Preiselbeeren sind vor allem als Beilage zu Wildgerichten, aber auch als Dessert zu Birne oder gebackenem Camembert beliebt. Die Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) gehört botanisch zur Gattung der Heidelbeeren. Sie ist in Europa, Asien und Nordamerika weit verbreitet.

Frische Preiselbeeren sind hierzulande kaum im Angebot. Für den deutschen Verbraucher sind Preiselbeeren in erster Linie eingemacht im Glas der vertraute Angebotszustand. Wie es um die geschmackliche Qualität dieser Erzeugnisse bestellt ist, wollte der Rundfunksender WDR 5 wissen und lud drei erfahrene Genussexperten zum Test nach Köln ein.
Zu verkosten gab es neun Produkte, drei davon in Bio-Qualität. In das sensorische Gesamturteil gingen der Geschmack zu 50 Prozent sowie Aussehen, Geruch und Konsistenz zusammen mit 50 Prozent ein. Weder die Auswahl noch die Bewertung der Produkte erhebt den Anspruch streng wissenschaftlicher Kriterien, geben aber doch gewisse Hinweise.
Die Ergebnisse im Test waren sehr gemischt. Es gab zwar zweimal ein „gut“ und zweimal ein „befriedigend“, beim Rest reichte es nur für ein „ausreichend“. Beim Testsieger – der sich im mittleren Preisniveau bewegt – lobte das Genusspanel den frischen fruchtig-herben Geschmack, das ausgewogene Zucker-Säure-Verhältnis und die angenehme Konsistenz. Über die Hälfte der Preiselbeerprodukte überzeugte in der Probierrunde nicht. Die Kritik: Zu süß und zu flach im Geschmack, nicht fruchtig genug, pappiges Mundgefühl. Schlusslicht in diesem Test war ausgerechnet das mit Abstand teuerste Produkt in dieser WDR-Kostprobe.
Preiselbeeren werden bisweilen als Superfood bezeichnet. Die Gehalte an Vitaminen und Mineralstoffen sind allerdings im Vergleich zu anderem Beerenobst eher bescheiden. Eingemacht kommen dann noch Zucker, beziehungsweise alternative Süßungsmittel, Wasser, Gelier- und/oder Verdickungsmittel hinzu, so dass der prozentuale Anteil wertgebender Inhaltsstoffe noch einmal deutlich sinkt. Nichtsdestotrotz haben die Früchte innere Werte. So geht der herbsaure Geschmack auf den hohen Anteil von Fruchtsäuren zurück (beispielsweise Benzoe-, Ascorbin- und Salicylsäure). Ferner sind sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, denen eine Reihe von positiven bioaktiven Effekten zugeschrieben werden.
Rüdiger Lobitz, www.bzfe.de