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Mit Pfälzer Leberwurst auf Europakurs

Noch ist der Export von original Pfälzer Leberwurst ein zartes Pflänzchen, doch Peter Cornelius und seine Schwester Petra Cornelius-Morjan sagen ihm gute Wachstumschancen voraus. Im vergangenen Jahr lag der Exportanteil der Cornelius GmbH, Hockenheim, bei lediglich 0,5 Prozent des Absatzes, soll sich aber im laufenden Jahr verdreifachen. Neben Spanien steht das Engagement in den skandinavischen Ländern und den Beneluxstaaten an vorderster Stelle. Oft besteht nach Auskunft von Peter Cornelius das größte Problem darin, den Konsumenten dort klarzumachen, wie das Produkt aus dem Frischebecher zusammen mit Brot verzehrt wird.

Absatzrenner unter den insgesamt zwölf Produkten ist im Stammmarkt die klassische Leberwurst. „Diese hohe kulinarische Kultur der Pfalz gilt es auch zu bewahren“, plädieren die in der Kurpfalz beheimateten Hersteller für eine entsprechende Einstufung mit dem Siegel des „geschützten geografischen Ursprungs“. Um diesen Anspruch auch mundgerecht schmackhaft zu machen, wurde eine neue Range mit 25 g leichten Miniportionen aus der Taufe gehoben. Diese sollen in 10er-, 20er- und 30er-Einheiten für die Gastronomie und die Haushalte Appetit auf die Spezialität machen.

Im Fachhandel will Cornelius zudem mit einer eigenen Premium-Qualitätsstufe antreten, die nicht über den Discount vermarktet werden soll. Bisher stellt der Absatz über diesen Kanal mit fünf Prozent noch den kleinsten Anteil gegenüber den Vertriebsschienen Lebensmitteleinzelhandel (80 Prozent) und Discount (15 Prozent) dar.

Wachstumsträger sind in erster Linie die Biolinie und die Becherware. „Die 2007 in Betrieb genommene Becheranlage hat sich für uns gelohnt“, sagt Peter Cornelius. Das hiermit erzielte Wachstum, so gibt er zu, werde auch mit dem deutlich höheren Preis für die beim Verbraucher so beliebte Verpackung erkauft. Ein entsprechend höherer Abgabepreis gegenüber dem 125-g-Sterildarm lasse sich kaum erzielen, bedauert er.

Um den Standard der Qualität zu halten, sei nun allerdings eine Preiserhöhung zwingend notwendig. Vor dem Hintergrund, dass allein die Gewürze bis zu 80 Prozent teurer geworden seien, werde dies unumgänglich.

Die Umsatzkurve stieg auch im Jahr 2010 sanft an. So erzielte Cornelius ein Plus von 8,8 Prozent auf 8,5 Millionen Euro. Insgesamt sind 32 Mitarbeiter in dem Familienbetrieb beschäftigt.R. Heck

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