarkeit gegenübersteht. Dieser Umstand könnte allerdings durch den True-Cost-Ansatz oder Round-Table-Initiativen geändert werden, die es dem Handel ermöglichen, gemeinsam im Gleichschritt Transformationsprozesse zu treiben.

Nachhaltigkeit ist das Ziel

Diese und weitere Chancen und Hindernisse in der Lebensmittelbranche wurden auch in der abschließenden Podiumsdiskussion mit Felix Ahlers (Vorstandsvorsitzender, Frosta AG), Arne Wiest (Geschäftsführer Einkauf Food, Lidl in Deutschland), Marie Ammann (Senior Startup und Innovation Manager, BayWa AG), Tanja Dräger (Themenmanagerin für nachhaltige Ernährung) und Steffen Mucha (Geschäftsführer, Öko-Bauernhöfe Sachsen GmbH) erörtert. „Nachhaltigkeit ist auch ein Thema von Wertschätzung“, betonte Mucha, während Ahlers für mehr Transparenz, unter anderem in Hinsicht auf die Herkunft von Rohstoffen, bei verarbeiteten Produkten plädierte. „Die einfache Wahl muss die nachhaltigere sein. Da müssen wir hin“, waren sich alle einig.

„Wir wissen vieles, aber ins Handeln zu kommen, macht den Unterschied. Und wir brauchen Austausch – er wird uns in der Zukunft helfen, vieles zu lösen.“ Mit diesem abschließenden Statement leiteten Daniel Anthes und Dr. Silke Lehmann schließlich das Ende der Konferenz ein.

Im nächsten Jahr findet der KICK-OFF by Symposium Essen + Trinken am 10. März 2026 statt. www.s-e-t.com