Die Politik zu Gast bei Metzgerei Meyer in Nürnberg

Selbst gefüllt: Stolz auf ihre original Fränkischen Bratwürste zeigten sich (v.l.) OB Marcus König, Markus Söder und Michaela Kaniber. Georg Meyer gab professionelle Anleitung. Buchmann - © Buchmann

„Ein Leben ohne Bratwurst ist möglich, aber nicht lebenswert“, findet Markus Söder. Bei einem Besuch der Metzgerei Meyer in Nürnberg outete sich der bayerische Ministerpräsident nicht nur als Fleisch- und Wurst-Fan, sondern legte auch ein „klares Bekenntnis zu Handwerk und Mittelstand“ ab. Die Metzger stünden heute für hochwertige Nahrungsmittel aus regionaler Herkunft und eine Vielfalt von Edel-Steak bis Feinkost.

Begleitet wurde Söder von Bayerns Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Michaela Kaniber (CSU), Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König, Mittelfrankens Bauernverbands-Präsident Peter Köninger und dem Geschäftsführer des Fleischerverbandes Bayern, Lars Bubnik.

Die Metzgerei Meyer wählte man aus gutem Grund: Der seit 1967 bestehende Traditionsbetrieb ist ein echtes Vorzeigeobjekt, wurde vom Magazin „Der Feinschmecker“ schon zur besten Metzgerei Bayerns gekürt und hat sich auf besonders hochwertige Angebote spezialisiert. Beispielsweise auf das Schweinefleisch vom Schwäbisch-­Hällischen Landschwein, Bio-Rindfleisch von einem Bauern aus Schwarzenbach an der Saale oder Fleisch vom Jura-Wagyu-Rind aus einer Zucht in der Fränkischen Schweiz.

„Sie haben eine der größten und schönsten Theken, die ich je gesehen habe“, lobte Markus Söder die Familie Meyer. Hier lasse sich genießen. Um solch kleine und feine Betriebe zu unterstützen, habe die bayerische Politik schon einiges getan, betonte der CSU-Politiker. Etwa die Reduzierung der Fleischhygienegebühren im Schlachtbereich oder die Einführung des Meisterbonus und die jüngste Erhöhung auf 3.000 Euro. Letzteres soll auch den Fachkräfte- und Betriebsnachfolgermangel beheben helfen. Er würde sich wünschen, dass der Metzgerberuf in Schulen öfter für Praktika empfohlen würde. „Ernährungsverbote“ lehnt der Ministerpräsident vehement ab: „Was wäre eine Kindheit ohne Leberkäse?“, fragte er vor einer Vielzahl von Medienvertretern.

In der Metzgerei Meyer hat man den Generationswechsel bereits geschafft: Nach Gründer Wilhelm und dessen Sohn Gerhard ist seit kurzem Enkel Georg Meyer mit Schwester Anne Meyer am Ruder. Mit inzwischen 50 Mitarbeitern bietet man neben Ladengeschäft, Catering, Partyservice und mobilem Mittagstisch auch monatliche Bratwurst-Seminare, in denen Grill-Fans ihre Wurst selbst herstellen und dabei Lieblingszutaten wie Bier oder Meerrettich mit einbringen können. Die Chance auf eine solche Praxis-Übung ließ sich auch die Polit-Prominenz nach einem Rundgang von Verkaufs- und Fleischkühlraum bis zur Wurstküche nicht entgehen. Unter Anleitung von Juniorchef Georg Meyer, der mit seinem Team im Winter 100 und im Sommer bis zu 400 Kilogramm Bratwurst täglich herstellt, füllten sie Original „Fränkische“ im typischen Bändel­darm (die kleinen „Nürn­berger“ stecken im Schaf­saitling). Die recht ansehnlich geratenen Premierenstücke ließ Seniorchefin Gabriele Fruth-Meyer fix braten und überreichte sie dem Trio als herzhafte Wegzehrung.

Ihr Gatte Gerhard, ehemaliger stv. Obermeister der Fleischer-Innung Nürnberg und aktiver Jäger, ließ im Gespräch mit Söder und Kaniber auch kritische Themen anklingen – vom dramatischen Rückgang der Schweinemastbetriebe in Bayern über bayerische Regionalsiegel für im Ausland erzeugtes, aber hier zerlegtes Fleisch bis zur hohen Wolfpopulation. Söder, der selbst aus einer Handwerkerfamilie stammt nahm die Argumente zur Kenntnis – und verriet nebenbei sogar sein Lieblingsgericht: drei grobe fränkische Bratwürste mit Spargel und Salat.

www.metzgerei-meyer.de