Frischfleisch wird in Schnitzel, Brühwurst zu Aufschnitt geschnitten, Gefrierfleisch zu Geschnetzeltem zerkleinert, Gemüse und Obst zu filigranen Streifen geraspelt: Schneidemaschinen in Lebensmittelproduktionsbetrieben müssen viele Rohwaren verarbeiten. Exakter Schnitt, Portionsgenauigkeit und „High-Speed“ sind Trumpf.
Nicht allein die Verarbeitungskapazität von bis zu mehreren Tonnen pro Stunde und die Geschwindigkeit von Hunderten Cuts pro Minute sind das große Plus moderner Portionier- oder Mehrzweckschneider. Knochenloses Rindfleisch schneiden sie fest eingepasst etwa zu perfekten Steaks, knochenhaltiges Schweinefleisch zu einheitlichen Würfeln, gereifte Salami, gekochten Schinken oder Käse auf den Millimeter genau in verkaufsfertige Scheiben.
Höchste Präzision und gleichmäßige Stückigkeit sind hier auch wirtschaftliche Argumente, um die Ausbeute zu erhöhen und „Ausschuss“ oder nicht verwertbare Abschnitte zu vermeiden.
Wichtige Aspekte sind zudem die Qualität der Messer, die einfache und ergonomische Beladung (zum Beispiel über Kippvorrichtung oder Förderband), die schonende Komprimierung, die Sicherheit des Bedieners durch Unfallschutzvorrichtungen und die (elektronische) Steuerung des Gerätes via Touch-Display.
Bei der Entscheidung für ein Modell sollte der möglichen Integration in eine vorhandene Produktionslinie – zum Beispiel mit benachbarten Entschwartungs- und Verpackungsmodulen – sowie der Größe der Füllkammer ein Augenmerk gelten und überdies der Wartungsfreundlichkeit etwa beim Wechsel der Schneidwerkzeuge oder der leichten Reinigung durch hygienisches Design der Geräte und ihrer Edelstahloberflächen. Industriebetriebe werden eher auf automatische, Handwerksbetriebe gegebenenfalls auf manuelle Förderung zu Slicer & Co. setzen. Für alle sollte in Zeiten hoher Strompreise der sparsame Energieeinsatz auf der Checkliste stehen.
Die Fleischerei stellt nachfolgend diverse Schneidemaschinen und Gefrierfleischschneider mit ihren Leistungsmerkmalen und Einsatzmöglichkeiten in Industriebetrieben vor.
Skaliertes Portfolio

Weber Maschinenbau, Breidenbach, legt Wert auf präzise Schneidergebnisse. Ob weiche Brühwurst oder harter Rohschinken – Lebensmittelproduzenten finden für jedes Produkt und jede Anforderung den optimalen Slicer.
Auf der interpack 2023 launchte der Hersteller einen neuen Slicer für den Einstieg in die industrielle Aufschnittproduktion. Der weSLICE 1000 eignet sich für den Handwerksbereich oder die Produktion kleiner Chargen. Dabei macht der kleine Slicer keinerlei Abstriche bei Schneid- und Verarbeitungsqualität und überzeugt durch Präzision und perfekte Ablage. Der Kreismesserslicer verarbeitet Produkte mit einer Länge von bis zu 1.000 Millimeter bei einer Geschwindigkeit von maximal 400 Schnitten pro Minute. Beladen wird manuell, der Abtransport der geschnittenen Portionen erfolgt über das integrierte Universalband. Dank der dauergeschmierten Ausführung sowie Hygiene Design ist der Slicer wartungsfreundlich und hygienisch. Für Bedienerfreundlichkeit sorgt das integrierte Touch Display.
Auch der Slicer 305 eignet sich als Einstiegsmodell in die High-Tech-Schneidtechnologie. Der Kreismesser-Slicer mit manueller Beladung ist einfach zu bedienen, Produkte können leicht gewechselt werden und Schneidkante sowie Seitenanschlag sind auf die Produktbreite einstellbar. Im Gegensatz zum weSLICE 1000 gibt es hier die Möglichkeit, eine Ausführung mit Interleaver zu wählen.
