Die Fleischerei Richter mit Stammsitz im sächsischen Löbau wurde erst 1994 gegründet. Heute arbeiten 140 Mitarbeiter in dem Unternehmen mit 25 Filialen. Richter expandiert weiter mit neuen Stand-orten und zusätzlichen Leistungsfeldern. Vom Vieheinkauf über die handwerkliche Schlach-tung bis hin zur feinen Küche reicht das Programm der Familien-Fleischerei. Seit einigen Monaten haben die Richters ihren Full-Service-Betrieb mit einem neuen Warenwirtschaftssystem von Winweb fest im Griff.
25 Filialen fest im Griff
Das Filialnetz der Fleischerei Richter erstreckt sich von Bad Muskau nahe der deutsch-polnischen Grenze über Görlitz und das deutsch-tschechische Grenzgebiet bis Bautzen. Der Besuch der Filialen erzählt auch gleich deren unterschiedliche Geschichten: Da waren in den letzten 18 Jahren mehrere Geschäftsübernahmen und Filialneueröffnungen. Die Filialausrichtung reicht vom dörflichen Nahversorgerstandort über gastronomisch ausgerichtete Kombiläden bis hin zu Vorkassenzonen und „Shop-in-Shop“-Lösungen. Das Erfolgsrezept für das starke wirtschaftliche Wachstum der letzten Jahre heißt „handwerkliche Frische zu günstigen Preisen“.
Roland Richter selbst ist Wurstmacher aus Passion. Der ansonsten kostenbewusste Unternehmer spart nicht bei den wertvollen Rohstoffen für seine „Handwerksqualität aus der Lausitz“. Am Standort Niesky werden täglich Schweine und mehrere Rinder geschlachtet, die Richter bei Mästern in der heimatlichen Region direkt einkauft. Der eigene Schlachtbetrieb schafft auch ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal: Denn nur so wird das traditionelle Warmfleischwursten und der Verzicht auf viele Zusatzstoffe ermöglicht - in einigen Sorten ist das im Pökelsalz enthaltene Nitrit der einzige Zusatzstoff. Handwerklich sind aber nicht nur die Rezepturen, sondern auch die Arbeitsweisen und die Art des Wirtschaftens: Von der Schlachtung bis zur Feinkostküche - überall sind eigene Mitarbeiter am Werk.
Neue Software spart Zeit
Das schnelle Wachstum brachte in den zurückliegenden Jahren viele bauliche, technische und organisatorische Herausforderungen. Seit einigen Monaten hat die Sicherheit der vielfältigen Abläufe vom Wareneingang bis zur Filialführung einen neuen Namen: Winweb. Welche Bedeutung die Einführung dieser Software für Fleischverarbeiter in Handwerk und Industrie hat, bringt Kathrin Richter, die Tochter des Firmengründers und Inhabers Roland Richter, auf den Punkt: „Wenn wir diese Software nicht hätten, würden wir all die Arbeiten in unserer Firma in dieser geringen Personalstärke nicht schaffen.“ Kathrin Richter erklärt die Zeitersparnis durch das Winweb-System genauer: „Bei allen wichtigen Arbeiten sind jetzt die Bedienerzeiten geringer geworden. Das ist einfach optimales Handling.“ Mit einem Klick auf der Computertastatur beweist die Juniorchefin ihre Aussage: „Schauen Sie, ich gehe jetzt auf ‚Kundenstamm‘, dann auf den einzelnen Kunden, dann auf ‚Kundeninfo‘. Schon sehe ich auf einen Blick alle Rechnungen, Angebote, Konditionen, Zahlungsziele, Adressdaten und Ansprechpartner. Oder auch das, was gerade jetzt für diesen Kunden fakturiert wurde.“
Lief das von Anfang an so gut, wie war der erste Tag, an dem sich das System in der Praxis der Fleischerei Richter bewähren musste? Jens Herrlich, IT-Verantwortlicher bei Richter: „Dieser Moment war schon spannend. Am meisten beeindruckte mich, wie Winweb mit den Waagen und den weiteren angeschlossenen Scannern und Auszeichnern vom ersten Tag an zusammenspielte. Es gab nur punktuell Nachjustierungen.“ Jens Herrlich sieht den Start ohne lästige Anlaufschwierigkeiten aber nicht als bloßen glücklichen Zufall: „So wie das Ding aufgebaut ist, passt es zu den Abläufen und Anforderungen in einer großen Fleischerei. Die Leute, die diese Software gemacht haben, haben einfach eine Denke für diese Branche.“
