Editorial -

Zeit des Wandels

Das Corona-Virus hat viel verändert. Das öffentliche Leben ist auf das notwendige Minimum heruntergefahren und das private findet meist nur noch in den eigenen vier Wänden statt. Soziale Kontakte beschränken sich auf zufällige Begegnungen beim Einkaufen – stets auf Abstand und immer hinter FFP2-Masken. Ein Stück Normalität ist dank Impfstoff zwar in Sicht, doch angesichts der andauernden Einschränkungen durch den Lockdown liegen die Nerven vor allem bei denjenigen immer blanker, die um ihre Existenzen bangen müssen.

Ganze Wirtschaftszweige wie die Gastronomie stehen so gut wie still, die Restaurants versuchen allenfalls, die Zeit des Lockdowns mit einem Abhol- oder Lieferservice irgendwie zu überbrücken. Messegesellschaften sind gezwungen, eine Fachmesse nach der anderen abzusagen, bieten stattdessen digitale Ersatz-Plattformen und Online-Veranstaltungen an. Trotzdem fehlt allen, den potenziellen Ausstellern ebenso wie den Besuchern, die Präsenz vor Ort in den Hallen, da ist der „Digitalisierungsschub“ letztlich nur ein kleiner Trost.

Bei den Betrieben des Fleischerhandwerks ist das Geschäftsfeld Partyservice und Catering komplett eingebrochen. Den Umsatzausfall konnten die Fleischereien jedoch durch Zuwächse im klassischen Thekenverkauf oder im to-go-Geschäft ausgleichen, erfreulicherweise oft sogar mehr als das. Dennoch fehlt der Branche ihr zweites Standbein, das hoffentlich bald wieder in Tritt kommt.

Covid-19 hat aber durchaus auch den einen oder anderen positiven Effekt. So hat die Pandemie die Verbraucher unter anderem noch mehr für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisiert, den Trend Regionalität verstärkt und das Bewusstsein für Produktqualität geschärft. Diese Entwicklungen kommen insbesondere dem Image von handwerklichen Fleischereien zugute, die im Umgang mit der Krise mehr Wertschätzung erfahren. Das zumindest soll auch nach Corona andauern!

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