Thekenfrage: Fördert Wurst mit Jodsalz Schilddrüsenkrankheiten?

Mit Jodsalz hergestellte Wurst kann zur Verbesserung der Jodversorgung beitragen. Bei normalem Verzehr ist keine Überjodierung durch Wurst möglich. - © Barbara Krieger-Mettbach

Viele Erkrankungen der Schilddrüse entstehen durch Jodmangel. Jodsalz beugt diesem vor und trägt zur Gesunderhaltung des Organs bei. Dem Jodmonitoring des Robert-Koch-Institutes (RKI) zufolge decken hierzulande 32 Prozent der Erwachsenen und 44 Prozent der Kinder und Jugendlichen ihren Bedarf nicht. Gemäß den WHO-Kriterien herrscht in Deutschland ein leichter Jodmangel.

200 Mikrogramm Jod täglich empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Erwachsene. Da Salz vor allem mit Fertiggerichten und verarbeiteten Lebensmitteln aufgenommen wird, trägt Jodsalz aus dem Streuer nur etwa 40 Mikrogramm zur täglichen Zufuhr bei. Um den Bedarf zu decken, sind mit Jodsalz hergestellte Lebensmittel unerlässlich. Die Begrenzung von 15 bis 25 Mikrogramm Jod je Gramm Salz schließt eine Überjodierung aus, wie das folgende Beispiel zeigt: 2022 konsumierte jeder Durchschnittsbürger 25 kg Wurst und andere Fleischerzeugnisse, also gut 68 g pro Tag. Wären alle Produkte mit 2,5 g Jodsalz je 100 g hergestellt worden, hätten sie rund 33 Mikrogramm Jod zum Bedarf beigetragen. Das entspricht 16,7 Prozent der Tagesempfehlung.

Die Therapie einer bestehenden Erkrankung der Schilddrüse gehört in ärztliche Hände. Selbst wenn Medizinier aufgrund dessen zu einer jodärmeren Ernährung raten, dürfen Betroffene Wurst mit Jodsalz essen. Meiden müssen sie nur jodreiche Lebensmittel wie Seefisch und Algen. Ihren Milchkonsum begrenzen sie auf 250 ml pro Tag.