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Weniger Fleisch und Fleischwaren im Einkaufskorb der Deutschen

Das Ernährungsverhalten ist insgesamt stabil und verändert sich nur langsam. Wesentliche Auswirkungen gehen weiterhin von der demografischen Entwicklung mit einem wachsenden Anteil älterer Menschen aus, deren Nahrungsmittelkonsum insgesamt geringer ist als der von jungen Menschen.

Wie die Verbände der Fleischwirtschaft – VDF und BVDF – mitteilen, haben in Deutschland die privaten Haushalte auch im Jahr 2018 wieder weniger Fleisch und Fleischwaren eingekauft als im Jahr zuvor. Dieser Trend hat sich nach Informationen der AMI auch im ersten Quartal des laufenden Jahres fortgesetzt. So sank die Einkaufsmenge von Januar bis März 2019 von Fleisch und Fleischwaren um insgesamt 4,2 Prozent.

Während der Rückgang bei Rind (–4,9 Prozent) und Schwein (–4 Prozent) besonders deutlich ausfiel, ging das Volumen bei Fleischerzeugnissen um 2,6 Prozent zurück.

Dem Rückgang der privaten Einkäufe steht eine deutliche Steigerung des Außer-Haus-Verzehrs gegenüber, ebenfalls eine Folge gesellschaftlicher Veränderung. Essen findet immer häufiger in Kantinen, Restaurants oder auf der Straße (Streetfood) statt.

Der Fleischverzehr insgesamt ist in Deutschland im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um 0,2 kg auf 60,2 kg pro Kopf gestiegen. Die EU-Kommission kommunizierte für 2018 für die Europäische Union insgesamt sogar eine Zunahme des Verbrauchs von 68,4 kg auf 70,1 kg. Der Zuwachs basiert aber ausschließlich auf einer Erhöhung des Geflügelfleischverbrauchs. Alle anderen Fleischarten zeigen im EU-Durchschnitt eine rückläufige Entwicklung. Deutschland liegt beim Verbrauch im europäischen Vergleich mit teilweise deutlichem Abstand hinter Spanien, Dänemark, Portugal, Irland, Österreich, Frankreich und Italien.

Mit einem statistischen Pro-Kopf-Verzehr von 35,7 kg liegt Schweinefleisch trotz eines Rückgangs von 0,4 kg weiterhin deutlich an der Spitze der deutschen Verbrauchergunst. Wichtigste Ursachen für den Rückgang dürften in der demografischen Entwicklung, in der stets weiter zunehmenden Entwicklung hin zum Außer-Haus-Verzehr und im Anstieg des Anteils von Bevölkerungsgruppen, die Schweinefleisch aus dem Ernährungsraster ausschließen, zu finden sein. Auch die Preisrelationen zwischen den Fleisch­arten haben einen Einfluss, der weiterhin das Geflügelfleisch begünstigt. Hier stieg der Pro-Kopf-Verzehr um 0,8 kg auf 13,2 kg.

Der Verzehr von Rindfleisch ist nach einer mehrjährigen Phase des Anstiegs wieder zurückgegangen (um 0,3 kg auf 9,7 kg). Bei dieser Fleischart liegt Deutschland im EU-Vergleich weiterhin ziemlich weit hinten in der Reihenfolge. Nur in Polen, der Slowakei, Rumänien, ­Zypern, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Spanien und Belgien wird je Einwohner weniger Rindfleisch verbraucht als in Deutschland. Vor circa 40 Jahren, bei deutlich niedrigerem durchschnittlichem Einkommen, lag der Verzehr in Deutschland noch um gut 5 kg/Kopf und damit um über 50 Prozent über dem heutigen Niveau. Auf den Verzehr von Schaf- und Ziegenfleisch entfielen 0,6 kg, und andere Fleischarten (insbesondere Innereien, Wild, Kaninchen) sind mit 0,7 kg zu veranschlagen.

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