Die Recke Fleischwaren-Spezialitäten Vertriebs GmbH & Co. KG auf dem Berliner Großmarkt in der Beusselstraße zeichnet sich durch eine Produktvielfalt aus, wie sie in Deutschland nicht ihresgleichen hat. Das Unternehmen betreibt Import und Export mit Ländern in ganz Europa und Übersee.
Spezialitäten aus aller Welt
Als Ein-Mann-Betrieb startete Jonny Recke 1961 in den Markt. Zunächst bot er die Ware einiger Fleischfabriken an und verkaufte sie erfolgreich. Damals sah er sich durchaus nicht als Großhändler. Aber seine Aktivitäten nahmen immer mehr zu. Ein Mitarbeiter wurde eingestellt, um die Arbeit zu bewältigen. Schließlich musste ein Büro her, um den Handel noch professioneller zu organisieren. So gewann die Firma in wohlüberlegten Etappen bemerkenswerte Gestalt. Den politischen Umständen geschuldet, konzentrierte sich der Handel auf Berlin West, mit eigener Fahrzeugflotte. Die Kunden, ob Fachfleischereien, Gastronomie oder Filialisten, traten an den Unternehmer mit dem Anliegen heran, bestimmte Spezialitäten aus dem einen oder anderen Nachbarland zu beziehen. Jonny Recke machte sich auf den Weg zu ausgewählten Herstellern, prüfte deren Ware und nahm in sein Programm, was ihm sowie seiner Kundschaft zusagte. Es war eine ereignisreiche und erfolgreiche Zeit, in der sein europaweiter Handel mit Spezialitäten wuchs. Der Jahresumsatz stieg auf 67 Millionen DM.
Die Vereinigung Deutschlands bot neue Chancen. Die Firma erhielt Aufträge, für drei große Filialbetriebe die Auslieferung von Waren insbesondere in den neuen Bundesländern zu übernehmen Arbeiten, die jene seinerzeit selbst nicht ausführen konnten. Allerdings hatten diese Betriebe 1996 ihr eigenes Netz aufgebaut. Der Firma Recke ging die Hälfte des Umsatzes verloren. Verstärkt wandte sie sich dem Ausbau der unterdessen gegründeten firmeneigenen Abholgroßmärkte zu in Berlin, im brandenburgischen Eberswalde und sächsischen Radefeld. Dort kann die Kundschaft aus dem riesigen Sortiment selbst aussuchen und sofort mitnehmen, was sie aktuell braucht, um wiederum ihre Kunden mit kulinarischen Besonderheiten zu überraschen. Der rastlose Unternehmer, den es immer nach Neuem und Besserem drängt, steckte alles Geld, das er verdiente, stets in die Vergrößerung des Betriebes. Im Jahre 2005 investierte er in ein neues, modernes, leistungsstarkes Service- und Logistikcenter. Die Zentrale zog vom Westhafen in die Beusselstraße, in unmittelbare Nähe des Abholgroßmarktes. In dem über 4000 m2 großen Hochregal-Kühllager mit 800 m2 Tiefkühllager liegen 2500 verschiedene Fleisch-, Wurst- und Schinkenspezialitäten bereit. Es versteht sich, dass die Firma über die EU-Zulassung, Zertifizierung nach ISO 9001:2000 i.V. und die Zertifizierung nach dem Orgainvent-System durch Ars Probata Nr. 20121 verfügt. Das Unternehmen beschäftigt heute mehr als 100 Mitarbeiter.
Beste Qualität zu gutem Preis
Das Unternehmen Recke agierte längst auf globalem Markt, als die meisten gerade begannen, von Globalisierung zu reden. Und Betriebe, die mit Recke handeln, kamen weiter voran als mancher andere, denn sie boten in ihrem Geschäft viel mehr Köstlichkeiten, die Verbraucher anlockten. Der Großhändler importiert Erzeugnisse aus ganz Europa, aber auch aus Übersee wie Südamerika. Auch im Export ist die Firma tätig. Viele Produkte werden beispielsweise nach Polen ausgeführt und es ist ein offenes Geheimnis, dass die Händler dort die Ware nach Russland weiterverkaufen. Es mag kurios anmuten, aber nach Spanien werden auch Eisbein und Currywurst geliefert, damit die deutschen Urlauber und Auswanderer nicht auf Liebgewonnenes verzichten müssen.
