Editorial -

Weichen gestellt

Ende 2018 gab es 11.917 Fleischer-Fachgeschäfte in Deutschland, 443 weniger als noch ein Jahr zuvor. Auch die Zahl der Filialen ist gesunken, von 8.192 (Ende 2017) auf 7.750 (–442). Damit war das deutsche Fleischerhandwerk Ende letzten Jahres mit insgesamt 19.667 stationären Verkaufsstellen am Markt vertreten (–885). Das geht aus dem Jahrbuch 2019 des Deutschen Fleischer-Verbandes (DFV) hervor, das auch einen leichten Umsatzrückgang von 0,9 Prozent gegenüber 2017 ausweist: 16,891 Mrd. Euro (2017: 17,044 Mrd. Euro) haben die handwerklichen Fleischereien im Jahr 2018 erwirtschaftet.

Die Halbjahresbilanz 2019 fällt besser aus: 181 weniger Fleischer-Fachgeschäfte zur Jahresmitte bedeutet, dass sich der Betriebsrückgang abgeschwächt hat. Und auf dem 129. Deutschen Fleischer-Verbandstag am 13. Oktober 2019 in München stellte DFV-Präsident Herbert Dohrmann in seiner Eröffnungsrede fest: „Die Umsätze unserer Unternehmen entwickeln sich gut. Obwohl wieder einige Fleischereien geschlossen haben, ist der Umsatz des Fleischerhandwerks insgesamt leicht gestiegen.“

Auf dem Verbandstag wurde aber auch ganz deutlich, dass nicht nur die Betriebe insgesamt immer weniger werden, sondern auch die Zahl der Mitgliedsbetriebe im DFV stetig sinkt, in den kommenden Jahren voraussichtlich jeweils um rund 300 Mitglieder. Damit sinken zwangsläufig auch die Finanzmittel aus den Beiträgen erheblich, mit denen der DFV seine Arbeit und seine Leistungen für die Mitgliedsbetriebe finanziert.

Zur Diskussion und Entscheidung standen in München deshalb insbesondere auch die Finanzplanung und die zukünftige Ausrichtung des Dachverbands der Fleischer. Im Kern ging es dabei um die Beantwortung der Frage, ob der DFV sein bisheriges breites Leistungsspektrum für seine Mitglieder erhalten oder bis auf ein Minimum, nämlich die politische Interessenvertretung, zurückfahren soll. Die Mitglieder haben sich fast einstimmig für die erste Alternative ausgesprochen, den DFV damit in seiner bisherigen Arbeit vollumfänglich bestätigt und einer entsprechenden sukzessiven Beitragserhöhung in den nächsten Jahren zugestimmt. Gut so!

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