Leitmesse der Fleischwirtschaft

Vom 7. bis 12. Mai öffnet die IFFA 2016 in Frankfurt am Main ihre Pforten. An sechs Messetagen werden sich rund 60.000 Fachbesucher aus aller Welt umfassend über Maschinen und Anlagen für alle Prozessstufen von der Schlachtung über die Verarbeitung bis hin zur Verpackung informieren. Fast 1.000 Aussteller aus 47 Ländern präsentieren auf 110.000 m2 Ausstellungsfläche ihre technischen Neuentwicklungen, ihre innovativen Verfahren und Lösungen sowie ihre trend- und marktgerechten Dienstleistungen für und rund um die Fleischverarbeitung.

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    Leitmesse der Fleischwirtschaft
    © Messe Frankfurt GmbH/Jochen Günther
    Rund 960 Aussteller und 60.000 Fachbesucher werden zum Messehighlight in Frankfurt am Main erwartet.
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    Leitmesse der Fleischwirtschaft
    © Röhr
    Der zunehmende Automatisierungsgrad von Maschinen und ganzen Produktionslinien prägt den Messeauftritt der Anlagenbauer.

Die letzte Ausgabe der IFFA im Jahr 2013 hat ihre führende Position bestätigt. Herausragende Werte erreichte die IFFA zum Beispiel bei der Internationalität von Ausstellern wie Besuchern: der Besucheranteil aus dem Ausland lag bei 61 Prozent. Ähnlich hoch war die Quote bei den Ausstellern: 57 Prozent der Firmen hatten einen ausländischen Firmensitz. Zur IFFA 2016 rechnet die Messe Frankfurt mit einer ähnlich starken Beteiligung.

Zu den Top-Besuchernationen gehörten nach Deutschland die Russische Föderation, Italien, die Niederlande, Spanien, Polen, Österreich, die USA, die Schweiz und China. Am meisten Aussteller kamen aus Italien, Niederlande, Spanien, USA, Frankreich, Dänemark, Österreich, Großbritannien, China und Polen.

Richard Clemens, Geschäftsführer des VDMA Fachverband Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen, ideeller und fachlicher Träger der IFFA: „Für die Hersteller von Maschinen für die Fleischwirtschaft ist die IFFA das wichtigste Branchen-Event schlechthin. Sie ist Innovationserlebnis und Impulsgeber; sie bietet mit ihrer klaren Fokussierung eine einzigartige Plattform für Experten aus der ganzen Welt. Alles dreht sich sechs Tage lang um das anspruchsvollste Lebensmittel, das es gibt – Fleisch.“

Trends auf der IFFA

Die globale Fleischindustrie ist ein dynamischer Wachstumsmarkt. Bevölkerungsreiche Länder in Asien, Lateinamerika, Osteuropa und Afrika verzeichnen steigende Einkommen und damit häufig einen erhöhten Fleischkonsum. Aus diesen Ländern steigt die Nachfrage nach moderner und effizienter Technik zur Verarbeitung und Verpackung von Fleisch und Fleischwaren. Neben der Quantität spielt aber auch die Qualität eine zunehmend wichtige Rolle. Die Anforderungen an Produktsicherheit und -qualität sowie Rückverfolgbarkeit steigen.

In westlichen Ländern liegt der Fokus auf der Optimierung der Produktivität durch Energieeffizienz, hohen Output, einfache Reinigungsprozesse, zunehmende Automatisierung sowie Nachhaltigkeitslösungen. Flexibilität als Antwort auf wechselnde Konsumtrends ist ebenfalls ein Trendthema in der Industrie. Im Fleischerhandwerk gilt es neue Entwicklungen im Verzehrverhalten der Verbraucher aufzugreifen. Stichworte sind Convenience, „Walking Food“ und Fleischersatzprodukte. Außerdem spielt Regionalität bei der Kaufentscheidung eine große Rolle. Investitionen in die Energieeffizienz und in die Vereinfachung von Arbeitsprozessen sowie Verbesserungen im Bereich der Hygiene in Verkauf und Produktion sind ebenso wichtige Branchenthemen.

