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Zehn Jahre EFSA

Vom 12. bis 16. November beging die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) den 10. Jahrestag ihrer Errichtung. Aus diesem Anlass und angesichts der ebenso weit zurückliegenden Einführung des allgemeinen Lebensmittelrechts der EU veranstaltete die EFSA gemeinsam mit der Europäischen Kommission am 13. November 2012 eine Konferenz in Parma, Italien, mit dem Titel „Startklar für die Aufgaben von morgen“. Die Veranstaltung, an der internationale Experten aus Wissenschaft und Forschung teilnahmen, bot anlässlich des Jahrestags die Gelegenheit, auf die wichtigsten Errungenschaften in den letzten zehn Jahren zurückzublicken und die Aufgaben der Zukunft ins Auge zu fassen.

Ende der 1990er Jahre kam es in der EU zu einer Reihe von Lebensmittelkrisen (BSE, Salmonellen, Dioxine), die das Vertrauen der Verbraucher in die Systeme der Lebensmittelproduktion und -verbreitung erschütterten und Mängel an dem damaligen System offenbarten. Daraufhin hatte die EU beschlossen, eine Behörde für Lebensmittelsicherheit zu errichten.

Die EFSA ist damit beauftragt, unabhängige wissenschaftliche Beratung und technische Unterstützung für die EU-Politik in allen Bereichen bereitzustellen, die direkt oder indirekt mit Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit zusammenhängen. Außerdem ist sie dafür zuständig, über alle Fragen in diesen Bereichen zu unterrichten und auf Risiken in der Lebensmittelkette hinzuweisen.

Wenn sie von der Kommission dazu aufgefordert wird, erteilt die EFSA auch wissenschaftliche Ratschläge zur menschlichen Ernährung. Ferner erstellt sie wissenschaftliche Gutachten zu Tiergesundheit und Tierschutz, Pflanzengesundheit und genetisch veränderten Organismen, auch wenn diese nicht mit der Lebensmittelsicherheit in Zusammenhang stehen. Bei all ihren Tätigkeiten arbeitet die EFSA eng zusammen mit den zuständigen Einrichtungen in den Mitgliedstaaten, die vergleichbare Aufgaben wahrnehmen wie sie selbst.

Seit ihrer Gründung konnte die EFSA einen wichtigen Beitrag zu den Fortschritten beim Umgang mit entscheidenden Themen der Lebensmittelsicherheit leisten, zum Beispiel bei der Reduzierung von Salmonelleninfektionen, der Begrenzung der Exposition gegenüber Pestiziden und der Festlegung sicherer Grenzwerte für Pestizidrückstände und der Bewertung von Lebensmittel- und Futtermittelzusatzstoffen.

Mit ihrer Tätigkeit gewährleistet sie auch, dass die Verbraucher in Europa darauf vertrauen können, dass die Ernährungs- und Gesundheitshinweise auf Lebensmitteln auf einer sicheren wissenschaftlichen Grundlage stehen.

Die EU verzeichnet weiterhin ein Höchstmaß an Lebensmittelsicherheit und einen effizienten Umgang mit lebensmittelbedingten Zwischenfällen im letzten Jahrzehnt, sowohl im Hinblick auf die öffentliche Gesundheit als auch auf wirtschaftliche Aspekte.

Die Zusammenarbeit in Fragen der Lebensmittelsicherheit hat sich verbessert und mittlerweile bestehen Netzwerke in ganz Europa, die wissenschaftliche Informationen austauschen und Kommunikationsaktivitäten koordinieren, im Notfall auch in Schnellverfahren. So hat die EFSA im Jahr 2011 die wissenschaftliche Untersuchung des Ausbruchs von Shiga-Toxin produzierenden Escherichia coli (STEC) in Deutschland und Frankreich koordiniert, so dass die mutmaßliche Kontaminierungsquelle ermittelt werden konnte und die in der EU für das Risikomanagement verantwortlichen Stellen entsprechende Maßnahmen zum Schutz der Verbraucher treffen konnten.

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