Blechkuchen mit Rahmsauerkraut

Was Deutsche am liebsten essen, darüber ist man sich zumindest im Ausland einig: Sauerkraut. Das Nationalgericht eignet sich jedoch nicht nur als Beilage zu Schweinshaxe oder Bratwurst. Zusammen mit Käse ist das Kraut auch ein idealer Belag für ofen frischen Blechkuchen, der Kunden an kühlen Tagen an die Heiße Theke lockt.

Abwechselung für die Heiße Theke: Blech kuchen mit Sauerkraut, Kümmelkäse und Rahm schmeckt herzhaft-frisch und cremig-mild zugleich. - © CMA

Blechkuchen mit Rahmsauerkraut

Bereits Captain Cook nahm bei seiner Weltumseglung ab 1772 fässerweise Sauerkraut mit an Bord: Das im Kraut enthaltene Vitamin C sollte seine Mannschaft vor Skorbut schützen. Doch nicht nur Seeleute schätzten damals die gesundheitsfördernde Wirkung des milchsauren Weißkohls. Lange Zeit war Sauerkraut ein typisches Arme-Leute-Essen, das den Menschen half, in der dunklen Jahreszeit ihren Vitaminhaushalt zu decken; schließlich enthalten 400 Gramm Sauerkraut genauso viel Vitamin C wie eine Kiwi.

Vor Vitamin-C-Mangel muss zwar heute hierzulande niemand mehr Angst haben, eine gesunde Abwechslung im Speiseplan ist das Kraut aber dennoch.

Sauerkraut ist dabei bekömmlicher als der eigentliche Weißkohl, der meist recht schwer verdaulich ist. Es ist aber mindestens genauso gesund. Denn der mit Milchsäurebakterien zu Sauerkraut vergorene Kohl ist immer noch roh. Und die Milchsäurebakterien machen das Kraut nicht nur lange haltbar, sondern unterstützen auch die Magen-Darm-Tätigkeit. Neben Milchsäure enthält Sauerkraut Vitamin A, B, C sowie Kalium, Kalzium, Eisen und viele Ballaststoffe. Es ist praktisch fettlos und kalorienarm – 100 Gramm rohes Sauerkraut haben nur 17 Kilokalorien.

Kraut aus der Dose ist übrigens fast genauso gesund wie loses Sauerkraut aus dem Fass. Milchsäurebakterien sind jedoch nur im frischen Kraut enthalten. Im Dosenkraut werden sie beim Haltbarmachen durch Sterilisieren abgetötet.

Obwohl Sauerkraut weltweit als typisch deutsches Gericht gilt, wurde es ganz bestimmt nicht in Deutschland erfunden. Denn die Römer konservierten bereits vor 2000 Jahren Kohl in Salzlake. Und auch die Elsässer beanspruchen das saure Kraut als ihr Nationalgericht.

Doch ganz gleich wo es auf den Tisch kommt, der Verwendung von Sauerkraut in der Küche sind kaum Grenzen gesetzt. In Deutschland dient es zwar traditionell als Beilage zu Bratwurst oder Schweinshaxe. Sein herzhafter, frischer Geschmack macht jedoch auch Suppen, Aufläufe oder Nudelgerichte zum Leckerbissen. Sauerkraut eignet sich außerdem als Belag für Blechkuchen, der gerade im Winter eine beliebte Abwechslung für die Heiße Theke bietet. Das Kraut gibt dem Kuchen zusammen mit Kümmeltilsiter und Sahne einen sowohl cremig-milden als auch herzhaft-frischen Geschmack, der sowohl Feinschmecker als auch Gesundheitsbewusste zugreifen lässt.

Zubereitung

Aus der weichen Butter, einem Ei, Milch, Mehl und einer Prise Salz einen glatten Mürbeteig kneten und im Kühlschrank eine Stunde durchkühlen lassen.

Sauerkraut gut ausdrücken. Speck fein würfeln und im heißen Öl knusprig braten. Kraut zugeben, mit Apfelsaft und Brühe ablöschen und fünf Minuten abgedeckt dünsten. Mit Senf und Paprikapulver würzen, Sahne zugeben und offen drei bis vier Minuten dicklich einkochen lassen.

Mit Salz, Zucker und Cayennepfeffer abschmecken und ganz auskühlen lassen. Schnittlauch in Röllchen schneiden und mit den restlichen Eiern unter die ausgekühlte Masse mengen.

Dann den Mürbeteig ausrollen und auf ein mit Butter gefettetes, leicht bemehltes Blech legen. Mit einer Gabel gleichmäßig einstechen und die Sauerkrautmasse darauf verteilen. Den Tilsiter mit Kümmel in Stücke teilen und auf dem Blechkuchen verteilen. Im heißen Ofen bei 200 Grad (Umluft: 180 Grad, Gas: 3) auf der untersten Schiene 35 bis 40 Minuten backen. Der Blechkuchen ist fertig, wenn er goldgelb gebacken ist. Dazu passt Tomatensalat.

Tipp: Ofenfrisch schmeckt der Blechkuchen am besten. Er kann aber auch kalt serviert werden.CMA