Die Fleischerei Webers in Hemer ist ein klassischer Handwerksbetrieb im Familienbesitz. Der 38-jährige Fleischermeister Andreas Webers und seine Frau Peggy betreiben die inzwischen seit 100 Jahren bestehende Metzgerei in der fünften Generation. In der Wurstproduktion, aber auch zum Füllen anderer Produkte, setzt Webers den Vakuumfüller F-Line F55 mit Natursteiger-Bioenergie-Ausstattung ein. Im Fleischerei -Praxistest spricht er über seine Erfahrungen.
Vakuumfüller fürs Handwerk
Nahezu das komplette Sortiment seiner Fleischerei produziert Webers selbst. Zu den beliebtesten Produkten gehören seine westfälischen Spezialitäten wie Mettwurst, Schinken, aber auch Konserven mit regionalen Spezialitäten wie Stielmus-Eintopf, Wurstspezialitäten oder Sauerbraten. Neben dem klassischen Ladengeschäft und dem Verkauf an Großküchen, Restaurants und Altenheime gewinnt für Webers auch der Onlinevertrieb zunehmend an Bedeutung. Nicht nur im Vorweihnachtsgeschäft beliebt sind dabei zum Beispiel seine Präsentkörbe. Eine Wand in seinem Ladenlokal hat Webers übrigens für Auszeichnungen reserviert – und der Platz reicht kaum aus. „Es gibt eigentlich nichts, was ich noch nicht gewonnen habe“, erklärt Andreas Webers mit berechtigtem Stolz. So errang er beim Wettbewerb um die besten Wurst- und Schinkenspezialitäten Europas im Jahr 2007 erstmals den Pokal als Gesamtsieger in allen Disziplinen und damit den Europameistertitel.
Im Hinblick auf die Produktion mit Natursteiger-Technologie ist Webers für Frey ein Leitkunde in Sachen Bioenergie-Technologie. Diese Technologie verspricht Produkte mit einem wesentlich höheren Energiepotenzial, besserer Farbstabilität, längerer Frische und mehr Geschmack und Aroma, während der Metzger auf Zusatzstoffe weitgehend verzichten können soll. Webers bestätigt: „Ich produziere die Wurst ganz ohne Phosphat und Citrate. Persönlich bin ich von der Natursteiger-Technologie absolut überzeugt. Und es zeigt sich, dass die Kunden heute bereit sind, für hochwertigere, gesündere Produkte auch entsprechend zu bezahlen, und sich nicht mehr so stark am Preis orientieren wie noch vor einigen Jahren.“
Technik, die sich selbst erklärt
„Drei Stunden, höchstens“, antwortet Webers auf die Frage, wie lang die Einarbeitungszeit beim Vakuumfüller F-Line F55 gedauert hat. Hauptgrund ist die selbsterklärende Steuerung des Vakuumfüllers. Der F55 ist mit der IPC-Steuerung TC 266 ausgestattet, die eine Touchscreen-Bedienung besitzt. Praktisch alle Funktionen und Parameter des Vakuumfüllers können per Touchscreen gesteuert werden. Das Display zeigt in der Grundeinstellung eine Schemazeichnung des Vakuumfüllers und bietet einen Zugriff auf die für die verschiedenen Produkte hinterlegten Programme.
Eine intuitiv zu bedienende Menüsteuerung ermöglicht aber auch die Auswahl von Service-, Wartungs- und Diagnoseprogrammen, den Zugriff auf ein „Logbuch“, das alle bisherigen Arbeitsvorgänge aufgezeichnet hat, und verwendet dabei sowohl eine grafische Darstellung als auch Meldungen im Klartext. Fehlbedienungen sind nahezu ausgeschlossen, denn die Logik der Steuerung erkennt Eingabefehler und Widersprüche und weist im Display auf diese Ungereimtheiten hin, so dass der Bediener seine Vorgaben korrigieren und ergänzen kann.
„Die Steuerung per Touchscreen ist sauber und übersichtlich“, urteilt Webers und vergibt dafür die Bestnote „ausgezeichnet“. Diese Art der Bedienung ist nicht nur unkompliziert, sondern, speziell im Vergleich zu eine Reihe von mechanischen Schaltern und Tasten, äußerst reinigungsfreundlich.
Praktisch außerdem: Notwendige Aktualisierungen der Software können ganz einfach per USB-Stick vorgenommen werden. Der Vakuumfüller lässt sich via Ethernet zudem in das Unternehmensnetzwerk integrieren und, mit Ausnahme von Start und Stopp, komplett vom Büro aus fernsteuern.
Schnell und flexibel
Auch das Arbeitstempo verdient nach Ansicht von Andreas Webers die Bestnote: „Im Vergleich zu dem früher eingesetzten Vakuumfüller sparen wir mit dem F55 jeden Tag eine Stunde. Die Zeit können wir natürlich gut für andere Arbeiten einsetzen.“ Die Geschwindigkeit variiert natürlich in Abhängigkeit von Füllgut und -menge, technisch bietet der F55 aber eine Gesamtkapazität von 2.900 Kilogramm pro Stunde. Welche Füllleistung aktuell konkret erreicht wird, kann am Display abgelesen werden.
