„Nachdem das Tierwohl in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist“, betont Rudolf Bühler, Vorsitzender der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, „wollen wir den nächsten Schritt gehen und die klimafreundliche Fleischerzeugung vorantreiben“. Zusammen mit Universitäten, Wissenschaftlern und Verbänden arbeitet die BESH an einem Qualitätssiegel für klimaresilient erzeugtes Fleisch.

Weil einige Menschen Fleisch für klimaschädlich halten, verzichten sie oft auf den Konsum. Dabei lassen sich Futter und Tiere so produzieren, dass sie die Klimabilanz nicht übermäßig strapazieren. „Es soll in Zukunft guten Gewissens möglich sein, ethisch und ökologisch korrekt erzeugte Fleischprodukte zu essen“, gibt Rudolf Bühler das Ziel aus. „Wenn wir Fleisch und Wurst essen, dann gute Qualität: aus artgerechter Haltung, direkt von den Höfen aus der Region und klimafreundlich produziert.“
Die BESH als Vorbild
Die BESH hat seit Jahren auf diesem Gebiet eine Führungsrolle inne: Seit 1988 gibt es hier die artgerechte Tierhaltung – schon lange bevor es in der breiten Bevölkerung ein Thema war. Seit drei Jahren arbeitet die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall an der Optimierung ihrer Klimabilanz: „Wir bieten bereits jetzt Bio-Fleisch an, das bei der Produktion 49 Prozent weniger CO2-Emissionen verursacht und Qualitätsfleisch mit weniger als 31 Prozent verglichen mit konventioneller Erzeugung“, erklärt der Vorsitzende. Um das zu erreichen, erhalten die Tiere gentechnikfreies Futter, Erbsen, Bohnen und Soja aus der Region. Sie werden artgerecht gehalten (Stufe 4 und 5) und haben kurze Transportwege in den Erzeugerschlachthof Schwäbisch Hall. Die Schlachtung dort erfolgt CO2-frei. Die gesamten Schlachttiere werden verwertet. Die Abfälle landen in einer Biogasanlage, nicht in der Verbrennung.
Fleisch klimafreundlicher erzeugen
Nun hat die BESH ein zukunftsweisendes Forschungsprojekt der EU gewonnen, das den Prozess der Fleischerzeugung vom Acker bis zum Teller noch klimafreundlicher gestalten soll. Es hat eine Laufzeit bis Ende 2024. Eine neu gebildete Gruppe aus hochkarätigen Fachleuten begleiten das Vorhaben wissenschaftlich. Mit dabei sind unter anderem Prof. Dr. Wilhelm Pflanz und Prof. Dr. Peter Breunig (Hochschule Weihenstephan-Triesdorf), Prof. Dr. Bernhard Freyer (Universität für Bodenkultur Wien), Prof. Dr. Thomas Jungbluth, (ehemals Universität Hohenheim) sowie Prof. Dr. Jörn Bennewitz (Universität Hohenheim).
Eine Zertifizierung ist das Ziel
Am Ende des Forschungsprojekts soll eine Zertifizierung des klimaresilient erzeugten Fleischs stehen: Bisher bietet nur der TÜV Süd ein solches Testat an, ab 2024 dann auch das Bio-Kontroll-Institut im Schloss Kirchberg/Jagst. „Wir Hohenloher Bäuerinnen und Bauern haben in Zukunft nur eine Chance, wenn wir weiterhin Produkte von höchster Qualität anbieten“, ist sich der Vorsitzende der BESH sicher. „Wir müssen dabei die Qualitätsführerschaft halten und dürfen nicht dem Trend zur industriellen Produktion hinterherlaufen.“ Dazu zählt das Fleisch des Schwäbisch-Hällischen-Landschweins bzw. des Qualitätsfleischprogramms als „geschützte geografischer Angabe“ (g.g.A.) der BESH. Um auch in den nächsten Jahren führend sein zu können, „müssen wir Entwicklungen spüren, erkennen und umsetzten“, folgert Rudolf Bühler. www.besh.de