Lieferketten: Resilienz und Ökologie sind kein Widerspruch

Bei der Optimierung von Lieferketten gibt es zwei wichtige Stoßrichtungen: Widerstandskraft gegen Störungen (Resilienz) und eine stärkere Ausrichtung in Richtung Nachhaltigkeit. Auf den ersten Blick scheinen das Gegensätze zu sein, denn vielfach wird eine verbesserte Resilienz mit einer größeren Bevorratung und damit höheren Aufwänden für Kühlsysteme, Produktion und längere Transportwege in Verbindung gebracht – was wenig ökologisch wäre.

Künstliche Intelligenz ist für Gabriel Werner, Vice President Manufacturing DACH bei Blue Yonder der Schlüssel für eine funktionierende und nachhaltige Lieferkette. - © Blue Yonder

Es ist zu erwarten, dass Unternehmen sich im Zweifel für die Optimierung einer Variante entscheiden – vorzugsweise der Resilienz, um möglichst geringe finanzielle Einbußen hinnehmen zu müssen. Aus der Studie „State of Supply Chain Sustainability 2021“ geht jedoch hervor, dass Firmen ihre Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit in ihren Lieferketten auch während der Pandemie vorantreiben und trotzdem die Notwendigkeit widerstandsfähigerer Lieferketten sehen und angehen.

Die Studie belegt, dass Fragen zu Menschenrechten, Arbeitsbedingungen, Energieeinsparung und erneuerbaren Energien von 2019 bis 2020 deutlich zunehmen. Das wirkt sich vor allem auf die Lieferanten-­entwicklung, Verringerung der Umweltbelastungen und erhöhte Lieferkettentransparenz aus.

Doch wie passt das zu einer höheren Robustheit der Lieferketten? Viele Unternehmen greifen zu althergebrachten Lösungen: Nearshoring, höhere Lagerbestände und Investitionen in digitale Lösungen für eine bessere Sichtbarkeit in der Lieferkette. Das geht aber zu Lasten des Klimas – weil beispielsweise mehr Waren produziert und gelagert werden.

Wie lassen sich höhere Resilienz und Nachhaltigkeit gleichzeitig erreichen? Der Ansatz ist eine Verminderung der Unsicherheit und Erhöhung der Transparenz. Die Schlüssel sind digitale Werkzeuge und Plattformen. Sie erhöhen die Widerstandsfähigkeit, ohne mehr Kapazitäten zu Lasten der Umwelt aufzubauen. Diese Technologien und Tools verschaffen Unternehmen frühzeitig einen Überblick über veränderte Kundenbedürfnisse und unvorhersehbare Ereignisse.

Den entscheidenden Unterschied macht die umfassende digitale Vernetzung aller Teilnehmer in der Lieferkette. Stellt sich dann heraus, dass eine Prognose nicht zu halten ist, sorgt die Plattform dafür, dass alle Teilnehmer informiert werden und sie Produktions- und Transportpläne sofort anpassen.

Ein solches System kann bei der Optimierung der Lieferkette verschiedene Alternativen entwickeln und dabei die jeweiligen Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit sichtbar machen. Das erleichtert umweltbewusste Entscheidungen.

Eine digitale Vernetzung kann Einblicke in die täglichen Abläufe eines Lieferanten geben und auf dieser Basis zusätzliche Anforderungen an dessen Nachhaltigkeit stellen. Software für Einkauf, Planung und Transport kann ebenfalls zu mehr Nachhaltigkeit beitragen, indem sie die Leistung verschiedener Lieferanten vergleicht.

Um kurzfristig Resilienz und Nachhaltigkeit einer Lieferkette zu verbessern, sind digitale Transparenz und Agilität notwendig, um die ‚Zukunft kommen zu sehen‘ und darauf schnell reagieren zu können. Mittel- und langfristig ist eine Ausrichtung des Unternehmens auf mögliche Szenarien und Veränderungen bei Angebot und Nachfrage notwendig. Hierbei können Lösungen unterstützen, die mittels Künstlicher Intelligenz Entwicklungen früher wahrnehmen, als dies selbst erfahrenen Logistikern möglich ist. Ein Anbieter für solche Transparenzlösungen mit KI- und ML-Unterstützung ist Blue Yonder, Karlsruhe. Die Leistungsfähigkeit der Systeme zeigte sich für viele Kunden seit Beginn der Pandemie, als viele Lieferketten unter Druck gerieten.

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