Die weSLICE 4000er Modelle eignen sich für Vollsortimenter. Bei mittlerer Leistung bieten sie hohe Flexibilität zur Realisierung vieler Anwendungen in kleinen Chargen – und das auf kleinem Raum. Je nach Leistungsanforderung kann man zwischen dem weSLICE 4000 oder dem weSLICE 4500 wählen. Die kompakten Slicer erlauben je nach Bedarf eine manuelle oder automatische Beladung. Das gewährleistet eine optimierte Produktbeladung und -zuführung – selbst bei unförmigen Produkten – sowie eine bessere Integration in automatisierte Prozesse. Durch Reduzierung der Rüstzeiten bei gleichzeitig weniger Personaleinsatz lassen sich zudem Kosten minimieren. Ihr gesamtes Potenzial entfalten die Slicer als Linienkonzept in Kombination mit Weber Produktvorbereitungs-, Automatisierungs- und Verpackungskomponenten.
Schneidelösungen nach Maß
Kundenindividuelle Lösungen für Lebensmittel verarbeitende Betriebe mit spezifischen Anforderungen an die Schneidetechnik in den Bereichen Frischfleisch, Convenience und Feinkost bietet Holac, Nattheim. Die Würfel- und Streifenschneider der Baureihen Cubixx und Maxx des süddeutschen Maschinenbauers sorgen nach Herstellerangaben für perfekt geschnittene Würfel, Plättchen und Streifen. Sofort verfügbare Leistung und Qualität sowie die kompakte Bauweise machen sie zu beliebten Allroundern im universellen Einsatz. Die Ausstattungsmerkmale überzeugen: Hydraulische, druckabhängige Vorpressung, die Verwendung von Mehrfachmessern und Messerscheiben zur Kapazitätssteigerung, stufenlos einstellbarer Vorschub sowie Gatterstege und gehärtete Messerleisten stehen für beste Schneideergebnisse.
Die Maxx Vielzweckschneider sind speziell für den größeren Bedarf von Industriebetrieben ausgelegt. Die große Vorfüllkammer der Maschinen wird exakt und kontinuierlich beschickt, der Schneidezyklus beginnt automatisch. Zudem verfügen die Maxx Schneidemaschinen über eine zusätzliche, automatisch steuerbare Reinigungsposition, die den Reinigungsprozess erleichtert.
Viele Holac-Maschinen können mit RFID-Technik ausgestattet werden. So lassen sich zum Beispiel Benutzungsberechtigungen flexibel managen, wodurch das Risiko von Fehlbedienungen verringert wird. Und mit der automatischen Erkennung von Schneidewerkzeugen entfällt eine weitere typische Fehlerquelle.
Auch die Holac Scheibenschneider der Baureihe SECT, wie zum Beispiel der Sect 28 TC, sollen Maßstäbe beim Schneiden von Lebensmitteln in präzise, gleichmäßige Scheiben setzen, egal ob Frischfleisch, Lende, Schnitzel, Bauchspeck, Kotelett, Steak, Braten, Wurst, Fisch oder Käse – gekocht, frisch, gekühlt oder angefroren, mit oder ohne Knochen.
Eine neue Dimension des Slicens
Der SLX 2000 von Multivac, Wolfertschwenden, ist der erste einer neuen Generation von Schneidemaschinen. Der Hochleistungs-Slicer wurde kürzlich auf der interpack in Düsseldorf präsentiert.
In Abhängigkeit des jeweiligen Produktes erreicht der auf bis zu vier Spuren auslegbare SLX 2000 eine hohe Schnittgeschwindigkeit. Wurst, Schinken, Käse und vegane Produkte mit einer maximalen Länge von bis zu 1.600 Millimeter werden selbst bei wärmeren Temperaturen optimal geslict sowie produktschonend und, wie im Ablagemuster definiert, auf der Portioniereinheit abgelegt. Ausgereifte Technik sorgt für eine sichere Zuführung der Produkte und ein perfektes Schneidergebnis mit minimalen Resten und Give-away.
