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Schweinehalter unter Druck

Der wirtschaftliche Existenzdruck auf die Schweinehalter nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Darauf hat Matthias Quaing, Marktreferent bei der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISD), ein bundesweiter Zusammenschluss von rund 12.000 marktwirtschaftlich orientierten und spezialisierten Schweinehaltern mit Sitz in Damme im Landkreis Vechta, aufmerksam gemacht.

Nach Informationen von Quaing haben die explodierenden Futterkosten für Schweine an der Misere der Schweinehalter einen großen Anteil. Denn sie hätten sich innerhalb der letzten siebeneinhalb Monate um ungefähr 20 Prozent erhöht. Die Schweinepreise seien bei weitem nicht so stark gestiegen, so dass der Landwirt pro Schwein mittlerweile einen Verlust von acht Euro verdauen müsse.

Kern- und Angelpunkt der schlechten Situation der Schweinehalter ist nach Auffassung von Quaing die nach wie vor zu geringe Bereitschaft der Konsumenten, für qualitativ hochwertiges Fleisch auch etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Aus Schweinehaltersicht wären 1,90 Euro pro Kilo und somit 20 bis 30 Cent mehr als jetzt vertretbar. Der Verbraucher müsste dann 50 bis 60 Cent mehr für das Kilo bezahlen.

Deutschland sei noch immer das Land mit den niedrigsten Lebensmittelpreisen, beklagt Quaing. Neben den Verbrauchern sieht der ISN-Mitarbeiter den Einzelhandel in der Pflicht: „Er sollte auf zu billige Lockvogelangebote unbedingt verzichten.“ Thomas Klaus

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