Praxistipps -

Saubere Luft trotz Räuchern

In den letzten Jahren investierte die Fleischverarbeitende Industrie laut Eurostat im Schnitt 389 Mio. Euro in Maschinen und Ausrüstung. Dabei stehen die Unternehmen beim Neukauf von Equipment vor einer sensiblen Herausforderung namens EU-Zulassung.

Die Übergangsfrist der 2004 verabschiedeten Rechtsvorschriften für Lebensmittelhygiene endete am 31.12.2009 und um diese Zulassung von nun an problemlos zu erlangen, muss neben hygienischen Aspekten, auch ein rücksichtsvoller Umgang mit der Umwelt aufgezeigt werden. Dabei ist bereits ab einer Räucherkapazität von 1.000kg Fleischwaren/Woche die Abgasbehandlung durch die 4. BImSchV / IED-Richtlinie vorgeschrieben, ab 75 t/Tag erfordert die Genehmigung sogar ein öffentliches Verfahren. Des Weiteren definieren die TA-Luft sowie die Technische VDI-Regel 2595 (Blatt 1) wichtige Ansprüche an die Unternehmen.

Die gezielte Behandlung der beim Räuchern von Fleisch entstehenden umweltbelastenden Stoffe, wie etwa Phenole und Ester, hat viele Vorteile. Zum einen ist es wahrscheinlicher, dass die oben genannte EU-Zulassung gewährt wird. Zum anderen werden bei der Behandlung auch etwaige Gerüche neutralisiert, die potenzieller Streitpunkt für die unmittelbare Nachbarschaft sind.

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, um das Abgas zu reinigen. Die bekannteste von ihnen ist die thermische Nachverbrennung. Diese Behandlung ist simpel und günstig in der Anschaffung, verursacht aber hohe Betriebskosten. Eine andere Option ist die katalytische Nachverbrennung. Ihr Anschaffungspreis liegt höher, aber die Folgekosten sind dafür geringer. Beide Behandlungen benötigen Zusatzenergie in Form von Brenngas. Eine dritte Methode ist die Kombination eines Elektrofilters mit einem Nasswäscher. Dieses Verfahren hat geringere Betriebskosten, die vor allem durch den Wasserverbrauch verursacht werden, aber etwas höhere Wartungsaufwendungen. Der Einsatz von Verbrennungsverfahren ist bei größeren Betrieben vorteilhaft, wenn die entstehende Wärme in der Produktion genutzt werden kann.

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