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Rinderschlachthof deckt Bedarf

Die Spreewälder Landfleischerei in Kümmritz eröffnete am 14. April 2008 einen neuen Rinderschlachthof mit EG-Zulassung. Er ist der Einzige in ganz Brandenburg und deckt eine von den Tierzüchtern beklagte Bedarfslücke ab.

◆ Brandenburg hat endlich wieder einen Rinderschlachthof. Nachdem der letzte Betrieb im März 2007 geschlossen wurde, mussten die Bauern ihre Rinder weite Strecken bis nach Teterow in Mecklenburg-Vorpommern oder Altenburg in Thüringen zur Schlachtung transportieren lassen. Das war strapaziös für die Tiere und kostenaufwendig für die Bauern. Denn dem Bauern blieben pro Schlachtkörper am Haken nur zwischen 150 und 200 Euro Reingewinn, weil der Schlachthof rund 40 Euro Transportkosten erhob. Das war eine schmerzliche Einbuße. Doch nun können die Bauern im Umkreis von etwa 20 km ihre Tiere selbst mit dem eigenen Traktor oder Viehanhänger zur Schlachtung nach Kümmritz bringen.

Im Dezember 2006 eröffnete Jens Schniese in Kümmritz die Spreewälder Landfleischerei. Zunächst startete man mit der Schlachtung und Verarbeitung von Schweinen, Schafen und Wild aus der Region. Drängender Anstoß zur Gründung des Unternehmens waren für den staatlich geprüften Landwirtschaftsmeister aber auch, gute Schlachtmöglichkeiten für Strauße zu schaffen. Denn seit 2000 betreibt er eine Straußenfarm in Zauche, die sich mit ihrer wachsenden Produktpalette prächtig entwickelt. Die Nachfrage nach dem schmackhaften Fleisch, nach Wurst und Schinken vom Strauß steigt. Der Bedarf ist höher, als der Betrieb anbieten kann.

Die Landfleischerei gewann unter den Spreewälder Verbrauchern rasch Zuspruch. Die Leute lieben den Schinken und die Wurst aus Kümmritz, weil sie ganz frisch und ohne Konservierungsstoffe hergestellt sind. Bei der Warmschlachtung zeichnen sich die Erzeugnisse durch einen sehr intensiven Fleischgeschmack aus. Die Kunden loben, dass die Produkte nach Hausschlachtung schmecken, die sie noch gut kennen. Die kleine Fleischerei pflegt bewusst überlieferte Raffinessen handwerklicher Traditionen. Die erfolgreiche Auslastung des Betriebes bot die wirtschaftliche Grundlage für den Aufbau des Rinderschlachthofes.

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