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Mehr Würstchen verkauft

Wie die Marktforschung der H. & E. Reinert Westfälische Privat-Fleischerei, Versmold, mitteilt, ergeben die neuesten GfK-Daten zum Wurstmarkt 2010 einen erfreulichen Trend: Die Gesamtmenge aller verkauften Wurstwaren stieg im letzten Jahr um 0,3 Prozent auf 1.260.000 t.

Dabei kauften Verbraucher in Deutschland im vergangenen Jahr vermehrt SB-Ware. Die Menge der umgesetzten Ware aus dem Kühlregal stieg um +1,5 Prozent auf 853.000 t. Dagegen verlor lose Ware in der Gunst der Kunden: Von ihr wurden 2010 insgesamt 7.000 t weniger verkauft als im Vorjahr, wobei vor allem wieder einmal die Metzgereien und sonstigen Einkaufsstätten signifikante Verluste zu verzeichnen haben.

Brüh- und Rohwurst sowie Pökelware bleiben die beliebtesten Wurstsorten im Markt, auch wenn die Pökelware mit einem Minus von 1,1 Prozent etwas verliert. Auf dem Vormarsch sind dagegen Würstchen. Ihr Marktanteil stieg um 2,4 Punkte auf 13,8 Prozent, insbesondere im SB-Regal mit einem Plus von 3,1 Prozent. Aber auch Thekenware verstärkte sich um 0,8 Prozent.

Bei den Einkaufsstätten dominieren die Discounter ohne Aldi den Wurstmarkt. Sie gewannen insgesamt 5,7 Prozent Marktanteil dazu, vor allem bei der SB-Ware (+5,1 Prozent). Damit haben sie nun einen Gesamtmarktanteil von 31,1 Prozent. Auch die LEH-Vollsortimenter konnten Boden gutmachen. Ihr Marktanteil im Wurstmarkt stieg um 4,3 auf 18,3 Prozent, bei der SB-Ware um 4,2 Prozent und bei der losen Ware sogar um sechs Prozent. Verloren haben dagegen die SB-Warenhäuser, deren Anteil um 3,6 auf 17,5 Prozent sank.

Auch Aldi und die Metzgereien büßten im Vorjahr Marktanteile ein. Vor allem die Fleischerbetriebe sind laut der Erhebung der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) unter 13.000 Haushalten die Verlierer. Insgesamt verloren sie 2010 5,8 Prozent Marktanteil und konnten insbesondere im Bereich der Theke nichts hinzugewinnen. Der Verlust der Käuferschaft hält demnach weiter an.

Nach Untersuchungen, die Reinert 2010 mit der „Allgemeinen Fleischer Zeitung“ durchgeführt hat, haben Metzgereien zunehmend Probleme, eine breite Käuferschicht anzusprechen. Ihr Klientel sind vor allem ältere Menschen. Jüngere halten meist die Öffnungszeiten oder die fehlende Übersicht, was beispielsweise zehn Scheiben Aufschnitt kosten, vom Weg zum Metzger ab. Reinerts Category Management rät Fleischereien daher zu mehr Übersicht an der Theke und einem optimierten Angebot, um dem Abwärtstrend entgegenzusteuern.

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