Internationale Qualitätswettbewerbe

Traditionell gehören die internationalen Qualitätswettbewerbe des Deutschen Fleischer-Verbandes zu den Höhepunkten jeder IFFA. Viele Hersteller von Fleischerzeugnissen nutzen diese Prüfungen, um ihre Produkte von einer Expertenjury bewerten zu lassen. Mit den auf der IFFA gewonnenen Urkunden, Medaillen und Pokalen lässt sich die Qualität der eigenen Herstellung eindrucksvoll belegen; eine Auszeichnung auf der IFFA bescheinigt das hohe Niveau der eingereichten Fleischerzeugnisse. Auch 2016 werden sich wieder viele Teilnehmer aus dem In- und Ausland mit ihren Produkten beteiligen. An vier Tagen hält der Deutsche Fleischer-Verband jeweils gesonderte Produktprüfungen für Wurst, Schinken, Würstchen und Produkte in Dosen und Gläsern ab.

Grammgenaues Portionieren und Sortieren

Die intelligente Verknüpfung von Prozessen und der vermehrte Einsatz moderner Informations- und Steuerungstechnik stehen für die Fleisch verarbeitende Industrie zunehmend im Mittelpunkt. Entsprechend groß ist das Messeangebot der Aussteller zu den Themen Automatisierung von Produktionsabläufen und Vernetzung von Anlagen.

Ein wichtiger Innovationstreiber für immer leistungsfähigere Verarbeitungslinien ist die steigende Nachfrage nach Portions- und Fixgewichtverpackungen sowie Convenience-Produkten. Das vollautomatische Portionieren und Einlegen von Filets, Steaks, Wurstscheiben und anderen Fleischprodukten in die Verpackungen erfordert Hightech-Lösungen. Die meisten Systeme bestehen aus am Anfang der Verarbeitungslinien installierten Laser- oder Röntgenscannern mit integrierten Waagen, Zuführeinheiten für den Slicer und dem Slicer selbst sowie nachgeschalteten Transportbändern. Letztere führen die geschnittenen Produkte entweder mehrspurigen Bandsortieranlagen mit ausgeklügelten Shuttlesystemen oder Sortier- und Einlegerobotern zu, die sie dann beispielsweise in nachgeschaltete Traysealer einlegen.

Robotergestützte Automation

Konventionelle Automation ist technisch oft zu aufwendig, zu teuer und vor allem nicht flexibel genug. An spezifische Aufgaben angepasste Sondermaschinen lassen sich meist gar nicht oder nur mit sehr großem Aufwand an Material, Zeit und Geld für andere Arbeiten umrüsten. Anders Industrieroboter: Sie sind dank ihrer außerordentlichen Flexibilität, Geschwindigkeit, Präzision und Wiederholgenauigkeit wichtige Schlüssel zu höherer Wirtschaftlichkeit, Qualität und Nachhaltigkeit – sei es beim Handhaben von Produkten, der Qualitätskontrolle oder dem Sortieren und Verpacken der Waren.

Doch was macht eine erfolgreiche Roboteranwendung aus? Oberflächlich betrachtet kann ein Industrieroboter nur einen fiktiven Arbeitspunkt (TCP = Tool Center Point) schnell, präzise und wiederholgenau innerhalb eines definierten Arbeitsraumes bewegen. Erst die vom Roboter geführten Greifer oder Werkzeuge, die ihn unterstützenden Kameras und Sensoren sowie ausgereifte Software, intelligente Steuerungen und die Programmierung oder Konfiguration durch qualifiziertes Personal machen Roboter zu universellen Helfern.

Heute findet man sie in nahezu allen Bereichen der Fleischverarbeitung – von der Schlachtung bis zum Verpacken von Fleisch- und Wurstportionen. Roboter können in schnellen Pick & Place-Operationen die unterschiedlichsten Fleisch- und Wurstprodukte von Bändern aufnehmen und zielgerichtet in Verpackungstrays einlegen, wobei sie teilweise bis zu 240 Pick & Place-Takte pro Minute schaffen.

