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Weideschlachtung in der Schweiz

Der Transport ins Schlachthaus und das hektische Umfeld sind für die Tiere Stressfaktoren, die negative Auswirkungen auf die Fleischqualität haben. Mit Unterstützung von FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) und VIER PFOTEN hat Landwirt Nils Müller deshalb die Einführung der in der Schweiz bisher verbotenen Weideschlachtung vorangetrieben.

Es ist eine Premiere für die Schweiz: Nach einem langwierigen Verfahren hat Landwirt Nils Müller im vergangenen Dezember vom Veterinäramt Zürich eine beschränkte Teilbewillligung für zehn Weideschlachtungen direkt auf seinem Betrieb erhalten. Das tierfreundliche System sorgt dafür, dass die Schlachttiere bis zum Tod in der vertrauten Umgebung verbleiben können. Auf dem Bauernhof Zur Chalte Hose in Forch/Schweiz haben die Verantwortlichen des Projekts nach drei erfolgreichen Weideschlachtungen Anfang Juni die ersten positiven Ergebnisse ihrer Arbeit vorgestellt.

Für das neue Verfahren haben Müller und seine Frau Claudia Wanger eine separate Koppel mit einem angrenzenden Hochsitz eingerichtet. Von dort kann der Landwirt, der zu diesem Zweck die Jägerausbildung absolvierte, das zur Schlachtung ausgewählte Tier aus kurzer Distanz ins Visier nehmen und mit einem Schuss gezielt betäuben. Anschließend muss das Rind innerhalb von 90 Sekunden von einem Frontlader angehoben werden, damit es schnell entblutet werden kann. Mit einem Spezialanhänger bringt Müller den Schlachtkörper darauf in das nahe gelegene Schlachtlokal, wo es weniger als eine Stunde nach dem Tod zerlegt wird.

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