Die Industrialisierung der Agrarwirtschaft lässt die kulturellen Leistungen der bäuerlichen Gesellschaft immer mehr in den Hintergrund geraten. Um das Bewusstsein für ländliche Kultur zu fördern, Traditionen zu erhalten und Zeichen zu setzen für zukunftsweisende Konzepte schreibt die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall alljährlich den Agrarkulturpreis Hohenlohe aus.

Mit dem Hauptpreis (dotiert mit 3.000 Euro) sind in diesem Jahr die neun Milchlieferanten der Dorfkäserei Geifertshofen ausgezeichnet worden. Es handelt sich um zwei Demeter- und sechs Bioland-Betriebe im Landkreis Schwäbisch Hall sowie einen Bioland-Hof im Landkreis Ansbach. In der Begründung der Jury heißt es: „Sie sind die Helden der Region! Bauern mit Herzblut, mit großem Engagement für ökologische Landwirtschaft, für die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel, für solidarisches Wirtschaften, für Agrarkultur im besten Sinne des Wortes.“ Aufgrund einer finanziellen Krise mussten die Heumilchbauern auf drei Monate Milchgeld und ihre Einlagen verzichten: „Dies hat sie jedoch nicht abbringen lassen, treu an ihre Mission zu glauben und zuversichtlich einen Neuanfang zu wagen mit Unterstützung der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall.“
Die weiteren, jeweils mit 1.000 Euro dotierten Preise gingen in der Kategorie Ökologie an Familie Mozer, Pfedelbach. Die Mozers bauen alte Obstsorten an, die sie zu feinen Destillaten verarbeiten. Mit ihrem Engagement sichern sie den Erhalt der für Hohenlohe typischen Streuobstwiesen, lobte die Jury. In der Kategorie Kultur und Soziales erhielten Brigitte und Bernd Fischer aus Weckrieden den Preis. Die Familie hat ein besonders prächtiges Pfarrer-Mayer-Haus komplett in Eigenregie restauriert und sich damit um die „Hohenloher Baukultur“ verdient gemacht, so die Jury. Der über die Grenzen Hohenlohes hinaus bekannte Fotograf Roland Bauer, Braunsbach-Winterberg, wurde in der Kategorie Kultur und Soziales ausgezeichnet. „Mit seinen Fotos und Bildbänden dokumentiert und bewahrt er die bäuerliche Geschichte Hohenlohes“.