Im Räuchereibetrieb ist oft das manuelle Behängen und Umsetzen der Rauchstöcke mit Wurstketten ein Engpass. Es ist zeit-, personal- und kostenintensiv. Roboter können diese Arbeiten präziser und schneller durchführen. Die Vorteile sind neben Personaleinsparungen vor allem deutliche Gewinne hinsichtlich der Hygiene durch Wegfall manueller Eingriffe und ein höherer Gutproduktanteil, da die bei manueller Handhabung oft nicht zu vermeidenden Beschädigungen der Würste entfallen.

Robotergestützte Automation in Schlacht- und Zerlegebetrieben ist nach wie vor eine der größten technischen Herausforderungen. Was der Mensch mit seinen Sinnen und jahrelanger Erfahrung in Sachen Schnittführung spielend meistert, stellt Roboter vor große Probleme. Schlachttiere weisen wachstumsbedingt große Unterschiede hinsichtlich Gewicht, Größe, Fleisch- und Fettanteil, Größe und Dichte der Knochen auf. Doch mittlerweile gibt es auch hier wirtschaftliche und vor allem hochleistungsfähige Lösungen. Die Spanne der Anwendungen umfasst das Kneifen von Vorderbeinklauen und Nacken, das Freischneiden des Rektums und Öffnen der Bauchwand sowie das Trennen von Schlossknochen und Brustbein bis hin zum Spalten von Schweinen.

Möglich machen das hochentwickelte 3D-Scanner zur Ermittlung der Topologie der Schlachttiere. Die so ermittelten Daten wertet die Steuerungssoftware aus und generiert die erforderlichen Schnittwege für den Roboter. Im Zerlegebetrieb erfolgt die Schnittführung der Roboter dagegen kameragesteuert über eine Vision-Software.

Röntgentechnik zur Inline-Fettanalyse

Die immer noch weit verbreitete Extraktion von Fett nach dem Soxhlet-Verfahren ist nicht nur zeit- und arbeitsaufwendig, sie liefert aufgrund der Arbeit mit Stichproben auch nur ein ungefähres Bild. Die Technik entwickelt sich heute jedoch immer mehr in Richtung kontinuierlicher Inline-Kontrollen. Eine hocheffiziente und vor allem in Echtzeit arbeitende Methode der Fettbestimmung bietet hier die moderne Röntgentechnik nach dem DEXA-Verfahren. Es eignet sich für rohe, natürliche Fleischprodukte, auch im gekühlten oder tiefgekühlten Zustand, lose oder in Kisten oder Kartons verpackt – solange sie frei von anderen Zutaten sind. Anwendern bietet die Röntgentechnik damit die Möglichkeit einer kontinuierlichen 100-prozentigen Produktkontrolle inklusive Dokumentation der Daten im Rahmen der Rückverfolgbarkeit.

Die vorgenannten Beispiele zeigen nur einen Ausschnitt der Möglichkeiten moderner Automatisierung in der Fleisch- und Wurstverarbeitung.

„Fleischindustrie 4.0“ nimmt Fahrt auf

Die seit mehr als fünf Jahren angekündigte Revolution durch Industrie 4.0 blieb bislang aus. Vielmehr zeichnet sich ab, dass der digitale Wandel in vielen evolutionären Teilschritten erfolgt. Zahlreiche Anwendungen aus den Bereichen Produkt- und Prozessüberwachung, Kennzeichnungstechnik, Verpackung, Distribution und Logistik sowie Wartung und Instandhaltung zeigen schon heute, wohin die Reise geht. Software, Sensoren, Daten und Vernetzung sind dabei die Hauptakteure.

