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Studie: Großes Potenzial für Online-Essenbestelldienste

Es ist Sonntag und alle Lebensmittelgeschäfte haben geschlossen, es fehlt an Lust oder schlichtweg der Zeit zum selber Kochen. Gründe, um auswärts zu essen, gibt es viele, doch die Deutschen bevorzugen die eigenen vier Wände. Werden sie vor die Wahl gestellt, ob sie lieber auswärts oder zu Hause essen, geben lediglich sieben Prozent an, grundsätzlich Restaurants zu bevorzugen. 39 Prozent sagen, sie essen lieber zu Hause.

Diese Vorliebe der Deutschen birgt ein großes Potenzial für Online-Essenbestelldienste, das in Zeiten, in denen sich der Alltag der Menschen zunehmend online abspielt, sehr groß ist. Dennoch hat bisher nur jeder fünfte Deutsche (19 Prozent) sein Essen bei Lieferdiensten wie Lieferando, Deliveroo oder foodora bestellt, wie der aktuelle Report „Essen per Klick – Nutzung und Potenzial von Online-Essenlieferdiensten“ des internationalen Markforschungs- und Beratungsinstituts YouGov zeigt.

Die derzeitigen Nutzer der Online-Essenbestelldienste sind vor allem männlich, jünger und wohnen in urbanen Regionen. Doch auch bei einem Großteil der restlichen Bevölkerung sind die Grundvoraussetzungen für die potenzielle Nutzung von Online-Lieferdiensten gegeben: Sieben von zehn Deutschen sind gegenüber Lieferdiensten oder Essen zum Mitnehmen grundsätzlich offen. 72 Prozent nutzen das Internet zudem zum Online-Shopping von Waren und Dienstleistungen. „Wer sowohl eine Affinität für Lieferdienste besitzt und zudem das Internet zum Kauf von Waren und Dienstleistungen nutzt, bietet die optimale Zielgruppe für Online-Essenbestelldienste“, sagt Markus Braun, Head of Business Unit Reports bei YouGov. Aktuell erfüllt dabei rund jeder zweite Deutsche (48 Prozent) diese beiden Voraussetzungen. „Das Potenzial ist also groß“, so Braun. In dieser Gruppe ist der Anteil an Menschen ohne Kinder (53 Prozent) und Personen, die in einer Beziehung sind, aber nicht zusammenleben (60 Prozent), besonders hoch. „Hier gilt es, gezielt auf deren Bedürfnisse und Ansprüche einzugehen“, sagt Braun. Zusätzlich drängen Gastronomieketten wie z. B. McDonald’s oder Burger King mithilfe von Partnern selbst in den Lieferbereich. „Wer sein eigenes Angebot nicht ebenfalls um die Online-Bestellmöglichkeit erweitert, läuft Gefahr, Kunden – online wie Laufkundschaft – an Anbieter zu verlieren, die hier bereits präsenter sind“.

Wichtig dabei ist, die Essgewohnheiten der eigenen Kunden zu kennen und dieses Wissen in einer gezielten Ansprache zu nutzen. So isst knapp die Hälfte (48 Prozent) der Potenzialkunden zwischen den Hauptmahlzeiten oft Snacks. 49 Prozent haben häufig keine Zeit, sich eine Mahlzeit zu kochen. „Potenzielle Nutzer haben also eher wenig Zeit, um selbst zu kochen und sind vergleichsweise offen für Mahlzeiten zwischendurch. Anbieter sollten die Offenheit für neue Gerichte nutzen und bei der Kommunikation auch Zwischenmahlzeiten oder Snacks thematisieren“, so Braun.

Hinsichtlich der Ansprüche an das Angebot der Anbieter lassen sich ebenfalls Aussagen über die Vorlieben der potenziellen Nutzer machen. Unter anderem ernährt sich die große Mehrheit (86 Prozent) fleischhaltig, jedem Zweiten ist die Frische besonders wichtig und zwei von fünf möglichen Kunden achten auf Zuckergehalt und Fettanteil. Italienische Restaurants stehen unter den potenziellen Nutzern besonders hoch im Kurs: 72 Prozent besuchen diese zumindest gelegentlich. Aber auch andere Küchen erfreuen sich hier großer Beliebtheit.

www.yougov.de

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