Treffpunkt der Fleischer

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    Zum 134. Deutschen Fleischer-Verbandstag kamen neben den Delegierten auch wieder zahlreiche Gäste, um sich mit den Vertretern des Fleischerhandwerks auszutauschen. DFV
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    DFV-Präsident Dohrmann rief dazu auf, die Herausforderungen der Zeit mit einer positiven Grundhaltung anzugehen. DFV
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    Am zweiten Tag der Veranstaltung berichteten die Mitglieder des DFV-Präsidiums Eckhart Neun, Nora Seitz, Dagmar Groß-Mauer und Konrad Ammon aus ihren jeweiligen Ressorts. DFV
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    Viel Zuspruch erhielt das DFV-Präsidium auf der Mitgliederversammlung von den ­Delegierten. DFV

„Eine sachliche Analyse, beharrliches Arbeiten und konstruktives Handeln“ – daran soll sich auch zukünftig das Handeln der Branche orientieren, um der Stimme des Fleischerhandwerks in der Politik Gehör zu verschaffen und Positives für die Betriebe zu erreichen. Das machte DFV-Präsident Herbert Dohrmann in seiner Eröffnungsrede beim 134. Deutschen Fleischer-Verbandstag in Travemünde deutlich.

Neben der Bürokratie stand auf dem Verbandstag vor allem der Arbeitskräftemangel im Fokus. Vor diesem Hintergrund sei zu beachten, so Dohrmann, dass die „Arbeitswelt sich … in einem deutlichen Umbruch“ befinde. Die Menschen wollen immer weniger arbeiten, es wird eine Vier-Tage-Woche gefordert, bei gleichem Lohn. Und eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit kommt sowieso für die meisten gar nicht Betracht. Arbeit wird zunehmend als „notwendiges Übel“ gesehen. Daraus ergibt sich die Frage, welchen Platz das personalintensive Fleischerhandwerk in der Arbeitswelt der Zukunft einnehmen kann.

Hierzu hielt der Autor und Unternehmer Stefan Dietz ein Impulsreferat, in dem er Ansätze aufzeigte, wie man den Trends zu immer weniger Arbeitszeit und Homeoffice aktiv begegnen kann. Insbesondere, so seine Kernaussage, wird es darauf ankommen, deutlich zu machen, dass die Arbeitsplätze im Handwerk eben nicht ins Ausland verlagert werden können, wie das bei Büroarbeit in vielen Fällen problemlos möglich ist. Diesen Vorteil kann man ausspielen, vor allem dann, wenn es gelingt, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Dabei kommt es nach seiner Ansicht nicht nur auf die Bezahlung an, die zwar fair, aber nicht überhöht sein muss. Viel wichtiger ist es, dass die eigenen Mitarbeiter in ihrem Umfeld positiv für das Unternehmen werben.

Das Thema wurde anschließend in einer Podiumsdiskussion aufgegriffen, an der neben dem Referenten DFV-Präsident Herbert Dohrmann und der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Jörg Dittrich, teilnahmen. Hier wurden vor allem die richtigen politischen Rahmenbedingungen eingefordert. Dittrich betonte dabei zum Beispiel, dass nicht akzeptabel ist, wenn Berufsschulen und Bildungseinrichtungen des Handwerks vernachlässigt werden, während die akademische Bildung bevorzugt wird.

Positive Ansätze aufgreifen

Schon zuvor in ihren Reden hatten die Präsidenten Dohrmann und Dittrich drängende politische Themen aufgegriffen. So monierte Dohrmann insbesondere, dass die Unzufriedenheit, die vielerorts wahrzunehmen ist, von der Ampel-Regierung hausgemacht ist. An verschiedenen Beispielen machte er deutlich, dass das Regierungshandeln an der Lebenswirklichkeit der großen Mehrheit der Menschen vorbeigeht und „an vielen Stellen von Streit und Ideologie geprägt ist“. Darin liegt auch ein wesentlicher Grund dafür, dass sich die Wähler Parteien zuwenden, die zwar keine Konzepte haben, die Unzufriedenheit aber geschickt aufnehmen.

Bei aller berechtigten Kritik darf man aber nach Aussage des DFV-Präsidenten die positiven Ansätze nicht übersehen. Er verwies auf den aktuellen Ernährungsreport der Bundesregierung, der belegt, dass zuletzt vor allem bei jungen Menschen der Fleischkonsum zugenommen hat. Es ist nun Aufgabe der Unternehmen und der Verbände des Fleischerhandwerks, diese Erkenntnisse noch deutlicher als bisher nach außen zu tragen.

Bundestagswahl im Blick

Am zweiten Tag des Verbandstages tagte mit der Delegiertenversammlung das höchste Gremium des DFV. Neben der Berichterstattung durch den Präsidenten und die Präsidiumsmitglieder stand hier vor allem der kommende Bundestagswahlkampf im Fokus. Der DFV hat hierzu zehn Kernforderungen formuliert, die gegenüber den politischen Parteien vertreten werden sollen. Jedem Delegierten wurden mehrere Karten zur Verfügung gestellt, auf denen die Forderungen schlagwortartig aufgeführt werden. Ein QR-Code führt zu den ausführlichen Beschreibungen der Thesen.

Diese Karten sollen an die Bundestagskandidaten ausgegeben und als Grundlage für Gespräche mit Politikern genutzt werden.

Auszeichnung für DFV-Präsident Dohrmann

Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung wurde DFV-Präsident Herbert Dohrmann mit einer besonderen Ehrung ausgezeichnet. Für sein langes und erfolgreiches ehrenamtliches Engagement für das Handwerk auf Innungs-, Landes- und Bundesebene sowie im Präsidium des ZDH wurde er von ZDH-Präsident Jörg Dittrich mit der höchsten Ehrung des Handwerks, dem Handwerkszeichen in Gold, ausgezeichnet.

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