Zukünftig sollen Maschinen und Anlagen nicht nur eigenständig Informationen über alle wichtigen Prozess- und Systemzustände liefern, sondern auch untereinander kommunizieren und ohne menschliches Zutun korrigierend und optimierend in Produktionsabläufe eingreifen. Das erfordert unzählige, intelligent miteinander vernetzte Hochleistungssensoren zur Überwachung von Produkt-, Maschinen- und Prozessdaten. Das bisherige Internetprotokoll IPv4 kann jedoch die dazu erforderliche Anzahl IP-Adressen nicht bereitstellen. Dringendste Aufgabe ist daher eine schnelle Umstellung auf den neuen Internetstandard IPv6, unter dem sich nahezu beliebig viele IP-Adressen für Sensoren, Geräte, Maschinen oder Anlagen vergeben lassen. Dieser Wandel ist aktuell weltweit im Gange.

Ohne vernetzte Sensoren geht nichts

Beim Messen von Temperatur, Feuchtigkeit, Viskosität, Stromaufnahme, Drehmoment, Druck, Materialfluss, Gewicht und so weiter prägen zunehmend Sensoren mit direkter Netzanbindung oder Funkübertragung beziehungsweise Datenlogger das Bild. Hier sticht vor allem die RFID (Radio Frequency Identification)-Technik hervor. RFID-Tags tauschen über Funk Informationen und Signale mit den Schreib-Lese-Geräten der unterschiedlichen Be- und Verarbeitungsmaschinen sowie Transport-, Kühl- und Lagersystemen aus. Integriert in Schlachthaken, Transportgestelle, Behälter, E2-Satten oder Verpackungen können sie Maschinen und Anlagen steuern und alle Produkt- und Prozesszustände entlang der Wertschöpfungskette dokumentieren. Die jederzeit verfügbaren Prozessdaten sorgen für mehr Transparenz, Prozesskontrolle und Effizienz in der Produktion und bilden eine sichere Bank für Hersteller im Rahmen der Rückverfolgbarkeit von Produkten und Chargen.

Ausgezeichnete Informationen

Intelligente und flexible Kennzeichnungssysteme sind für Verarbeitung, Verpackung und Logistik inklusive Lagerung von Fleisch- und Wurstwaren unerlässlich, um die Forderung nach Transparenz und Sicherheit zu erfüllen. Im Fokus stehen dabei gemäß EU-Verordnung 1169/2011 Informationen über die Bezeichnung des Lebensmittels, Ursprungsland oder Herkunftsort, Ort der Schlachtung, individuelle Serien- und Chargennummer sowie Angaben über Zutaten, Nährwertdeklarationen, Nettofüllmenge, Einfrierdatum von gefrorenem Fleisch und Fleischerzeugnissen und weitere. Hier haben sich Laser- Tintenstrahl- und Thermodrucker zum Beschriften von Etiketten mit Bar-, Datamatrix- oder QR-Code etabliert. Laserscanner und Digitalkameras stellen sicher, dass Etiketten richtig bedruckt und platziert sind. Besonderes Augenmerk gilt auch hier der RFID-Technik. Sie benötigt, anders als die vorgenannten Verfahren, keine freie „Sichtverbindung“ zum Schreiben oder Lesen der Daten. Dadurch lassen sich RFID-Tags an beliebiger Stelle von E2-Satten oder anderen Transportbehältern anbringen. Dies vereinfacht das gesamte Handling (Transport, Palettieren, Lagern usw.) und macht es deutlich sicherer, zum Beispiel durch die Vermeidung von Falscheinlagerungen.

Maschinenbedienung im Wandel

Mit wachsender Komplexität und Vernetzung von Produktions-, Verarbeitungs- und Verpackungslinien steigen die Anforderungen an die Bedienbarkeit dieser Systeme. Hier setzen sich Touchscreens mit Funktionen, wie man sie auch von Smartphones oder Tablet-PCs kennt, immer mehr durch. Sie ermöglichen ein einfaches, sicheres und vor allem intuitives Arbeiten, da die grundlegenden Bedienfunktionen den meisten Menschen von ihren mobilen Kommunikationsgeräten vertraut sind. Entscheidend für die Arbeitsergonomie ist hier die Gestaltung der Benutzeroberflächen mit möglichst selbsterklärenden Symbolen bis hin zu fotorealistischen Abbildungen von Maschinen und Anlagen der eigenen Prozesslinien. In einem weiteren Schritt sollen mobile Bediengeräte die stationären Systeme ersetzen – doch gilt es noch viele Fragen hinsichtlich der Maschinen-, Produkt- und Datensicherheit sowie verbindlicher Standards zu klären.