Die Firma führt frische und tiefgekühlte Produkte. Grenzenlos scheint die Vielfalt des Sortiments. Da gibt es alleine 50 verschiedene Leberwurstspezialitäten. Von delikaten Brüh- und Kochwürsten über exquisite Pasteten sowie nationale und internationale Dauerwurst-Spezialitäten bis zu Wild und exotischem Fleisch wie Krokodil oder Känguru ist hier alles zu entdecken. Highlights sind natürlich die originären Schinkenprodukte ob italienischer Parmaschinken und Landschinken, spanischer Serranoschinken, französischer Pefferschinken, slowenischer Coppa, belgischer „Coburger“, Schwarzwälder Kernschinken oder Holsteiner Katenschinken. Feinschmecker können unter den ganz besonders raffinierten Spezialitäten geräucherte Gänsebrust, gebackene Entenbrust und gekochte Rinderzunge entdecken. Umfangreich ist auch das Zusatzsortiment an Käse, Salaten, Gewürzen, Senf, Ketchup, Antipasti oder Convenienceprodukten, bei dem nicht zuletzt Fachfleischereien und Imbissbetreiber gerne zugreifen. Gastronomen finden ebenso eine reiche Auswahl an Fisch und Krustentieren, Obst, Gemüse, Pilzen und Kartoffelprodukten. Doch auch Service- und Nebenartikel werden angeboten, die einfach so mitlaufen, aber für die Kunden keineswegs unwichtig sind, wie Verpackungsmaterial und spezielle Reinigungsmittel. Es ist schier unmöglich, das ganze Artikelsortiment aufzuführen, das im Laufe der Jahrzehnte gewachsen ist. Mit rund 300 Lieferanten pflegt Recke enge Geschäftsbeziehungen.
Hoch sind die Kriterien und Qualitätsansprüche, die das Unternehmen an die Produzenten stellt. „Alle Firmen müssen die entsprechenden Zertifizierungen aufweisen, sonst fassen wir ihre Ware nicht an. Jeder Artikel, der bei uns hereinkommt, wird strengen Kontrollen unterzogen“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Jonny Recke: „Wir wissen, was unsere Kundschaft braucht, und bilden uns ein eigenes Urteil. Wir probieren die Ware. Wenn sie schmeckt, gut aussieht, das Lebensmittelgesetz erfüllt und der Preis stimmt, versuchen wir, sie in unseren Abholgroßmärkten anzubieten. Kommt sie bei unserer Kundschaft an und will sie die Neuheiten den Verbrauchern offerieren, nehmen wir sie in unser Programm auf. Unsere Anspruch ist es, immer beste Qualität zum günstigsten Preis zu liefern. Wir sind Wiederverkäufer, wir verbrauchen selbst keine Ware, sondern müssen sie weiter an den Mann bringen. Jedes Jahr veröffentlichen wir einen großen Katalog und jeden Monat eine Broschüre mit vielfältigen Angeboten. Jede Woche bringen wir die Preise auf den aktuellsten Stand.“
Topfrische und schneller Umschlag
Die Erzeugnisse, die bei der Warenannahme des Zentrallagers eintreffen, werden genauestens auf Gewicht, Mindesthaltbarkeitsdatum und Qualität kontrolliert. Jeden Artikel unterzieht der Veterinär und als zusätzliche Selbstkontrolle die Freie Universität Berlin einer Überprüfung auf die Richtigkeit der Angaben des Herstellers. Erst dann werden die Produkte in den Hochregalen auf die jeweiligen Warengruppen verteilt. Das Zentrallager verfügt auch über