Klimaschutz ist das A und O

In Dänemark wird an vielen Stellschrauben gedreht, um die ehrgeizigen Klimaschutzziele zu erreichen. Dabei rückt im Schweinesektor unter anderem der Einsatz von Futtermitteln in den Fokus, die einen Großteil der Treibhausgasemissionen in der Schweineproduktion verursachen. Die Landwirtschaft ist für rund ein Viertel der gesamten Treibhausgasemissionen in Dänemark verantwortlich. CO2, Methan und Lachgas sind die wichtigsten Treibhausgase. Und die sollen in den kommenden Jahren im Königreich deutlich reduziert werden. Schließlich will die dänische Agrar- und Ernährungswirtschaft im Jahr 2050 Nahrungsmittel ausnahmslos klimaneutral erzeugen.

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    © Dänischer Fachverband der Land- und Ernährungswirtschaft
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    Seit Mai 2023 muss der Gülle-­Austrag in allen neu errichteten dänischen Schweineställen mindestens alle sieben Tage erfolgen, wodurch die Methan-Emissionen um bis zu 45 Prozent reduziert werden sollen.
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    Dänische Futtermittelproduzenten haben bereits Vorschläge zu klimaverträglicheren Futtermitteln in der Schweinemast vorgelegt.

Seit Mai 2023 ist in Dänemark gesetzlich vorgeschrieben, dass der Gülle-Austrag in allen neu errichteten Ställen mindestens alle sieben Tage erfolgen muss. Landwirte sind verpflichtet, die entsprechenden Prozesse zu dokumentieren. Auf diese Weise sollen die Methan-Emissionen um bis zu 45 Prozent reduziert werden. „Im Jahr 2030 sollen außerdem rund 60 Prozent der in Dänemark anfallenden Schweine-Gülle in Biogas-Anlagen zur Energiegewinnung genutzt werden“, sagt Christian Fink Hansen, Direktor Sektor Schwein im Dänischen Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft. Der Wirtschaftsverband Biogas Danmark hat auf seiner Jahreshauptversammlung Ende März dieses Jahres die Weichen für die Zukunft bereits entsprechend gestellt.

Heimische Eiweißpflanzen haben die Nase vorn

Auch in Sachen Futtermittel gibt es einiges zu tun, denn rund 70 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in der Schweineproduktion sind der Futtermittelproduktion zuzurechnen. Insbesondere Palmöl und nicht zertifizierte Sojaprodukte fallen hier ins Gewicht.

Ein Verzicht auf diese Futtermittel kann die Klimaauswirkungen demzufolge deutlich verringern. „Wir brauchen Lösungen, welche die Branche bei der CO2-Senkung ein gutes Stück weiterbringen. Und wir müssen zeigen, dass wir gemeinsam mit innovativen Unternehmen und Universitäten weitere Lösungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Schweinesektor entwickeln können“, so Christian Fink Hansen.

Dänische Futtermittelproduzenten, darunter die Unternehmen DLG, Danish Agro, BAT Agrar und Hedegaard, arbeiten bereits gemeinsam mit dem SEGES Pig Research Centre an der Entwicklung alternativer Lösungen und haben bereits Vorschläge zu klimaverträglicheren Futtermitteln in der Schweinemast vorgelegt. „Die Ergebnisse zeigen, dass einheimische Eiweißlieferanten wie Erbsen und Ackerbohnen ein höheres Reduzierungspotenzial gegenüber Soja aufweisen als beispielsweise Sonnenblumen- und Rapskuchen. Neben diesen und anderen bekannten Eiweißquellen befassen sich die Experten aber auch mit weiteren Alternativen wie Grasprotein“, erklärt Tina Sødring Bech Petersen, Sonderberaterin, beim SEGES Pig Research Centre.

Aktionsplan für pflanzliche Lebensmittel

Übrigens hat sich die Anbaufläche für eiweißreiche Pflanzen in Dänemark von 2017 bis 2022 verdoppelt. Und das liegt unter anderem daran, dass eine pflanzliche Ernährung auch bei immer mehr dänischen Verbrauchern in den Fokus rückt. „Die dänischen Lebensmittelhersteller haben ebenfalls eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um mehr hochwertige pflanzliche Lebensmittel zu produzieren. Dabei konzentrieren sich die Unternehmen überwiegend auf die Verwendung von dänischem Pflanzeneiweiß als Rohstoff“, berichtet Sarah Fuglsig, Chefberaterin im Dänischen Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft.

Um die ehrgeizigen Klimaschutzziele zu erreichen, hat die dänische Regierung unter anderem den nationalen Aktionsplan für pflanzliche Lebensmittel eingerichtet. Dafür hat man einen Fonds mit umgerechnet mehr als 90 Mio. Euro bereitgestellt. „Die Mittel aus dem Fonds werden als Katalysator für die weitere Entwicklung pflanzlicher Lebensmittelprodukte wirken, die nachhaltig, qualitativ hochwertig, nährwertorientiert und schmackhaft sind“, betont Sarah Fuglsig. Verschiedene Forschungseinrichtungen und Universitäten im Königreich sowie der dänische Lebensmitteleinzelhandel und die Verbraucher seien in den Aktionsplan eingebunden.

Auch immer mehr Unternehmen in Dänemark engagieren sich für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit von Scandic Hotels, der größten Hotelkette des Landes und dem Unternehmen Perfect Season, das ausnahmslos Bio-Lebensmittel herstellt.

Die Verantwortlichen von Scandic Hotels haben sich zum Ziel gesetzt, dass bis spätestens 2025 rund 60 Prozent der in den Hotels ­verzehrten Lebensmittel pflanzlich sind. Ökologie und dänische Rohstoffe sollen dabei im Mittelpunkt stehen. Gemeinsam arbeiten die beiden Partner unter anderem an vegetarischen Menüs.

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