Prozesssicherheit ist planbar

Ungeplante Produktionsstillstände sind der Albtraum für jeden Hersteller. Hier bieten vernetzte Sensoren zur Maschinenüberwachung (Condition Monitoring beziehungsweise CMS) in Verbindung mit intelligenter Datenanalyse und Einbindung in ERP-Systeme die Möglichkeit zur vorhersagbaren Wartung (Predictive Maintenance, kurz PM). Diese kann auch im Rahmen der Fernwartung seitens des Maschinen- oder Anlagenherstellers erfolgen, wodurch sich die Servicekosten reduzieren und die Fertigungsqualität sowie Planungssicherheit deutlich erhöhen lassen.

Auf der IFFA können sich Fachbesucher umfassend über Möglichkeiten der Vernetzung von Maschinen und Prozessen – gestützt durch moderne Informations-, Sensor- und Steuerungstechnik im Sinn von Industrie 4.0 – informieren.

Alles zum Verpacken

Ein Schwerpunkt im Angebot der IFFA ist die Verpackungstechnik. Hier informiert die Fachmesse umfassend über alle Möglichkeiten, Fleisch- und Wurstwaren sowie Geflügel und Fisch optimal zu verpacken. Die auf die jeweiligen Produkte zugeschnittenen Verpackungslösungen sorgen für mehr Lebensmittelsicherheit, Qualität, Hygiene und eine komfortablere Handhabung der Produkte über die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zum Endkunden.

Um Kunden im globalen Wettbewerb zu halten und neue Marktpotenziale zu erschließen, entwickeln Lebensmittelproduzenten immer raffiniertere Produkte sowie ansprechendere und vor allem multifunktionale Verpackungen für Fleisch, Wurst, Geflügel, Fisch oder komplette Menüs. Die wichtigsten Treiber sind dabei die seit Jahren anhaltenden Trends in Richtung Convenience, eine steigende Nachfrage nach Kleinportionen für Single-Haushalte und Senioren sowie das Streben nach immer einfacherer und schnellerer Zubereitung von Speisen. Gleichzeitig gilt es, Hygiene, Lebensmittelsicherheit, Haltbarkeit wie auch Qualität der Nahrungsmittel zu gewährleisten und kontinuierlich zu verbessern.

In diesem Bereich dominieren heute Folien-, Skin- oder Vakuumverpackungen den Markt, da sie neben den erforderlichen Schutzfunktionen für Lebensmittel auch hervorragende Präsentationseigenschaften bieten. Das Verpacken übernehmen vollautomatisch arbeitende Tiefziehmaschinen, Thermoformer, Traysealer und (Vakuum-)Kammermaschinen, an die sich Maschinen und Anlagen zum weiteren Verpacken in Kartons oder zum Palettieren anschließen.

Trendgerechte Verpackungen

Das primäre Ziel von Convenience-Produkten ist die Zeitersparnis beim Zubereiten der Speisen. Hightech-Folien für Einsatzbereiche von -60 bis +218 Grad Celsius machen es möglich, Lebensmittel bei tiefen Temperaturen zu lagern und später im Ofen oder der Mikrowelle zuzubereiten – und das in ein und derselben Verpackungsfolie. Das Garen in geschlossener Folie erhält dabei nicht nur Feuchtigkeit, Aromen, Vitamine und Mineralstoffe von Fleisch und Fisch, sondern gibt ihnen auch eine optimale Konsistenz. Zudem reduziert es die Garzeiten um bis zu 30 Prozent.

Im Trend liegen auch Mehrkammer-Verpackungen für halbfertige Gerichte, bestehend aus Fleisch oder Würsten mit den dazu passenden Soßen sowie Knödel oder Kartoffeln als Beilage. Das hermetische Versiegeln der Kammern kann durch eine durchgehende Oberfolie oder getrennte Versiegelungen für jede einzelne Kammer erfolgen.

