Die Westfälische Fleischwarenfabrik Stockmeyer feiert Jubiläum: Vor 100 Jahren als kleiner Fleischverarbeitungsbetrieb in Versmold gegründet, ist Stockmeyer bis heute einer der Vorreiter im Bereich der SB-Wurst und beschäftigt in Sassenberg/Füchtorf rund 650 Mitarbeiter.
Im September 1913 legten Heinrich Stockmeyer und seine Ehefrau Karoline den Grundstein für eine 100 Jahre anhaltende Erfolgsgeschichte. Regionale Dauerwurstwaren und Schinken waren die ersten Produkte in dieser Zeit. Sie fanden so reißenden Absatz, dass das junge Unternehmen schnell wuchs. Nach dem Tod der Firmengründer führte ihr Sohn Werner Stockmeyer die Firma gemeinsam mit seiner Schwester Liselotte Stockmeyer-Risken weiter.
Die zweite Generation baute fortan das Produktportfolio aus. Einer der Renner im Sortiment wurde die Feine Teewurst. Eine der wichtigsten Entscheidungen für die weitere Entwicklung fällten die beiden Geschwister in den 60er Jahren: Dem US-amerikanischen Vorbild folgend, begannen sie mit der Herstellung von Konserven und vorgeschnittener, vakuumverpackter Wurst für den SB-Bereich. Weil die Kapazitäten im Stammwerk in Versmold nicht mehr ausreichten, entstand 1972 im benachbarten Füchtorf ein neuer Produktionsstandort. Nach dem endgültigen Umzug von Versmold nach Füchtorf begann Stockmeyer 1982 hier mit der Herstellung von Brüh-, Koch- und Rohwurst, Pasteten, Geflügelwurst und Schinken. Seit den 90er Jahren gibt es die Marke ProVital, mit der das Unternehmen früh den bis heute anhaltenden Trend nach kalorienarmer Ernährung aufgriff. Und mit der Marke Ferdi Fuchs ist Stockmeyer seit über 20 Jahren im Kinderwurstmarkt aktiv.
Organisatorisch hat sich bei Stockmeyer einiges geändert. Der einstmals kleine Metzgerbetrieb ist längst zu einer Unternehmensgruppe geworden, der neben der Fleischveredelung auch Firmen aus den Bereichen Feinkost, Tiernahrung und Groß- und Außenhandel angehören. Die 2005 vollzogene Namensänderung der Holding in heristo aktiengesellschaft bringt zum Ausdruck, dass die historisch gewachsene Firma Stockmeyer als Keimzelle nun Teil einer Unternehmensgruppe mit vier gleichberechtigten Sparten geworden ist: heristo ist eine Ableitung aus dem Namen des Unternehmensgründers Heinrich Stockmeier und der Familie Risken.
In der Fleischveredelungssparte von heristo, zu der neben Stockmeyer auch das polnische Tochterunternehmen Balcerzak i Spolka gehört, ist die Herstellung von SB-verpackter Wurst für den nationalen und internationalen Discount und Lebensmitteleinzelhandel noch immer das Kerngeschäft. In Polen investierte Stockmeyer seit der Übernahme vor 15 Jahren Millionenbeträge und baute den ehemals kleinen Lieferanten von Produkten für den Fachhandel zu einem der führenden polnischen Wursthersteller aus, der seine Waren in ganz Europa verkauft.
Auch am Firmensitz in Füchtorf wird weiter investiert: Im Rahmen der größten Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte entstand im vergangenen Jahr eine hochmoderne Produktion für schimmelgereifte Salami. Mit den schimmelgereiften Produkten gelang es, in einem ganz neuen Marktsegment Fuß zu fassen und bereits gute Zuwachsraten zu verzeichnen.