Branche -

Mehr Tierschutz für Schweine

Das Pig Research Centre des Danish Agriculture & Food Council (DAFC) ist dabei, eine neue Tierschutzpolitik umzusetzen, die den Produzenten noch mehr Verantwortung für das Wohl der Tiere auferlegt. Qualitätsleiterin Trine Vig: „Die Branche hat sich aus eigenem Antrieb konkrete Ziele für eine Reihe von Tierschutzbereichen gesteckt. Diese Ziele sind eine natürliche Folge unserer Tierschutzarbeit, und wir rechnen damit, dass im Zuge unserer Forschung weitere Ziele hinzukommen werden.“ Vor dem Hintergrund eines Tierschutzseminars mit 80 Schweineproduzenten wurden für die neue Tierschutzpolitik folgende Entwicklungsziele sowie Anweisungen zur Sicherung ihrer Umsetzung festgelegt:

-Senkung der Sterblichkeit um zwanzig Prozent: Für Sauen soll dieses Ziel bereits 2013, für die übrigen Tiere spätestens 2020 erreicht werden. Die Mittel sind vermehrte Forschung und Wissensvermittlung sowie Umfeldverbesserungen und andere Strategien zur Sicherung lebensfähiger Ferkel.

-Zehn Prozent weniger Antibiotikaeinsatz pro Schwein bis 2013: Als erster Erzeugerverband hat die dänische Schweinebranche einen freiwilligen Anwendungsstopp für kritische Antibiotika wie Fluroquinolone und Cephalosporine eingeführt, die für die Behandlung von Menschen von großer Bedeutung sind. Wichtige Ansatzpunkte sind auch generelle Verbesserungen des Gesundheitszustands durch vorbeugende Maßnahmen in den Beständen, bessere Haltungsbedingungen sowie Erforschung neuer Behandlungsverfahren.

-Gruppen- oder Freilaufhaltung von Sauen aller Abschnitte: Nach schwedischem Vorbild sollen Sauen ab 2021 in allen Stallabschnitten in Freilaufbuchten gehalten werden. Bis dahin sollen durch Intensivierung der F&E-Kooperation betriebssichere Haltungssysteme entwickelt werden, die zugleich die Ferkelsterblichkeit senken sollen. Bis 2020 soll die Freilaufhaltung für mindestens zehn Prozent der säugenden Sauen eingeführt sein.

-Verbesserte Einrichtung und Nutzung von Krankenbuchten: Konsequent korrekte Nutzung von Krankenbuchten trägt zur Verbesserung des Tierwohls und zur Senkung der Sterblichkeit bei. Aufklärungsarbeit und verschärfte Kontrollen unter Einbeziehung von Tierärzten und Beratern sollen die bei DANISH-Kontrollen festgestellten Mängel so schnell wie möglich und bis spätestens 2013 reduzieren. Abweichungen bezüglich Bereitstellung und Einrichtung von Krankenbuchten von zehn auf weniger als ein Prozent, Defizite beim Einsatz von Krankenbuchten von zehn auf höchstens fünf Prozent. Entsprechende Maßnahmen laufen seit Anfang 2011.

-Fokus auf konkrete Maßnahmen und konsequente Umsetzung in der Betriebspraxis: Das Pig Research Centre hat Diskussionsmaterialien erarbeitet, auf deren Grundlage Vorzüge und Grenzen des Tierschutzes umfassend diskutiert werden sollen. Zu diesem Zweck wurden zehn Tierschutzberater ausgebildet, die Schweineproduzenten, deren Mitarbeiter, Berater und Tierärzte sowie Landwirtschaftsschulen besuchen werden, um den Dialog und die Debatte zu fördern sowie die notwendige gemeinsame Arbeitsgrundlage zu schaffen.

„Auf diese Weise ist sichergestellt, dass alle Schweineproduzenten sich zur Erfüllung der Branchenziele verpflichten“, sagt Vig und unterstreicht, dass nicht nur der konkrete Einsatz, sondern auch die Mittel für Forschung und Entwicklung aufgestockt werden. Zur Umsetzung der Ziele dienen auch eine entsprechend ausgerichtete Beratung sowie Handbücher für das Stallpersonal.

© fleischerei.de 2021 - Alle Rechte vorbehalten