Noch wichtiger als eine hohe Füllleistung ist speziell im Handwerk eine hohe Flexibilität, denn anders als im industriellen Bereich muss ein und derselbe Füller oft für viele verschiedene Produkte herhalten. Auch unter diesem Gesichtspunkt stellt Webers dem F55 ein gutes Zeugnis aus: „Es gibt nichts, was wir mit dem Vakuumfüller nicht machen könnten“, erklärt er. Neben Wurstbrät füllt Webers unter anderem auch Schmalz und sogar Salate mit dem Füller ab.
Bei Bedarf kann Webers den Funktionsumfang auch noch erweitern. „Wir denken im Augenblick darüber nach, uns einen Clipper zuzulegen“, berichtet Webers, „und sind deshalb ganz froh, dass beim Füller schon alle Anschlüsse vorhanden sind.“ Ein elektrischer Anschluss mit Impulssteuerung für Clipmaschinen ist serienmäßig vorhanden. Direkt von Frey können außerdem eine Darmhaltevorrichtung für Naturdärme, ein Rollenkit mit Darmhalterohr für Collagen- und Schäldärme und ein pneumatisches Darmaufziehgerät nachgerüstet werden.
Durchdachtes Detail: Ein Werkzeug- und Zubehörhalter, der direkt an der Maschine angebracht ist, sorgt dabei für Ordnung und Übersicht. „Das ist eine sehr praktische Idee“, urteilt Andreas Webers, „bei anderen Maschinen müssten wir einen separaten Werkzeughalter an der Wand befestigen oder uns etwas anderes einfallen lassen, aber hier ist das sehr gut gelöst.“
Sicheres, angenehmens Arbeiten
Der F55 ist in der Standardausführung mit einem teilbaren 100-Liter-Fülltrichter ausgerüstet. Wird der obere Teil weggeklappt, erleichtert das das Befüllen oder eine eventuell notwendige Zwischenreinigung erheblich. Ein ausklappbarer Tritt vereinfacht das Befüllen oder den Blick in den Fülltrichter zusätzlich. Sicherheit steht dabei im Vordergrund: Schaltkontakte stellen sicher, dass der Servoantrieb in solchen Fällen sofort zum Stillstand kommt.
Apropos still: „Während des Befüllens können wir uns mühelos in normaler Lautstärke unterhalten, die Geräuschentwicklung des Füllers tritt absolut in den Hintergrund. Die Lüfter unseres Servers sind lauter“, kommentiert Webers.
Das Maschinendesign erweist sich auch sonst als durchdacht. „Da sind zum Beispiel keine Schalter, die abreißen können“, zeigt Webers auf das Maschinengehäuse. Die Front ist so gewölbt, dass der Vakuumregler, der als einziges nennenswert hervorsteht, nicht durch unachtsames Vorbeischieben eines Beladewagens Schaden nehmen, und auch der Bediener selbst sich beim normalen Arbeiten nicht daran stoßen kann.
In Sachen Reinigung schneidet der Vakuumfüller ebenfalls sehr gut ab: Das Flügelzellenförderwerk besteht letztlich nur aus fünf beweglichen Teilen, die schnell demontiert und gereinigt sind. „Im diesem Förderwerk bleibt eine geringere Restmenge als in einem herkömmlichen Kolbenfüller“, ist Webers zufrieden. Mit der Wartung hat Webers ebenfalls nicht viel Arbeit. „Für die jährliche Wartung haben wir mit Frey einen Wartungsvertrag geschlossen“, erklärt er, „uns selbst bleibt nur das regelmäßige Abschmieren an den Schmiernippeln.“ Und selbst das kann nicht versehentlich vergessen werden: Ist das nächste Abschmieren fällig, gibt das Touchscreen-Display eine entsprechende Meldung aus.
Andreas Webers ist nach wie vor von seiner Entscheidung für den Vakuumfüller F-Line F55 überzeugt. Die Natursteiger-Technologie ermöglicht es ihm, gesunde Produkte ohne Zugabe von Phosphaten herzustellen. Das vergleichsweise hohe Tempo spart ihm erheblich Zeit, und die vielseitige Verwendbarkeit der Maschine gibt ihm die nötige Flexibilität in seinem Geschäft. „Die Flexibilität ist der große Wettbewerbsvorteil, den wir Handwerksbetriebe gegenüber größeren Unternehmen haben“, ist Webers überzeugt, „und diesen Vorteil müssen wir ausspielen.“ Das Preis-Leistungs-Verhältnis für den Vakuumfüller beurteilt er entsprechend: „Für so viel Leistung ist der Preis absolut angemessen.“Dirk Bongardt