Gewichtsgenaues Schneiden und Portionieren in hoher Geschwindigkeit: Das sind die Erwartungen, die Metzgermeister Ernst Härdi, Produktionsleiter Frischfleisch bei Migros-Aare, an den Portionenschneider Falcon Conti von Treif hatte. Im Fleischerei-Praxistest spricht er über seine Erfahrungen mit der Maschine.
◆ Das Wirtschaftsgebiet der Migros-Gruppe umfasst ein Viertel der Schweiz, die größte der zehn Migros-Genossenschaften ist die Migros Aare, die ihren Hauptsitz in Schönbühl hat. Allein im dortigen Metzgereibetrieb, der für Migros ein Metzgerei-Vollsortiment produziert, sind 135 Mitarbeiter beschäftigt. Die Produktion in Schönbühl umfasst dabei alle Produktionsstufen von der Zerlegung bis zur Verpackung der fertigen Produkte, die anschließend an die Migros-Einzelhandelsmärkte versandt werden. Der Falcon Conti, ein Präzisions-Portionenschneider mit kontinuierlicher Beschickung, kommt hier zur Portionierung zahlreicher Produkte zum Einsatz. Migros Aare ist einer der ersten Betriebe in der Schweiz, der diesen Portionenschneider einsetzt.
Den Vergleich mit der zuvor im Betrieb eingesetzten Portionieranlage muss der Falcon Conti nicht scheuen, im Gegenteil: „Wir hatten auch vorher eine Maschine, die seinerzeit auf dem aktuellsten Stand der Technik war, also keine aus Großvaters Zeiten. Aber mit dem Falcon Conti erzielen wir in derselben Zeit die doppelte Leistung und erhalten zudem einen schöneren Schnitt“, urteilt der Produktionsleiter.
„Wir können mit dem Falcon Conti inzwischen fast alles schneiden und portionieren“, erklärt Härdi weiter. „Wir haben ja fast den Prototyp bekommen und hatten da eigentlich mit Kinderkrankheiten gerechnet, aber wir konnten den Portionenschneider schnell auf alle für uns wichtigen Produkte programmieren.“
Die Programmierbarkeit gehört zu den Eigenschaften, die Härdi besonders schätzt. „Dadurch können wir viele Mitarbeiter einsetzen, die sich nicht erst lange einarbeiten oder die Anlage nach eigenen Vorstellungen einstellen müssen. Sie rufen einfach das richtige Programm für ein Produkt auf und der Falcon Conti arbeitet es dann ab.“ Über den Touchscreen lassen sich bis zu 200 Schneidprogramme hinterlegen, deren Parameter sich individuell auf das zu schneidende Produkt abstimmen lassen. Neben Gewicht und/oder Scheibenstärke lässt sich hier individuell eine Gewichtstoleranz festlegen oder das Sortierverfahren wählen.
Die Zeit, die seine Mitarbeiter gebraucht haben, um sich mit dem Falcon Conti vertraut zu machen, beziffert Härdi auf rund eine Woche. „In dieser Zeit haben wir aber auch die Anlage hochgefahren und die Programme erstellt“, erklärt er, „dabei haben wir unsere Leute involviert. Deshalb haben wir für die Einarbeitung einen etwas höheren Aufwand betrieben, aber auf Dauer zahlt es sich aus, wenn die Mitarbeiter gut mit der Maschine vertraut sind.“
Zuschnitt nach Maß und Masse
Die Umstellung auf den Falcon Conti hat nebenbei auch den Mitarbeitern Vorteile gebracht. „Verglichen mit früheren Maschinen ist der Geräuschpegel jetzt sehr niedrig. War die Geräuschentwicklung vorher mitunter am gesetzlich zulässigen Limit, bleiben wir jetzt mühelos weit darunter.“ Und auch in Sachen Sicherheit ist der Portionenschneider aus Härdis Sicht absolut problemfrei. „Da gibt es überhaupt keinen Mangel. Es ist praktisch ausgeschlossen, dass sich ein Mitarbeiter an der Maschine verletzt.“ Ein besonderes Merkmal des Falcon Conti ist die Möglichkeit, die Portionen nicht nur nach Scheibendicke, sondern auch gewichtsgenau schneiden zu lassen, und dem Falcon Conti dabei die Berechnung der optimalen Scheibenstärke zu überlassen. „Wir nutzen diese Möglichkeit für spezielle Aktionen und wenn es ausdrücklich beauftragt wird“, erklärt Härdi, „wenn wir dann zum Beispiel 200-g-Portionen schneiden lassen, wiegen die Scheiben im Endeffekt zwischen 195 und 205 g.“
