Die gesetzeskonforme Kennzeichnung von Lebensmitteln dient in erster Linie der Lebensmittelsicherheit und damit dem Schutz des Verbrauchers. Doch welche Pflichtangaben müssen auf die Verpackung oder auf das Etikett? Wie müssen Etiketten beschaffen sein, um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden? Dieser Beitrag sagt, worauf es ankommt, und stellt verschiedene Lösungen zum Etikettieren und Drucken vor.
Die Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) regelt in der gesamten EU einheitlich, welche Informationen auf den Verpackungen von Lebensmitteln stehen müssen. Die Pflichtangaben, die in Art. 9 LMIV vorgegeben sind, müssen gut sichtbar und gut lesbar aufgebracht werden.
Zunächst sind hierbei die Bezeichnung des Lebensmittels sowie die Zutaten anzugeben, die im Lebensmittel enthalten sind – und zwar in absteigender Reihenfolge nach ihrem Gewichtsanteil. Ebenfalls zu nennen ist die Nettofüllmenge des Lebensmittels nach Stückzahl, Gewicht oder Volumen. Zwingend muss schließlich auch das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) oder das Verbrauchsdatum beziehungsweise bei gefrorenem Fleisch oder gefrorenen Fischereierzeugnissen das Einfrierdatum vermerkt werden. Darüber hinaus gehören auch Kontaktangaben des Herstellers, Verpackers oder eines in der EU niedergelassenen Verkäufers auf das Etikett oder die Packung. Nicht zuletzt haben Lebensmittelverpackungen zudem eine Nährwertkennzeichnung in Form einer Nährwerttabelle zu tragen, wobei Inhalt und Darstellungsform vorgegeben sind. Demnach sind die 14 wichtigsten Stoffe oder Erzeugnisse, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können, im oben genannten Zutatenverzeichnis aufzuführen.
Etiketten als Informationsträger
Zentrales Element der Kennzeichnung ist auch heute noch das Etikett – insbesondere dann, wenn es um den Druck variabler Daten wie Preis, Gewicht oder Haltbarkeitsdatum geht. Welches Etikett für welche Anforderung geeignet oder erforderlich ist, hängt im Wesentlichen vom Produkt selbst, seiner Verwendung sowie den entsprechend erforderlichen Pflichtangaben ab.
Grundsätzlich sind Lebensmittel, Verpackung und Etikett dabei als eine Einheit anzusehen. Alle Materialien, also Verpackungen sowie Haftetiketten und auch der Klebstoff, müssen lebensmittelzertifiziert und ausreichend chemisch inert sein. Nur so verhindert man, dass Stoffe, die in ausreichender Menge das Lebensmittel oder die menschliche Gesundheit gefährden, auf das verpackte Lebensmittel übergehen.
Spezielle Etikettenarten
Neben Klebeetiketten, die zur Produktkennzeichnung gemäß der LMIV zum Einsatz kommen, können auch zusätzlich weitere Klebeetiketten in unterschiedlichster Ausführung für die Preisauszeichnung, für Rabattaktionen oder als Gütesiegel genutzt werden. Sie haben in diesen Fällen dann logischerweise geringeren gesetzlichen Anforderungen zu genügen. Gängige Beispiele sind runde, farbige Aktionspunkte, Fairtrade-, Premium- oder auch Bio-Siegel.
Eine weitere spezielle Kennzeichnungslösung sind Wurstzipfeletiketten, die in Verbindung mit Abfüll- und Clipautomaten zur Kennzeichnung von Wurstwaren eingesetzt werden. Diese bestehen aus Kunststoff (HDPE) und zeichnen sich durch eine sehr hohe Dichte sowie gute Reiß- und Zugfestigkeit aus.
Zur direkten Kennzeichnung von Fleisch- und Wurstwaren wie auch zur Etikettierung von Transportkisten beziehungsweise Euroboxen stehen unter anderem lebensmittelrechtlich konforme Schlaufen- und Hängeetiketten aus HDPE-Folie zur Verfügung. Sie sind mit meist 150 μ Materialstärke sehr robust und beständig gegen Öle, Fette, Blut und zahlreiche Chemikalien. Erhältlich sind Schlaufenetiketten auf Rolle in Standardformaten und unterschiedlichen Farben, jedoch können von Etikettenherstellern wie Mediaform auch kundenspezifische Sonderwünsche auf Anfrage realisiert werden.
Geeignete Drucksysteme
Für den Druck der erforderlichen Informationen auf die unterschiedlichsten Etiketten steht eine ganze Bandbreite an geeigneten Drucksystemen zur Auswahl. Das Spektrum an wirtschaftlichen Lösungen reicht von leistungsfähigen Thermodruckern über Laserdrucker bis hin zu Inkjet-Druckern und Farbdruckern für den bedarfsgerechten Farbdruck im eigenen Haus.
Nachfolgend stellt Die Fleischerei technische Lösungen und Materialien zum Kennzeichnen und Drucken vor.