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Neue Handelsklasse für Schweine

Ende September 2011 wurde die Verordnung über gesetzliche Handelsklassen für Schweineschlachtkörper (Schweineschlachtkörper-Handelsklassenverordnung SchwHKlV) in Deutschland geändert. Die Handelsklasse E enthält nur noch Schlachtkörper mit 55 bis unter 60 Prozent Muskelfleischanteil. Für die Schlachtkörper ab 60 Prozent Muskelfleischanteil wurde die Handelsklasse S neu eingeführt.

Gleichzeitig wurde auch die Schätzformel für die apparative Klassifizierung geändert, so dass der Muskelfleischanteil in Zukunft wohl etwas höher liegen wird, als nach den bisherigen Methoden. Das führt dazu, dass vermutlich mehr Schweine in die neue Kategorie S fallen werden als bisher. Das kann auch dazu führen, dass die Preise für die unteren Handelsklassen U bis P weiter unter Druck geraten als bisher.

Sollte der Basispreis konstant bleiben, so werden vermutlich auch die Preise für Teilstücke in den Klassen E und U deutlich geringer ausfallen als bisher.

Die Änderung der Verordnung war nötig geworden, um der züchterischen Entwicklung am Markt gerecht zu werden. Die aktuellen Züchtungen haben einen immer höheren Muskelfleischanteil, der sich mit dem bisherigen System nicht mehr korrekt darstellen ließ. Darüber hinaus wurden neue Geräte zur automatischen Klassifizierung zugelassen, was ebenfalls eine Überarbeitung der geltenden Verordnung nach sich zog.

Heute erfolgt die Klassifizierung in Deutschland überwiegend nach dem System Auto-FOM. Die Schätzformeln, die den aktuellen Handelsklassen zugrundeliegen, stammen aus dem Jahr 1997, als das Auto-FOM noch gar nicht entwickelt war. Die neuen Schätzformeln bilden die Wirklichkeit deutlich genauer ab und tragen auch den modernen Klassifizierungswerkzeugen Rechnung.

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