eine modern ausgerüstete Fleischabteilung, wo nach Kundenwunsch die frischen Teilstücke vom Schwein, Rind und Kalb aus Deutschland, Rindfleisch aus Argentinien oder Lammfleisch aus Neuseeland portioniert werden können. Die Hersteller erhalten genaue Vorgaben, in welchen Portionsgrößen sie die Spezialitäten, ob Wurst, Schinken oder Käse, portionieren müssen. Großabnehmer wie Krankenhäuser verlangen fertig vorgeschnittene Ware. Doch die Firma Recke kann in ihrer Sliceabteilung Stückware auch ganz individuell nach Wunsch der Kunden mundgerecht aufschneiden. In jeder Hinsicht passt man sich den Kunden an. Mit äußerster Sorgfalt und Professionalität stellen die Mitarbeiter des Zentrallagers die Bestellungen der Kunden zusammen, die schriftlich, telefonisch oder über die Verkaufsberater eingehen. Der gesamte Warenumschlag ist digital erfasst. Die Kommissionierer können jederzeit feststellen, welcher Artikel in ausreichender Menge vorrätig ist oder nachbestellt werden muss. Das Zentrallager beliefert auch die drei Abholgroßmärkte. In der Regel erhalten die Kunden in ganz Deutschland ihre bestellte Ware innerhalb von 24 Stunden. Die Kunden in Berlin und Umgebung werden durch die firmeneigene Lkw-Flotte beliefert. Die Firma entwickelte selbst spezielle Fahrzeuge mit einem Zwei-Kammer-Kühlsystem Normalkühlung von +2 °C und Tiefkühlung von 18 bis 24 °C. Die Trennwände zwischen den Kammern sind entsprechend dem jeweiligen Mengenanteil variabel verschiebbar. Mit den Lieferungen in die anderen Bundesländer werden Fachspeditionen betraut.
„Wir haben einen sehr schnellen Umschlag. Das ist wichtig, denn wir handeln nicht mit Brettern, sondern Lebensmitteln von begrenzter Laufzeit“, betont Andreas Nippe, Koordinator der Märkte, der seit 20 Jahren im Unternehmen tätig ist. Geht er durch das Zentrallager oder den Abholgroßmarkt, wird er immer wieder von Kollegen angesprochen, um hier eine Frage zu klären oder dort ein Problem zu lösen. „Über die im Katalog aufgeführten Produkte hinaus bieten wir noch zusätzliche Artikel an. Die Kunden können auch Wünsche äußern. Wir versuchen alles, sie prompt zu erfüllen. So kommt es vor, dass ein Fleischermeister während seines Urlaubs im Ausland etwas gegessen hat, das ihm besonders gut schmeckte und das er gerne seinen Kunden im eigenen Geschäft anbieten möchte. Wir helfen ihm.“ Auch Ungewöhnliches versucht man zu beschaffen. Unlängst bat ein Kunde, ihm zur sommerlichen Grillzeit 500 g schwere Currywürste zu besorgen, mit denen er die Verbraucher überraschen und sich von den Wettbewerbern abheben möchte. Natürlich ist auch dies, wie alles, eine Preisfrage. Der Endverbraucher muss es kaufen können. Die Firma Recke ist einmalig in Deutschland, sind die Kunden einhellig begeistert, von den Fleischermeistern über Imbisshändler, Gastronomen und Caterer bis zu Filialisten, Krankenhäusern und Großkantinen. Die meisten Großhändler spezialisieren sich auf ein begrenztes Sortiment. Reckes ausgefeilter Handel mit seiner Fülle und Breite des Sortiments ist unübertroffen.
