
Bizerba, Balingen, hat im Geschäftsjahr 2020 weltweit einen Umsatz von 729 Millionen Euro erwirtschaftet. Damit konnte das Familienunternehmen den Umsatz gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um vier Prozent steigern.
Der Umsatz basiert traditionell auf einem starken Heimatmarkt. Mit 25 Prozent Umsatzanteil ist Deutschland noch immer der wichtigste Markt für Bizerba. Etwa die Hälfte des Umsatzes entfielen auf das europäische Ausland. 23 Prozent kommen aus der Region Amerika, die im Vergleich zum Vorjahr zulegen konnte.
Die Umsatzverteilung auf die Geschäftsfelder bleibt im Jahr 2020 stabil. Deutliches Wachstum konnte in den Geschäftsfeldern Retail, Labels & Consumables und Service erzielt werden. Die Mitarbeiterzahl stieg auf 4.302 Beschäftigte, davon sind 2.342 außerhalb Deutschlands tätig.
Treiber des Erfolgs sind die Kernbereiche Wäge-, Schneide- und Auszeichnungstechnik. Einen wichtigen Anteil trugen auch die Sparte Business Services sowie die verschiedenen Finanzierungsangebote des Unternehmens bei.
Das Remote-Service-Angebot, bei dem Serviceeinsätze über digitale Kanäle durchgeführt werden können, erfuhr geradezu einen Schub. So konnten allein in Deutschland etwa 15.000 Fahrten eingespart werden.
In 2019 wurde der Bau des Logistikzentrums für die Ersatzteillogistik am Haupt- und Servicestandort Balingen begonnen. Die vollständige Inbetriebnahme ist für Anfang 2022 geplant. Das Logistikzentrum beinhaltet ein Palettenlager und ein Kleinteilelager mit halbautomatischer Kommissionierung. Es ist ausgelegt für etwa 45 Mitarbeiter und 1.000 Pakete pro Tag.
Im Industrieumfeld konnten in 2020 weitere Innovationen auf den Weg gebracht werden. Mit der Bizerba Cleancut Linerless Solution ist es möglich, Etiketten um die Verpackung herum anzubringen und sogenannte Linerless Etiketten (ohne Trägerpapier) zu nutzen. Die Etiketten sind dabei rückseitig nicht vollflächig mit Klebstoff bedeckt, so dass das Schneiden der Etiketten im Auszeichnungsprozess keine Kleberückstände am Messer mehr zurücklässt. Das bedeutet längere Laufzeiten für die Maschinen und mehr etikettierte Verpackungen pro Linie.
Im Bereich Kontrollwaagen wurde der CWEmaxx 600 vorgestellt, der die Gewichte mit einer Geschwindigkeit von bis zu 600 Teilen pro Minute prüft und falsche Einheiten aussortiert. Das Gerät ist für den Einsatz in schwierigsten Industriebedingungen konzipiert. Heute funktioniert keine Waage mehr ohne Software. Diese Softwarekompetenz baut Bizerba gezielt aus. Dabei stehen digitale Lösungen für die Industrie und für Retail im Fokus. Die Lösungen sind vernetzbar und lassen sich ins Internet einbinden.
Die Kapazitäten im Stammwerk in Balingen sind begrenzt. Deshalb erweitert das Unternehmen die Produktion in Osteuropa. In Valjevo in Serbien investiert Bizerba in den nächsten Jahren rund 30 Millionen Euro in ein neues Produktionsgebäude mit etwa 10.000 m2 für bis zu 300 Mitarbeiter. Die Produktion soll Ende 2022 starten.
„Die Umsatzentwicklung im ersten Quartal 2021 ist vielversprechend und lässt uns optimistisch ins weitere Jahr schauen“, so Andreas Kraut, CEO und Gesellschafter von Bizerba. „Für das restliche Jahr haben wir noch einige Innovationen zu bieten, wie zum Beispiel unsere neue Ladenwaage K3, die wir erstmalig in einem Lösungspaket ‚as a Service‘ in einem sogenannten Subscription-Modell anbieten werden.“