Vollständige Transparenz
Der Chef des Hauses, Roland Richter, hatte die Entscheidung für Winweb sorgfältig vorbereitet und genau bewertet, welcher Anbieter was leistet: „Wir hatten natürlich verschiedene Anbieter hier und Angebote verglichen. Wir haben uns die Szene schon ganz genau angeschaut.“ Den Ausschlag für Winweb gab die ausschließliche Spezialisierung auf die Fleischwirtschaft. Roland Richter: „Nicht alle Anbieter konnten unser ganzes Spektrum, also vom Vieheinkauf und der Schlachtung bis zum Filialbetrieb, abbilden.“
Die Fleischerei Richter hatte natürlich auch vorher schon ein Warenwirtschaftssystem. Roland Richter: „Als ich eines Tages sah, dass eine Büromitarbeiterin zusätzlich zum Computer den Taschenrechner brauchte, um den Fragebogen für das Statistische Bundesamt auszufüllen, wusste ich, dass wir da mit einer veralteten Technik arbeiten.“ Da stellte sich der Fleischermeister vor die Entscheidung: „Entweder wir kämpfen mit dem System weiter oder ich investiere in die Zukunft.“
Kathrin Richter erklärt diesen Fortschritt genau: „In der Zeit vor Winweb war alles noch auf DOS-Oberfläche. Es gab beispielsweise oft die Meldung Maximale Anzahl der Programme erreicht, dann musste man erst ein Programm schließen. Jetzt hingegen sehe ich alles auf einen Blick: Wer hat den Auftrag angenommen? Wer hat ihn eingegeben? Wann wurde der Lieferschein gedruckt? Wann ging die Rechnung raus?“ Kathrin Richter beeindruckt vor allem, dass auch bei nicht alltäglichen Vorgängen die volle Transparenz gegeben ist: „Da reklamiert mal ein Kunde, da muss mal eine Rechnungszweitschrift erstellt oder nachträglich ein anderer Preis eingegeben werden.“
Kontrolle auf allen Ebenen
Während in der Anbindung der 25 Filialen vor allem die Filialkontrolle zählt, heißt das betriebswirtschaftliche Ziel in der Produktion „Kontrolle des Wareneinsatzes“. Fleischtechniker Stefan Richter, der Sohn des Inhabers, ist für das Qualitätsmanagement verantwortlich und hat am Rechner die Administratorrechte. Die Eingabe der Rezepturen hat er selbst übernommen, „das ging ruck, zuck, das habe ich mir viel aufwändiger vorgestellt“, erinnert er sich. Das Ergebnis ist für Stefan Richter eine erhöhte Kalkulationssicherheit. Er bringt das auf eine einfache Formel: „Unsere Aufgabe ist es, die beste Wurst herzustellen und dann erfolgreich zu verkaufen. Winweb ist ein Instrument dafür.“
Wenn Betriebsinhaber oder IT-Verantwortliche bei der Einführung einer neuen Software stöhnen, dann liegt der Grund häufig im hohen Schulungsaufwand bei der Einführung. Jens Herrlich dazu: „Das Programm erklärt sich sehr gut selbst. Wenn man da auf ‚Hilfe‘ klickt, kriegt man tatsächlich nützliche und verständliche Hinweise.“ Die Anerkennung für die nutzbringenden Hinweise zollt Jens Herrlich auch der Hotline von Winweb: „Die lassen keinen Kunden im Regen stehen. Und man kriegt kurzfristig wertvolle Hilfestellungen.“
Bei so viel Kundenzufriedenheit stellt sich die Frage: Gibt es mit dem neuen System gar keine Pannen, keine Fehler? Kathrin Richter: „Doch, die passieren. Aber die Gründe dafür waren meist rein menschliche Fehler. Da wurde etwa ein Name oder eine Nummer falsch eingegeben“. Damit das fehlerfrei arbeitende System auch die höchst mögliche Betriebssicherheit bietet, arbeitet die Fleischerei Richter mit einem Doppelserversystem - zwei Server bieten die Sicherheit, dass nichts verloren geht, selbst wenn einmal einer ausfällt.
Fritz Gempel