Für ein plastikfreies Slicen können Kunden Entwicklungen wie den Sustainable Liquid Interleaver (SLI) statt der marktüblichen Trennfolie nutzen und so den Kunststoffverbrauch beim Verpacken weiter reduzieren.
Der SLX 2000 lässt sich als Stand-alone-Gerät oder innerhalb einer vollautomatischen Schneide- und Verpackungslinie einsetzen. Die nahtlose Integration in die Multivac Line Control (MLC) ermöglicht einen effizienten Maschinen- und Anlagenbetrieb inklusive linienweitem Anfahren, Starten, Stoppen sowie Leerlauf und auch Rezeptwechsel. Stillstandszeiten bei Rezept- oder Formatwechseln reduzieren sich laut Multivac auf ein Minimum. Gleichzeitig vereinfacht die IPC-Steuerung mit HMI 3 die Bedienung, verringert Fehler und sorgt für sichere und reproduzierbare Prozesse.
Als zukunftsfähiges Modell der neuesten Generation ist der Slicer für die Nutzung der Smart Services vorbereitet und erlaubt die Überwachung, Steuerung und Optimierung von Prozessen in Echtzeit. Darüber hinaus lässt der SLX 2000 auch eine Fernwartung über Remote Assistance (VPN und Live-Support) zu.
Kurze Rüstzeiten, schnelle Umrüstmöglichkeiten und die volle Zugänglichkeit der Maschine für einfache Wartung und Reinigung garantieren eine hohe Verfügbarkeit im Produktionsalltag. Der SLX 2000 ist im Hygiene Design ausgeführt.
Halb- und vollautomatische Mehrzweckschneider

Die DicR-Modelle von Foodlogistik, Neubrandenburg, sind mit einer Vier-Seiten-Vorpressung zur Produktkomprimierung ausgestattet. Hydraulische Antriebe und große Ölmengen garantieren einen dauerhaften Einsatz. Kammerquerschnitte von 90 bis 140 Millimeter und Kammerlängen von 310 bis 550 Millimeter ermöglichen vielfältige Einsatzgebiete. Zusatzeinrichtungen, wie die Hygienetür, die Ein-Hand-Bedienung, ein Längsschiebersystem sowie eine Anzeige für die Beschickungsbereitschaft sorgen für einfache Bedienbarkeit, Sicherheit und Hygiene. Alle Modelle gibt es auch mit Siemens-Steuerung und Farb-Touchdisplay. Die Schneidparameter lassen sich über die Benutzerführung des Touchdisplays eingeben. Die Modelle DicR comfort 105/112 und DicR capacity 120/126/140 gibt es in verschiedenen Ausstattungsvarianten.
Der CrozzdicR classic (analoge Steuerung, manuelle Bedienelemente) ist das Einstiegsmodell im Industriebereich. Der CrozzdicR comfort (mit Siemens-Steuerung und Farb-Display) verfügt serienmäßig über die Ausstattungsvariante Dicetronic für Schneid- und Wiederholgenauigkeit. Zudem hat das Modell separate Antriebe für Abschlagmesser und Schneidgatter mit einzeln regelbarer Drehzahl. Die automatische Schnittlängenjustierung mit Restlängenaufteilung sorgt für gute Schneidergebnisse bei optimaler Produktausbeute. Die CrozzdicR capacity-Modelle verfügen über eine integrierte Beschickung für 200-Liter-Wagen. Sie sind kompakt gebaut und können flexibel aufgestellt werden, ohne dass eine zusätzliche Beistellbeschickung notwendig ist. Vollverschweißte Maschinenkörper mit schrägen Flächen sowie Ablaufschächte zur Restgutabführung garantieren gute Hygiene- und Reinigungsbedingungen.
Die Modelle DerindR classic und comfort zum Entschwarten und Scheibenschneiden finden in Handwerksbetrieben und im industriellen Bereich Anwendung.

