
2019 informierte das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) über neuartige Infektionserreger namens Bovine Meat and Milk Factors (BMMF) in europäischen Rindern. Der Verzehr im frühen Säuglingsalter stand in Verdacht, Entzündungen in Darm- und Brustgewebe hervorzurufen, die Jahrzehnte später die Krebsentstehung fördern sollen. Es wurde geraten, Säuglinge im ersten Lebensjahr nicht mit Kuhmilch und Rindfleisch zu füttern.
Seitdem beschäftigten sich verschiedene Forschungsgruppen mit den Thesen, was zu einer Neubewertung führte. Das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Max Rubner Institut sehen in den BMMF keine neue Art von Erregern, sondern Varianten bereits bekannter DNA-Sequenzen, die nicht nur in europäischen Rindern, sondern in vielen weiteren tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen. Nach aktuellem Stand seien durch den Verzehr keine gesundheitlichen Folgen zu erwarten. Aufgrund der spezifischen Nährstoffmuster empfehlen die Wissenschaftler, Säuglingen unter einem Jahr wie bisher Kuhmilch zu füttern sowie die Beikost mit Rindfleisch aufzuwerten. Entsprechend dürfen Verkaufskräfte an der Fleischtheke den Eltern von Säuglingen neben anderen Fleischarten weiterhin Rindfleisch empfehlen, vor allem vor dem Hintergrund seines hohen Gehaltes an Eisen, Zink und Vitamin B12.