Am 6. April 2016 feiert die „ViskoTeepak-Stiftung Günter Fries“ ihr 25-jähriges Jubiläum. Ihr Ziel ist, begabte und engagierte Nachwuchskräfte der Lebensmittelbranche mit dem Schwerpunkt Fleischtechnik finanziell zu unterstützen und zu fördern.
Die jungen Talente, die über eine einschlägige Berufsausbildung verfügen und ein Fachstudium in Lemgo, Berlin oder Kulmbach absolvieren oder erfolgreich abgeschlossen haben, werden von ihren Mentoren vorgeschlagen. Jährlich werden Preisgelder in Höhe von insgesamt 12.000 Euro verteilt.
In der deutschen Fleischbranche ist Führungsnachwuchs oft Mangelware. „Deshalb ist die Aufgabe der Günter Fries Stiftung genau so aktuell wie zu ihrer Gründungszeit“, sagt ViskoTeepak-Verkaufsleiter Stefan Dälken. „Duale Ausbildung und die angebotenen Studiengänge reichen nicht aus, den benötigten Führungsnachwuchs in der Branche sicherzustellen. Darüber hinaus leidet die Fleischindustrie in der Öffentlichkeit zeitweilig unter Imageproblemen und hat Schwierigkeiten, Studienabgänger an sich zu binden.“ In diesem Umfeld möchte die Stiftung mit ihrem Namensgeber Günter Fries jungen Fachkräften Mut machen, die eigene Zukunft in die Hand zu nehmen. Schließlich war Fries selbst ein echter Selfmademann.
Enormer Pioniergeist
Nach seiner Ausbildung zum Fleischer in den Jahren 1944 bis 1947 arbeitete Fries als Geselle in unterschiedlichen Metzgereien. Daneben besuchte er die Abendschule und legte im Juni 1953 die Meisterprüfung ab. In den fünf Folgejahren sammelte der junge Metzgermeister Erfahrungen bei verschiedenen fleischverarbeitenden Betrieben, bevor er mit 29 Jahren als Verkaufsrepräsentant für Deutschland von der damaligen, amerikanischen Firma Teepak eingesetzt wurde. Fries durchlief alle Positionen im Unternehmen, angefangen als freiberuflicher Mitarbeiter über den Verkaufsleiter bis zum Niederlassungsleiter. Innerhalb kürzester Zeit baute der gelernte Fleischer den Standort Hamburg zu einer festen Institution aus. Durch seinen enormen Pioniergeist entwickelte sich eine breite Akzeptanz der Produkte bei den Kunden, und Teepak wurde zu einer der renommiertesten Marken in der deutschen Lebensmittelbranche. Nach mehr als 30-jähriger Tätigkeit für das Unternehmen verstarb Günter Fries am 6. April 1991 in Halstenbek bei Hamburg.
„Günter Fries verkörpert für uns den zupackenden und gleichzeitig überlegt handelnden Unternehmertyp, der Erfolg will, aber nicht um jeden Preis“, sagt Dälken. „Zeitgenossen bescheinigen ihm, immer fair und ehrbar gehandelt zu haben. Die Stiftung erinnert mit Hochachtung an diesen Menschen und seine Leistung, wir geben dem Nachwuchs unserer Branche damit ein positives Beispiel mit auf den Weg.“