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Tierhaltung und Klimawandel sind kein Widerspruch

Was kommt auf tierhaltende Betriebe durch den Klimawandel zu? Welche Möglichkeiten haben sie beim Klimaschutz und notwendigen Anpassungen? Diesen Fragen gingen rund 160 Teilnehmende in einem Online-Forum der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) und des Deutschen Bauernverbands (DBV) nach. „Das sind Fragen, die kaum ein Betrieb für sich alleine lösen kann: Wissenstransfer braucht Netzwerke, Fortschritt braucht Kooperationen“, so Dr. Hanns-Christoph Eiden, Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), in der die DVS angesiedelt ist.

Tierhaltung und Klimawandel sind kein Widerspruch
Durch neue Wege in der Tierhaltung lassen sich Tierwohl und Umweltschutz miteinander vereinen. -

Beate Kasch, Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, sprach sich dafür aus, gemeinsam neue Wege in der Tierhaltung zu beschreiten, um Tierwohl und Umweltschutz miteinander vereinen zu können. Eine besondere Chance sieht sie in einer gemeinsamen Konzeptentwicklung von Wissenschaft und Betrieben bei gleichzeitiger Einbindung positiver Lösungsansätze in die Bildung der Akteure für den landwirtschaftlichen Sektor.

Bewusstsein für Klimaschutz ist angekommen

Eine Plattform für diese Verzahnung von Wissenschaft und Praxis bot das Forum, in dem Fachthemen wie Fütterung, Tiergesundheit und Tierzucht vorgestellt und anschließend von Landwirtinnen und Landwirten praktisch bewertet wurden. Dabei wurde klar, dass vor allem die Fütterung, der Stallumbau und eine klimafreundliche Grünlandnutzung die Betriebe beschäftigen. Hubertus Beringmeier, Landwirt und Vorsitzender des DBV-Fachausschusses Schweinefleisch, zeigte sich davon überzeugt, dass das Bewusstsein für Klimaschutz längst in der landwirtschaftlichen Praxis angekommen sei. Die Wirtschaftlichkeit der Betriebe und die Möglichkeiten zur Umsetzung stellten aber noch Hemmnisse dar, so Beringmeier. Deswegen brauche es Anpassungen im Baurecht und vernünftige Übergangslösungen, um einen Strukturbruch zu verhindern.

Gefordert: Wirtschaftliches Denken und fachliche Kompetenz

Der Deutsche Bauernverband will beim Thema Klimaschutz und Tierhaltung vor allem ein besonderes Augenmerk darauf legen, die wirtschaftliche Perspektive zu erhalten, durch eine Steigerung der Klimaeffizienz die Lebensmittelerzeugung und den Klimaschutz in der Landwirtschaft zu verbinden und vor allem die sogenannten Carbon Leakage-Effekte durch Produktionsverlagerungen zu vermeiden, so der Generalsekretär des DBV, Bernhard Krüsken.

BLE-Präsident Eiden betonte zudem, wie wichtig die Kompetenz der Landwirtinnen und Landwirte für den Prozess der wissenschaftlichen Erprobung sei. Klimaschutz und Tierwohl stellen aus Sicht der BLE keinen Widerspruch dar, so Eiden.

Hintergrund

Die DVS hat die Aufgabe, engagierte Menschen in den ländlichen Räumen zu vernetzen und durch Wissenstransfer zu unterstützen. Bei eigenen Veranstaltungen und über eigene Medien informiert sie die Fachöffentlichkeit auch über Neuigkeiten aus dem Kompetenzzentrum Ländliche Entwicklung (KomLE). Das KomLE setzt das Bundesprogramm Ländliche Entwicklung im Auftrag des BMEL um und fördert als Projektträger bundesweit Modell- und Forschungsvorhaben. Die DVS und das KomLE machen sich in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gemeinsam für die ländliche Entwicklung stark.

www.netzwerk-laendlicher-raum.de

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