1950 erschien die erste Ausgabe von Die Fleischerei, die in den ersten Jahren nach ihrer Gründung durch Hans Holzmann noch „Vieh- und Fleischwirtschaft“ hieß und sich als „Zeitschrift für Erzeugung und Verwertung“ nicht nur an Fleischer, sondern auch an Viehzüchter, -händler und -mäster richtete. Seitdem hat die „Keimzelle des Verlages“, wie Verleger Alexander Holzmann Die Fleischerei im Interview bezeichnet (S. 68), die Fleischbranche durch sieben bewegte Jahrzehnte begleitet, in denen sich der Markt, das Konsumverhalten sowie die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen laufend und immer schneller verändert haben.
Zentrales Anliegen des Fachtitels war es dabei stets, den vielfältigen Informationsbedarf der Fleisch verarbeitenden Handwerks- und Industriebetriebe zu decken – vollständig, kompetent und praxisnah. Diesem Anspruch will Die Fleischerei auch weiterhin gerecht werden und ihren Lesern alle nötigen Informationen liefern, um fundierte Entscheidungen zu treffen und die zukünftigen Herausforderungen des Marktes zu bewältigen.
Handlungsbedarf besteht in vielerlei Hinsicht: Die Branche befindet sich nach wie vor in einem Strukturwandel, der dazu führt, dass die Zahl der Fleischer-Fachgeschäfte seit Jahren stetig zurückgeht. Hinzu kommt, dass Berufsnachwuchs und Fachkräfte fehlen, dass die Unternehmensnachfolge in vielen Betrieben nicht geklärt ist sowie nicht zuletzt, dass der Fleischverzehr und damit die gesamte Branche zunehmend in der Kritik stehen.
Viele Marktentwicklungen und Trends eröffnen den Fleischereien aber auch gute Marktchancen. So legen Verbraucher immer mehr Wert auf Qualität und Genuss, auf Klima- und Tierschutz, auf Regionalität und Nachhaltigkeit. Die Fleischerei will Betriebe dabei unterstützen, diese Chancen zu nutzen.
Zum 70-jährigen Jubiläum Ihrer Fachzeitschrift möchte ich mich aber vor allem bei Ihnen bedanken, liebe Leserinnen und Leser, für Ihre langjährige Treue und die vielen positiven Reaktionen auf unsere redaktionelle Arbeit.