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Vor 70 Jahren: Gefällige Firmenbeschriftung

In der Rubrik „Laden und Werkstatt- zweckmäßig und schön“ schrieb Architekt Peter Müller aus Bad Wörishofen regelmäßig über modernen Ladenbau und -gestaltung. Im März 1951 widmete er sich der Firmenbeschriftung. Die Leser sollten sich kein Vorbild an der Werbung der Industrie nehmen: „Zu groß bemessen und dazu mit schreienden Farben wird, rücksichtslos das Straßenbild und Landschaftsbild störend, Reklame gemacht!“ Vielmehr sollte die Gestaltung dezent sein und auch die Namensgebung bedacht werden. „Wenn z. B. eine Metzgerei in der Nähe eines Stadttores liegt und deshalb seit jeher ‚Metzgerei am Tor‘ heißt, so liegt hier die Bezeichnung auch für alle Zukunft schon fest.“ Peter Müller empfahl weiter: “Hat sich aber der Metzgermeister ‚Hans Klopfert‘ einen Namen gemacht, so sollte auch dessen Sohn diesen Namen beibehalten, selbst wenn er Anton Klopfert heißt.“ Bei Farbe und Wahl der Schrift gab der Autor die Lesbarkeit zu bedenken. „Beim Blechschild kann der Name altblau und die Anschrift ‚Metzgerei‘ in kräftigem Ochsenblutton sein, wenn der Grund des Schildes in stumpfer Blattvergoldung ausgeführt ist.“

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