Rendite mit grüner Energie

Auf die Idee, das eigene Dach mit einer PV-Anlage zu bestücken, sind schon viele gekommen. Wer sein Moduldach korrekt auslegen lässt, die Kühlung mit grünem PV-Strom versorgt und möglichst viel Energie selbst verbraucht, kann nicht nur mit Nachhaltigkeit punkten. Auch wirtschaftlich lässt sich der Erfolg durchaus sehen.

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    Mit einer Solaranlage auf dem Dach lässt sich eine hohe Rendite erzielen. Goldbeck Solar
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    Björn Lamprecht, Geschäftsführer von Goldbeck Solar, geht von einer Amortisationszeit einer PV-Anlage von etwa fünf Jahren aus. Goldbeck Solar

Große Dachflächen, perfekte Ausrichtung nach dem Sonnenstand und ein hoher Eigenverbrauch“, fasst Björn Lamprecht die Kriterien zusammen, nach denen eine Solaranlage rentabel wird. Der Geschäftsführer des Unternehmens Goldbeck Solar weiß: Im Extremfall verdienen das fleischverarbeitende Gewerbe, produzierende Unternehmen oder Lebensmittelhändler mit der eigenen Dachanlage sogar noch eine ansehnliche Summe im Jahr dazu. Bis zu zwölf Prozent Rendite seien möglich, insbesondere dann, wenn sie einen hohen Strombedarf haben. Eine Kühlanlage beispielsweise sei ideal, um sie mit Photovoltaik (PV) vom Dach zu koppeln. Der Grund: Je heißer die Sonne, desto stärker muss gekühlt werden. Zur gleichen Zeit fällt allerdings auch der meiste Sonnenstrom an, sodass hier Ertrags- und Verbrauchskurve quasi parallel verlaufen.

Eigenstrom im Wert von 60.000 Euro im Jahr produziert etwa Peter Adler in Bonndorf seit 2016 selbst. Eine Anlage mit 366 kWp (Kilowatt peak) Leistung hat der Metzgermeister auf fünf Dächern seines Schwarzwaldanwesens installieren lassen, wo er vor allem Schinken produziert. Das 350.000 Euro teure Kraftwerk produziert 348.367 kWh pro Jahr, die der Betrieb komplett selbst verbraucht. Er deckt damit ein Viertel seines Jahresstrombedarfs von 15 Millionen Kilowattstunden selbst. Und die Investitionen machen sich schnell bezahlt: Eine Amortisationszeit von fünf Jahren ist nicht unüblich, erläutert Lamprecht. Konservativ rechnen seine Ingenieure aber eher mit sieben bis zehn Jahren. Bei einer festgesetzten Einspeisevergütung von 20 Jahren und einer Laufzeit der Anlage von mindestens 25 Jahren sei das eine Garantie, um Stromkosten einzusparen und sich gleichzeitig vom Wohlwollen der Energieversorger unabhängig zu machen.

Hoher Eigenverbrauch lohnt sich

Je mehr Kollektorenstrom selbst verbraucht wird, desto rentabler wird die Anlage. Energieintensive Produktions- und Verarbeitungsschritte, Kühlung und Kochen verbrauchen viel Strom. Besser also, wenn man Energie kostengünstig selbst erzeugt, anstatt sie teuer einzukaufen. Auch Gabelstapler, Beleuchtung und die Computer in der Verwaltung sind letztlich Verbraucher, die für die Berechnung herangezogen werden. Dachsysteme werden meist so dimensioniert, dass sie die Grundlast decken oder die Eigenverbrauchsquote bei bis zu 70 Prozent liegt.

Faustregel: Je höher der Eigenverbrauch, desto mehr Rendite. Die Rechnung ist einfach: Während mit einer PV-Anlage die Gestehungskosten pro Kilowattstunde 6-8 Cent betragen, bezahlen Betriebe inklusive EEG-Umlage rund 18 Cent beim Energieversorger. Dazu bekommt der Handwerker noch zirka 10 Cent pro nicht genutzter, das heißt ins öffentliche Netz eingespeister, Kilowattstunde. Lamprecht, der mit seinem Team bis zu 40 Anlagen im Jahr erstellt, verdeutlicht: „Wir sprechen von hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Renditen.“

Solaranlage für den Bestand

Handwerker, die ihren Bestandsbau gerne mit Solarflächen bestücken würden, sollten allerdings vorab die Statik und Dachbeschaffenheit prüfen. „Auf den meisten Dächern findet sich eine Möglichkeit, zum Beispiel mit statisch optimierten Unterkonstruktionen, eine Solaranlage zu errichten“, erläutert der Geschäftsführer. Allerdings sei es ideal, wenn Bauherren schon bei der Errichtung eines Gebäudes die Grundlagen für ein späteres Sonnenkraftwerk legen. Letztlich sind es vor allem die Wind- und Schneelasten, die bei Bestand wie Neubauten berücksichtigt werden müssen. Auch eine gewisse Größe, die in einem günstigen Verhältnis zum eigenen Stromverbrauch steht, sollte das Hallendach mitbringen.

Auf neun Prozent Rendite bringt es beispielsweise die BÄKO-Zentrale Süddeutschland eG, die seit Juni 2015 eine PV-Anlage mit 500 kWp Leistung für 500.000 Euro betreibt. Der Strom geht zu 90 Prozent ins Kühl- und Warenlager. Im Zuge einer Dachsanierung des 1973 in Ladenburg errichteten Gebäudes entschied die Geschäftsleitung, die 6.400 m2 Dachflächen mit einer PV-Anlage zu bestücken. BÄKO-Geschäftsführer Gunter Hahn: „Die Ost-West-Ausrichtung bringt nicht den maximalen Ertrag, ermöglicht aber, dass wir 90 Prozent des erzeugten Stroms selbst verbrauchen.“ In Summe produziert die Anlage 450.000 Kilowattstunden pro Jahr. Günstig war auch hier die hohe Grundlast, die in diesem Fall wie bei Adler aus der umfangreichen Kühltechnik resultiert, die auch am Wochenende Strom verbraucht. Durch exakte Berechnungen von stündlich benötigter Strommenge und erzielbarem Stromertrag unter Einbezug aller Verbrauchsprozesse kostet 1 kWh Strom die BÄKO gerade noch 6,2 Cent gegenüber 16,5 Cent, die die Einheit beim öffentlichen Versorger inklusive EEG-Umlage gekostet hatte.