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Nelkenpreise explodieren

Aus dem Nichts sind die Preise für Gewürznelken explodiert, so der Fachverband der Gewürzindustrie e.V., Bonn. Niemals zuvor waren Nelken so knapp und teuer. Im Ursprung, hauptsächlich Indonesien, ist kaum noch Ware verfügbar. Eine Baumkrankheit in Manado und Java hat zu einem fast 90-prozentigen Ernteausfall geführt. Verfügbare Reste hat die heimische Zigarettenindustrie aufgekauft. Das Preisniveau hat sich verdreifacht. Entspannung ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten, denn Nelkenbäume brauchen fünf bis sieben Jahre, bis sie Ertrag bringen.

Auch bei weiteren Gewürzen und Kräutern hält die seit geraumer Zeit zu beobachtende Verknappung an. Koriander und Senfkörner aus der Ukraine, Russland und Bulgarien/Rumänien sind weder in gewohnter Menge noch in gewohnter Qualität verfügbar. Es wird eine Ernte von 60 bis 80 Prozent des Normalertrages erwartet, dies bei sehr dunklen Qualitäten infolge hoher Feuchtigkeit. Ingwer aus Nigeria ist derzeit in erforderlicher Qualität nicht zu beschaffen. Erst in drei bis fünf Monaten wird wieder mit einer regulären Ernte gerechnet. Macis (Muskatblüte) aus Indonesien ist praktisch nicht verfügbar. Die Preise sind spekulativ.

Speisegelatine wird fortlaufend teurer. Die globale Gelatineindustrie ist mit einer Verknappung ihres Rohstoffs zur Produktion von Rindergelatine konfrontiert. Selbst bestehende Kontrakte können nicht vollständig erfüllt werden. Dies wirkt sich auch auf die Preise von Schweinegelatine aus, auf die zum Teil ausgewichen wird. Auch hier kommt es zu Lieferengpässen. Gelatinelieferanten beschränken die Gültigkeit ihrer zum dritten Quartal 2011 angehobenen Preise auf dieses Quartal.

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