Letzter Schlachthof Bremens schließt: Bio-Hoffnungen erfüllten sich nicht

Bremen verliert den letzten Schlachthof in seinen städtischen Grenzen, denn die Schlachthof GmbH hat nun den Schlachthof in Aumund verkauft.

Noch werden hier pro Woche rund 240 Schweine und 30 Rinder geschlachtet – viel zu wenige. Allerdings gehen im Schlachthof nicht sofort die Lichter aus, sondern erst frühestens Mitte 2018. Zwar wird die Schlachthof GmbH Bremen-Nord in einigen Monaten erlöschen, doch die Firma Sandersfeld setzt den Schlachtbetrieb eine Weile fort.

Das Ende dieses Schlachthofes kam für manchen überraschend, der sich offensichtlich zu viel von der Biofleisch-Linie des Betriebes erhofft hatte. Diese bekam zwar höchstes Lob aus den Kreisen der Politik, änderte aber nichts an den sinkenden Auftragszahlen. Deshalb zog die Geschäftsführung unter der Leitung von Herbert Dohrmann nun die Reißleine und verkaufte an den Immobilienentwickler M-Projekt, der sich nach eigenem Bekunden auf dem 10.000 Quadratmeter großen Areal Wohnhäuser ebenso vorstellen kann wie Gewerbe und außerdem auch eine Mischung aus beidem.

Dohrmann, Präsident des Deutschen Fleischer-Verbandes, bestätigt, dass sich die Erwartungen an bio-zertifiziertes Fleisch nicht erfüllt hätten und spricht von „viel Sturm im Wasserglas“. An sich sollte der Aumunder Schlachthof eine wichtige Rolle innerhalb des Projektes Biostadt des Senates und anderer Akteure spielen. Eines seiner Ziele ist deutlich mehr Bio-Fleisch in den Mensen und Kantinen im öffentlichen Raum. Thomas Klaus