Aktiv gegen Bakterienwachstum

Verderb fördernde Mikroorganismen sind allgegenwärtig und lassen sich beim Verarbeiten und Verpacken frischer Lebensmittel wie Fleisch- oder Wurstwaren nie hundertprozentig ausschließen. Deshalb ist es wichtig, deren Keimzahl unterhalb toxikologisch kritischer Grenzwerte zu halten. Aber auch Umgebungseinflüsse wie Luftsauerstoff, durch Licht induzierte Oxidation oder Feuchtigkeit können zu vorzeitigem Verderb führen. Genau da setzen aktive Verpackungsfolien mit ihren eingebauten Sauerstoffabsorbern (Sauerstoff-Scavenger), Permeationssperren für Luftsauerstoff oder Wasserdampf sowie antimikrobiellen Beschichtungen an.

Die automatische Regulation der relativen Luftfeuchte in Frischfleischverpackungen lässt sich durch in die Folie eingearbeitete, toxikologisch unbedenkliche Salze wie Calciumchlorid oder Natriumchlorid erzielen. Die Salze verhindern die Bildung von Kondenswasser und behindern so das Wachstum von Schimmel und Bakterien.

Das Aufbringen von Speziallacken mit antimikrobiell wirkenden Substanzen auf die Innenseiten der Verpackungsfolien ist eine weitere Methode im Kampf gegen mikrobielle Zersetzung. Die Wirkstoffe diffundieren auf die Oberfläche des Lebensmittels und behindern dort das Wachstum schädlicher Mikroorganismen.

Folien mit antimikrobiellen Schichten lassen sich auch durch Kaschieren oder Koextrusion herstellen.

Schutzgas oder Vakuum

Schutzgasverpackungen (MAP = Modified Atmosphere Packaging) verwenden gezielt an das jeweilige Produkt angepasste Gasmischungen aus Sauerstoff, Stickstoff und Kohlendioxid in einer Hochbarriereverpackung. Richtig eingestellt verlangsamt das Schutzgas nicht nur den Alterungsprozess von Fleisch, sondern verhindert auch Farbverluste sowie negative Geruchs- oder Geschmacksveränderungen.

Vakuumverpackungen erreichen die höhere Haltbarkeit dagegen durch den Entzug der Luft. Dabei schmiegt sich die Verpackungsfolie ganz eng an das jeweilige Produkt und verhindert so Blut- und Saftverluste, wodurch Qualität und Gewicht während der Lagerung erhalten bleiben.

Mit Ultraschall dicht versiegeln

Bei Folienverpackungen mit thermoplastischen Siegelschichten setzt sich das Ultraschall-Siegeln gegenüber klassischen Heißsiegelverfahren immer mehr durch. Neben hohen Taktzahlen zeichnet es sich vor allem durch perfekte, dichte Nähte aus – selbst bei anhaftenden Produktresten, Fetten oder Soßen im Nahtbereich. Daraus resultieren eine deutlich höhere Produktivität und weniger Nahrungsmittelverluste infolge unzureichender Versiegelungen. Dank deutlich schmalerer Siegelzonen führt das Ultraschall-Verfahren außerdem zu einer signifikant größeren Folienausbeute.

Daten und Fakten

Die IFFA ist eine Fachmesse und nur Fachbesuchern zugänglich. Sie ist geöffnet vom 7. bis 11. Mai 2016, 9.00 bis 18.00 Uhr, am 12. Mai von 9.00 bis 17.00 Uhr.

Eintrittspreise:

Tageskarte: 20,- Euro im Vorverkauf/Online Ticket

22,- Euro im Kassenverkauf

Dauerkarte: 38,- Euro im Vorverkauf/Online Ticket

43,- Euro im Kassenverkauf

Alle Eintrittskarten beinhalten die kostenlosen Fahrten zur Messe Frankfurt und zurück mit den öffentlichen Verkehrsmitteln des Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) innerhalb des gesamten Tarifgebietes.

Das Online Ticket ist nur in Verbindung mit einem gültigen Personalausweis oder Pass zur Nutzung des RMV berechtigt.

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