Ernährungsberatung -

Süßkartoffeln: Gemüse mit Potenzial

Die Süßkartoffel, auch Batate genannt, hat mittlerweile den deutschen Markt erobert. Ihre enorme Vielseitigkeit in der Küche als Hauptspeise oder Beilage sowie ein ganzjähriges Angebot rücken das Windengewächs immer mehr in den Fokus der Verbraucherinnen und Verbraucher. Inzwischen stammen rund zehn Prozent des Angebots aus Deutschland.

Erfolgreiche Anbauversuche haben der deutschen Produktion den Weg geebnet. Die Anbaufläche in Deutschland wird zwar statistisch noch nicht erfasst, beträgt aber nach ersten Schätzungen mittlerweile etwa 200 Hektar – das entspricht zwischen 3.000 und 5.000 Tonnen marktfähigem Ertrag und spiegelt zwischen 9 und 14 Prozent der gesamten, am deutschen Markt verfügbaren Menge wider. Anbauschwerpunkte liegen in Bayern, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz. Vor allem Betriebe mit Direktvermarktung, darunter viele Bio-Betriebe, haben mit einem kleinflächigen Anbau begonnen.

Komplettiert wird das Angebot durch Einfuhren, insbesondere aus den USA, Spanien, den Niederlanden, Ägypten und Portugal. Deutschland ist heute der sechstgrößte Süßkartoffel-Importeur weltweit. Betrug die Importmenge 2009 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes noch 1.817 Tonnen, so wurden 2018 schon 28.984 Tonnen und 2019 voraussichtlich rund 31.300 Tonnen Süßkartoffeln importiert.

Die Weltproduktion von Süßkartoffeln betrug 2018 nach Angaben der FAO rund 92 Millionen Tonnen. Mit Abstand größter Exporteur weltweit sind die USA. In der EU werden Süßkartoffeln vor allem in Spanien, Portugal, Italien und Griechenland angebaut, aber auch Länder in Mitteleuropa haben mit dem Anbau begonnen.

Süßkartoffeln benötigen viel Licht und Wasser und wachsen am besten bei Temperaturen zwischen 20 und 29 Grad Celsius. Ab einer anhaltenden Bodentemperatur von 12 Grad Celsius sollten die Knollen geerntet sein, da dann ihre Qualität leidet.

Die sehr kälteempfindliche Süßkartoffel kann erst nach den Eisheiligen gepflanzt werden, da sie keinerlei Frost verträgt. Gepflanzt werden vorzugsweise bewurzelte Stecklinge, um einen möglichst großen Anteil marktfähiger Knollen zu erhalten. Die Kulturzeit beträgt je nach Sorte 90 bis 130 Tage. Nach dem Abmähen des Laubes werden die Knollen mit umgebauten Kartoffelrodern schonend aus der Erde gehoben, um sie danach von Hand einzusammeln.

Nach der Ernte werden Süßkartoffeln vier bis zehn Tage einer Nachbehandlung („Curing“) bei 27 bis 33 Grad Celsius und 80 bis 95 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit unterzogen. Dies härtet die Schale, erhöht den Schutz vor Krankheitsbefall, schließt kleine Wunden und verringert Feuchtigkeitsverluste. Danach können sie sechs bis zwölf Monate bei 12 bis 16 Grad Celsius gelagert werden. Neben der bekanntesten Sorte „Beauregard“ mit orangefarbenem Fleisch werden derzeit viele neue Sorten gezüchtet, die für einen Anbau in unseren Breiten geeignet sind.

Süßkartoffeln können wie Kartoffeln geschält und verarbeitet werden, brauchen aber nur ein Drittel ihrer Garzeit. Mit ihrem aromatisch-süßlichen Geschmack, der zwischen Karotte und Kürbis rangiert, schmecken sie als Püree oder Suppe, solo oder in gemischten Pfannengerichten, Aufläufen als Bratling oder sogar in Süßspeisen, Kuchen oder Brot.

Süßkartoffeln enthalten so gut wie kein Eiweiß oder Fett, dafür aber ein buntes Spektrum an Mineralstoffen und Vitaminen. Da sie mehr Kohlenhydrate enthalten als Kartoffeln, liefern sie auch mehr Energie: 114 kcal pro 100 Gramm verglichen mit 77 kcal pro 100 Gramm bei Kartoffeln.

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