Treif verspricht, freilich in Abhängigkeit von Produkt und Durchsatz, eine Gewichtsgenauigkeit von bis zu einem Prozent. Zwei dem Messer vorgeschaltete Scanner erfassen das Schneidgut vollständig mit 360 Grad, also sowohl von der Ober- als auch von der Unterseite. Anders als bei Maschinen anderer Hersteller müssen die Produkte nicht in eine Form gepresst werden und bleiben somit in ihrer naturgewachsenen Form bestehen. Ein fünfzahniger Greiferhaken und ein lasergeführter Niederhalter sorgen anschließend für ein äußerst präzises Abschneiden der Scheiben. Das Schneiden nach Gewicht beherrscht der Falcon Conti dank dieser Merkmale nicht nur bei weitgehend homogenen, sondern auch bei knochenhaltigen Produkten wie zum Beispiel Kotelettsträngen sowie bei angefrorenen oder hartgeräucherten Produkten.
Wenn erforderlich, kann der Falcon Conti ein Produkt in einem Schneidvorgang auch in mehrere Gewichtsklassen aufschneiden – einen Kotelettstrang zum Beispiel in Scheiben von 150 und 170 g.
Aber auch, wenn es um das Schneiden nach Scheibenstärke, also ohne Berücksichtigung des Gewichts, geht, zeigt sich der Falcon Conti durchdacht: Die Reststückauflösung sorgt dafür, das auch die letzte Scheibe jedes Produktstranges als komplette Scheibe erhalten bleibt. Trotz der beim Naturprodukt Fleisch unvermeidbaren Toleranzen wird so der Produktionsausschuss auf ein Minimum reduziert.
Maschinendesign und Wartung
Neben der ausgefeilten Technik überzeugt der Falcon Conti Produktionsleiter Härdi auch durch äußere Werte: Material und Verarbeitung gibt er die Bestnote. „So kenne ich Treif. Wir haben mehrere Anlagen von Treif und die sind durchweg aus bestem Edelstahl und sehr sauber verarbeitet.“
Die Wartung nehmen eigene Techniker der Migros-Genossenschaft vor und Härdi kann der Maschine durchaus das Prädikat „wartungsfreundlich“ verleihen. „Die Maschine ist schon sehr mechanikerfreundlich aufgebaut. Wir lassen nur sehr spezielle Arbeiten von Treif-Technikern durchführen, und dann auch meist nur, wenn diese Arbeiten garantierelevant wären.“
Mit Service und Kundendienst zeigt sich Härdi sehr zufrieden. Trotz der räumlichen Distanz zwischen dem Schweizer Betrieb und dem Standort von Treif in Deutschland müssen die Migros-Mitarbeiter nie lange auf Hilfe warten. „Wenn es sehr eilt, setzen wir unsere eigenen Mechaniker ein, die dann per Telefon von Treif unterstützt werden. Außerdem haben wir ein Modem an die Anlage angeschlossen, so dass Arbeiten an der Software des Falcon Conti auch über die Telefonleitung möglich sind. Aber wenn wir wirklich einmal Unterstützung vor Ort benötigen, sind die Treif-Mitarbeiter auch sehr schnell bei uns.“
Ernst Härdi ist mit dem Falcon Conti zufrieden. „Die Maschine ist ihren Preis wert“, urteilt er. Die hohe Produktionsleistung und der präzise, saubere Schnitt stehen für ihn an erster Stelle. Fallweise nutzt und schätzt er aber auch die Möglichkeit, selbst knochenhaltige Produkte nicht nach Dicke der Scheiben, sondern, mit geringster Toleranz, nach Gewicht schneiden und portionieren zu können. Die Wartungsfreundlichkeit, die hochwertige Verarbeitung sowie der zuverlässige Service von Treif sind weitere Merkmale, die er am Falcon Conti schätzt. Dirk Bongardt