Trendgerechte Angebote
Die Nachfrage nach hochwertigen Lebensmitteln stieg 2007 um 4,9 Prozent, wie statistische Angaben besagen. Im Trend sollen besonders genussvolle Erzeugnisse liegen, Convenienceware und fettarme Wellnessprodukte. Dem kommen Produkte von Recke wie die Hähnchenbrust mit nur einem Prozent Fett entgegen und es kann nicht wundern, dass alleine davon in der Woche etwa 1,5 t verkauft werden. Seit 50 Jahren stellt das Unternehmen immer wieder unter Beweis, dass es die Trends, Neigungen und Gelüste der Verbraucher genau kennt und gerade die Fleischer-Fachgeschäfte aktiv unterstützt, diese erfolgreich zu befriedigen. Dabei hat man durchaus auch die regionalen geschmacklichen Besonderheiten zwischen Hamburg und München im Auge. Die Entwicklung im Fleischerhandwerk muss mit den Kundenwünschen konform gehen. Tendenz ist, dass sich der Fleischer auf die Produktion seines Kernsortiments wie Brüh- und Kochwurst konzentriert. In diesem Bereich ist jeder Fleischer sein eigener Spezialist, der seine eigene Handschrift hat, die seine Kunden an ihn bindet. Spezialitäten selbst herzustellen, die aufwendig sind mit ihren spezifischen Behandlungen und langen Reifezeiten, macht aus Kostengründen wenig Sinn. Da ist der Zukauf günstiger. Die Spezialitäten, die die Verbraucher in der Theke ihres Fleischer-Fachgeschäfts finden wollen, bieten die Abholgroßmärkte von Recke in großer Auswahl und Güte, die man sofort mitnehmen kann.
„Wir haben Erzeugnisse von der preiswerten bis zur hochwertigen Schiene. In unseren Abholmärkten offerieren wir für jeden Bedarf den passenden Artikel. Interessant sind auch die verschiedenen Sonderangebote. Denn können wir Artikel besonders günstig einkaufen, geben wir den Vorteil gerne an unsere Kundschaft weiter“, resümiert Andreas Nippe. „Wir mussten unser Geschäft mit dem Fleischerhandwerk umstellen. Früher hatten die Fleischereien große Kühlräume und kleine Verkaufsflächen. Heute müssen sie täglich mit Ware versorgt werden, denn die Kühlräume sind klein, weil sie auf große, attraktive Verkaufräume mit verlockenden Theken Wert legen. Für uns ist wichtig, dass wir die Ware, die wir einkaufen, auch verkaufen. Davon leben wir hier schließlich alle. Und ein solches Sortiment, wie wir es haben, in kürzester Zeit umzuschlagen, das muss man erst mal können.“
Immer auf dem Weg
Der Unternehmer Jonny Recke folgt beharrlich seinen Visionen. Immer ist er auf dem Weg, etwas besser zu machen, neue Spezialitäten zu entdecken, mit noch besserer Ausrüstung effizienter zu arbeiten, die Geschäfte noch rationeller zu meistern, den Service weiter auszubauen, die Einkaufspreise mit den Herstellern noch hartnäckiger auszuhandeln und die Kalkulation noch optimaler auf den Punkt zu bringen, um den Kreis seiner Kunden zu vergrößern. Klug hat er eine Mannschaft um sich gescharrt, die ihn mit Ideen und Tatkraft unterstützt.
Das Jahr 2009 mit Finanz- und Wirtschaftskrise scheint ihn weniger zu schrecken als andere. „Im Lebensmittel- und Fleischbereich wird es wohl kaum einen schweren Einbruch geben. Meine Firma hat viele Kunden und die werden nicht viel weniger machen, denn gegessen wird immer. Natürlich haben wir auf die Preise für Futtermittel, Energie oder Löhne keinen Einfluss. Aber bisher hat sich noch alles in einem halbwegs erträglichen Rahmen abgespielt. Unstrittig betreiben wir mehr oder weniger einen Verdrängungswettbewerb. Jeder Hersteller entwickelt neue Waren, um mit uns noch intensiver oder als Newcomer ins Geschäft zu kommen. Stets suchen wir neue Kunden, die uns die Ware abnehmen. Mit Argusaugen passen wir auf und lassen uns keinen Umsatz wegnehmen“, betont der 75-Jährige voll Elan. „Ich kann nicht sagen, dass wir einen nennenswerten Umsatzverlust registrieren. Unser Gesamtumsatz liegt bei 60 Millionen Euro im Jahr. Wir haben zwar nicht den größten Umsatz, sind aber das Handelshaus mit dem größten Sortiment, das in Deutschland zu finden ist. Und wir werden immer danach streben, im Wettbewerb der Beste zu sein. Wir ziehen alle Register zum Wohl unserer Kundschaft. Denn geht es unseren Kunden gut, dann geht es auch uns gut.“
Marlies Dieckmann